Lobbyisten für die Umwelt

Verein für Naturschutz Borsumer Kaspel setzt sich seit 25 Jahren für Artenvielfalt ein

Borsum (htw). Der „Verein für Naturschutz Borsumer Kaspel im OVH" hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Jubiläum kamen 14 von 29 Gründungs­mitgliedern. Die Festrede „Biodiversität in Borsum und Umgebung' _

hielt Bernd Galland, Vorsitzender des Ornithologischen Vereins Hildesheim (OVH).

 

Galland  betonte, dass sich die praktisische Naturschutzarbeit vor Ort auszahle. „Damit schützt der Mensch die Natur vor seinen eigenen  Eingriffen". sagte er Ein Zusammen wirken in der Bördelandschaft sei wegen der fruchtbaren Böden jedoch nur gemeinsam zwischen Natur, Land- und Forstwirtschaft  möglich. Zu den Arbeiten Naturschützer des OVH und der Paul-Feindt-Stiftung gehörten Maßnahmen zum Biotop- und Arten­schutz. Galland nannte die Sicherung von Feuchtgebieten durch das Anlegen oder Pachten solcher Flächen, das Pflanzen von Hecken oder deren Verjüngung durch Rückschnitt, das Beschneiden von Kopfweiden und nicht zuletzt die Einführung spezieller Artenschutzprogramme für Vögel, Fledermäuse und Amphibien. Die Mitglieder des Naturschutzvereins seien die „Lobbyisten für die Natur".

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 Vorsitzender Winfried Kauer blickt auf 25 Jahre Naturschutzarbeit zu­rück.

 

In seinem Rückblick ließ Naturschutzverein-Vorsitzender Winfried Kauer Aktivitäten der 25 Jahre Revue passieren. Zu den Initiativen zählte er die große Pflanzaktion im Jahr 1986 am Bruchgraben mit 55 Silberweiden-Stecklinge, die Brutvogel-Bestandsaufnahme in Adlum und Borsum, das Erstellen einer Artenliste für den Borsumer Wald und das Aufhängen von mehr als 100 Nistkästen im Wald und entlang des Bruchgrabens.

Zudem habe der Naturschutzverein eine Klärschlamm-Deponie in der Gemarkung Borsum verhindert und sich dagegen gewehrt, dass der Bund Flächen der ehemaligen Wache im Borsumer Wald verkauft und zerstückelt, sogar ein Ferienhausgebiet sei dort im Gespräch gewesen.

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 14 von 29 Gründungsmitgliedern des Naturschutzvereins Borsumer Kaspel sind zur Jubiläumsfeier erschienen. Fotos:Wiechens

 

Im Jahr 2007 habe der Verein begonnen, mögliche Eingriffe in die Natur durch den geplanten Kanalausbau zu untersuchen. Mit seinen Aktivitäten im Kinder- und Jugendbereich (NaturKids) sei der Verein in eine Marktlücke gestoßen. Inzwischen gebe es für alle Altersgrup­pen Naturschutzaktivitäten. Auch mit der Gruppe „Harsum 2100" und der Regionalgruppe „Alpe-Bruch" aus Algermissen pflege man intensiven Kontakt.

 

Mit Stolz verwies Kauer auf die rund 220 Mitglieder im Alter zwischen sieben

und 90 Jahren, die nicht nur aus Borsum, sondern aus der Gemeinde Harsum sowie umliegenden Orten stammen. Besonders stellte er den Vogelexperten Bernhard Möller heraus, der mit Abstand am längsten den Vorsitz im Verein inne gehabt habe. „Sein Einsatz und sein Fachwissen haben den Verein besonders geformt."

Auch Borsums Bürgermeister Josef Stuke und Peter Zavarty, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Borsumer Vereine, lobten Leistung und gute Jugendarbeit des Naturschutzvereins.

 

Ganze Familien an Natur herangeführt

Greifvögel leiden unter Bekämfpung der Mäusepopulation

Naturschutzverein zieht Bilanz / Grünspecht brütet im Ort

Borsum (htw). In der Hauptversammlung  des Vereins für Naturschutz Borsumer Kaspel im OVH berichte der Vorsitzende Winfried Kauer über eine Fülle von naturkundlichen Aktionen und Unternehmungen. Neben den bewährten und querdurch alle Jahreszeiten stattfindenden Fachveranstaltungen und Arbeitseinsätzen habe der Verein im zurückliegenden Vereinsjahr ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, das Angebot für naturkundlich interessierte Familien auszubauen.So wurde zum ersten Mal anlässlich des Familienspaziergangs im Frühlingswald ein kindgerechtes Begleitprogrammmit Erfolg angeboten. An der Ferienpassaktion der Gemeinde Harsum habe sich der Naturschutzverein mit zwei Veranstaltungen beteiligt.

Über die quartalsweise stattfindenden Veranstaltungen der Kindergruppe des Vereins hinaus werde es auch in diesemJahr wieder Ferienpassaktionen geben. Zur Freude der Mitglieder berichtete Kassenwart Gerald Wolpers über einensoliden Kassenbestand. Zuvor hatten die Mitglieder des verstorbenen Vereinsfreundes Heinz Ritter gedacht. Vorsitzender Kauer würdigte Ritter als einen „Vordenker und Architekten" des Naturschutzes im Landkreis Hildesheim, der in der Vergangenheit oft ein gern gesehener Gast bei Veranstaltungen des Naturschutzvereins gewesen sei.

Der Vogelexperte Bernhard Möller berichtete über die ornithologischen Ereignisse des vergangenen Jahres.Nach vielen Jahren habe erstmals wieder der Grünspecht in Borsum gebrütet. Auch der Gartenrotschwanz konntewieder gesichtet werden. Besonderes Augenmerk, so Möller, habe wiederum der Wiesenweihe und dem Turmfalken gegolten. Unter der gezielten Bekämpfung der Mäusepopulationen hätten die Greifvögel jedoch zu leiden, denen die Nahrungsgrundlage damit entzogen werde.Der bei der Zuckerfabrik Clauen brütende Wanderfalke habe seine erste erfolgreiche Brut absolviert. Dagegen habe man nach einer erneuten Brut des Schwarzstorches im Hildesheimer Wald vergeblich gesucht. Die Abfallwärme der Zuckerfabrik Clauen an den östlich gelegenen Klärteichen ermöglichte den Ornithologen auch im Winter interessante Beobachtungen. Über mehrere Wochen hinweg habe man dort das Schwarzkehlchen beobachten können. Auch rund 20 Bachstelzen undfünf Zilpzalps (Weidenlaubsänger) hätten dort überwintert. Sie würden dort auch die notwendigen Insektenlarven als Nahrung finden. Mit einem kleinen Imbiss klang der naturkundliche Abend stimmungsvoll aus.

 
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