Aus aus der HAZ vom 2. Juli 2016

Sperber holen sich ihre Beute immer öfter direkt in den Dörfern unter freilaufenden Hühnern und Tauben

Jung Habicht wird Verkehrsopfer HAZ KopieDieses Sperber-Weibchen lag bei Algermissen.  Es ist etwa viermal so schwer wie normal – offenbar hatte es sich vorher gut von Hühnern ernährt.

Foto: Schütte

 

 

Anmerkung AH: Hier wird Sperber mit Habicht verwechselt. Siehe die Anmerkungen am Ende des Berichts aus der HAZ

von Gerhard Schütte

ALGERMISSEN/KREIS HILDESHEIM. Vor dem Sperber ist in den Dörfern der Region kein Singvogel und keine Taube mehr sicher. Rassegeflügelzüchter, Hühnerhalter und Taubenzüchter berichten immer öfter von Jagdflügen mit schwerwiegenden Folgen. „Der Sperber geht bei mir schon in die Hühnerställe und schlägt dort die Tiere“, sagt der Vorsitzende des Algermissener Rassegeflügelzuchtvereins, Hans-Joachim Therburg. In den vergangenen Wochen musste er starke Verluste seiner Tiere hinnehmen. Seit 60 Jahren züchtet er vornehmlich seltene Rassen, die in Deutschland ganz oben auf der Roten Liste stehen. Herbe Rückschläge wie in der jüngeren Vergangenheit hat es bei ihm noch nicht gegeben. Die Sperber schlugen in den vergangenen Wochen gnadenlos zu. „Wenn das Sperber-Weibchen ein Huhn schlug, dann waren bei mir schnell bis zu 50 Krähen zur Stelle“, berichtet der Algermissener. Das könne man nur selten aus nächster Nähe beobachten. „Die Krähen kommen dann blitzschnell und mit wütendem Geschrei gleich hinterher geflogen, wie eine Großfamilie, und vertreiben das Sperber-Weibchen“, berichtet Therburg. „Von dem geschlagenen Huhn auf dem Boden bleibt dann nichts mehr übrig, nur die Federn und die Knochen.“

Sperber sind habichtartige Greifvögel mit kurzen, abgerundeten Flügeln, haben aber recht lange Schwänze. Das Weibchen mit gut 300 Gramm ist schwerer als das Männchen, das durchschnittlich nur bis 150 Gramm wiegt. Vor zwei Monaten fand Therburg auf den Eisenbahngleisen an den Schranken von Posten 7, direkt an seinem Grundstück ein stattliches Sperber-Weibchen. Vermutlich war das Tier von einem ICE erwischt und getötet worden. Die Maße des Greifvogels: Die Flügelspannweite betrug über 95 Zentimeter, das Gewicht lag bei sensationellen 1280 Gramm – etwa viermal so schwer wie normal. „Der Vogel hatte sich wohl vorher von meinen Hühnern so richtig ernährt“, vermutet Therburg.

„Ich kann doch meine Tiere wegen der Greifvögel nicht monatelang einsperren, die brauchen wie alle Hühner einen artgerechten Auslauf im Grünen“, sagt der Fachmann. Vor zwei Jahren war sein gesamter Bestand seltener Creve-Coeur-Hühner nach und nach vom Sperber ausgerottet worden. Der Greifvogel kommt dann blitzschnell von den Bäumen geflogen. Auch die Sultan-Hühner, das sind die weißen Hühner-Raritäten mit einer Vollhaube als Kopfbekrönung, hatte der Raubvogel mehrfach schon auf seiner Terrasse geschlagen. Ruck-zuck hackt das Sperber-Weibchen auf der Beute herum. Nur die schönsten Fleischstückchen, das sind die aus der Brust, holt er sich heraus und fliegt wieder fort. Vom Baumbestand aus dem Umfeld des Bahnteiches verfolgen dann in der Regel längst die Krähen lautstark dieses Spektakel. Sie warten auf die passende Gelegenheit und sind gleich zur Stelle. Bis zu diesem Zeitpunkt leben die Huhn noch. Mit lautem Geschrei bearbeiten dann die Krähen den Rest vom Huhn. Nur das Gerippe samt Beine bleibt vom Tier übrig.

