- PRESSEINFORMATION April 2. 2011
ROTMILAN
Eigentlich müsste der Rotmilan der deutsche Wappenvogel sein, und nicht der Adler.
Denn rund 60 % des Weltbestandes dieses schönen Greifvogels brüten bei uns in Deutschland. Und genau deshalb haben wir, sozusagen im Weltmaßstab, auch eine besondere Verantwortung für das Überleben dieser Vogelart.
Unverwechselbar ist seine Silhouette mit dem tief eingekerbten „gegabelten“ Schwanz (was ihm den Zweitnamen „Gabelweihe“ eingebracht hat), auffallend der elegante Flug auf schmalen langen Flügeln und die kontrastreiche Färbung.
Die Bördelandschaften vor der Mittelgebirgsschwelle bilden den Kernraum der natürlichen Verbreitung des Rotmilans, aber auch im Leine- und Innerste-Bergland ist er anzutreffen, ein Charaktervogel der offenen Landschaft.

Foto: Dieter Oelkers
Seine Brutplätze liegen im Wald, meistens kaum weiter als 200 m vom Waldrand entfernt, die Felder sind sein Nahrungsrevier. Bevorzugte Beutetiere sind kleine Säugetiere, z.B. Mäuse und Hamster, auch Vögel werden geschlagen; einen großen Anteil der Nahrung machen tote Tiere aus. Gerade dieses Verhalten wird ihm oft zum Verhängnis, wenn er an stark befahrenen Straßen Verkehrsopfer als Nahrung aufzunehmen sucht. Gefährdet ist der Rotmilan zudem durch Hochspannungsleitungen und Windräder.
Alle Beobachtungen der vergangenen Jahre deuten auf einen Rückgang dieses schönen Greifvogels hin. Deshalb haben die ornithologischen Vereinigungen Deutschlands für 2011 und 2012 eine bundesweite Bestandserhebung organisiert. Die dabei gewonnenen Daten sollen u.a. für ein nationales Artenschutzprogramm dienen.
Im Landkreis Hildesheim arbeiten der Ornithologische Verein und der NABU-Kreisverband daran mit. Hier fließen die Ergebnisse in das neue Regionale Raumordnungsprogramm ein, das z.Zt. vom Planungsamt der Kreisverwaltung bearbeitet wird.
Alle naturinteressierten Mitbürger sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Wichtig sind vor allem Beobachtungen von Revierverhalten, d.h. Segeln über dem Brutrevier einzeln oder paarweise und Flügen aus dem Jagd- ins Brutrevier.
Die erste Aprilhälfte ist besonders günstig für die Beobachtungen, denn jetzt besetzen die Vögel ihre Brutreviere, und die Bäume sind noch nicht belaubt, so dass mit etwas Glück auch der Fund eines Horstes gelingen kann.
Die Hildesheimer Ornithologen freuen sich über Meldungen an
Dieter Goy, Weichsstraße 3, 31157 Sarstedt, Tel. 05066-64320 oder mobil 0171-7849229, Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
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