Was außerhalb der Orte regelmäßig passiert, vollzieht der Sperber immer öfter auch im Dorfkern. Mehrere Beobachtungen bestätigen das. Oft haben andere Vögel keine Chance zum Überleben. Im schnellen Überraschungsanflug muss der Räuber kleine possierliche Täubchen nur anrempeln, um sie zum Straucheln zu bringen. Durch den Schreck folgt keine Gegenwehr, eine Flucht ist nicht mehr möglich. Das Picken beginnt. Sekunden später bewegt sich die Taube nicht mehr. Die zarten Taubenfedern flogen dabei bis zu einem Meter im Umkreis. Viele Jahre lang beobachteten Schaulustige, auch viele Kinder, am Algermissener Kirchweg vom Zaun aus das lebendige Treiben im Taubenhaus auf einem Gartengelände. Dort fielen jetzt mehrere Tauben einem Sperber zum Opfer – für Beobachter kein schöner Anblick, wenn die Tauben nach einem Angriff blutend und an der Bauchpartie angepickt auf dem Rücken liegen. Auch die Jungtiere der Federfüßigen Zwerghühner, gerade frisch beringt, hatten vor einer Woche wieder Besuch vom Sperber. Gleich vier von ihnen wurden von dem Räuber getötet. Die Hobbyzüchter sind bereits mehrfach in Fachvorträgen über Greifer und ihre Folgen informiert worden. Sperber gehören wie alle heimischen Greifvögel zu den streng geschützten Vogelarten mit ganzjähriger Schonzeit. Sie unterliegen nach wie vor dem Naturschutzrecht.

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Anmerkung (AH)

Es handelt sich eindeutig um einen Habicht und keineswegs um einen Sperber.

Sperber Männchen können bis etwa 150-180 g wiegen. Sperber Weibchen bis 260-330g. Ausnahmen wird es schon geben, aber kein „Godzilla“ artiges Riesen Tier. Habicht Männchen erreichen etwa 800 g Habicht Weibchen durchschnittliche 1150g In Nord Skandinavien hat es bei der nördlichen Form des Habichts  schon Tier mit eine Gewicht von >2000g. Sowohl die angegebene Flügellänge und das Gewicht entsprichen die eines Habicht Weibchen.

Der Ornithologe Peter Becker hat bestätigt, dass es bei dem abgebildeten Vogel um eine braune Form eines jungen Habicht Weibchen handelt.

Es ist außergewöhnlich, das ein Sperberweibchen Vogel die großer sind als Amsel oder Singdrossel nimmt. Der Sperber schleppt seine Beute zu einer geschützten Stelle. Schwere Beute kann er gar nicht heben.

Ein Habicht Weibchen ist nicht zu kräftig wie ein Uhu (dies wiegt auch das Doppel bis dreifache) Beutetiere in Skandinavien können bis zu der Große von Auerhennen sein. Sie fangen auch Rotmilan, Graureiher und des Gleichen am Horst, bevor diese Flügge werden. adulte Tiere sind wohl eine Nummer zu groß.

Zuchttauben und Zierhühner sind prädestinierte Beute Tiere fpr Greifvogel, falls sie nicht geschützt sind. Die kleineren Rassen sind leichte Beute für Habichte. Hier liegt die Pflicht die Tiere zu Schützen bei dem Züchter. Der „Hühnerhabicht nimmt bekanntlich Hühner aus der “Freilanhaltung”. Die Hühner Züchter kennen das Risiko. sie verlieren regelmäßig Tiere an hungrige Habichte. Die lernen ganz schnell wo es leichte Beute gibt – wie auch jeder anderen Vogelart die Futterstellen ausfindig macht und immer wieder zurückkehren.

Es hilft nur eins: ein Netz über den Rasenflächen zu Spannen, wie dies von Fisch Züchter praktiziert wird um Reiher abzuwehren.