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Beim dritten Mal hat es geklapp(er)t
Der erste Flug von zwei Jungstörchen steht in der Gronauer Masch unmittelbar bevor Gronau (pr). Dieses Mal hat es tatsächlich geklapp(er)t. Wenn alles gut geht, werden in den nächsten Tagen zwei Jungstörche ihren Horst in der Gronauer Masch verlassen. Damit wäre der erste Weißstorch-Nachwuchs nach mehr als 20 Jahren flügge. Auf diesen Moment haben die Gronauer Ornithologen lange warten müssen, doch jetzt scheint der Wunsch endlich in Erfüllung zu gehen: „Vor zwei Tagen haben die beiden jungen Störche schon sehr selbstbewusst auf dem Horst gestanden und gegen einen Mäusebussard angeklappert', sagt Manfred Weinhold von der Ortsgruppe des Ornithologischen Vereins zu Hildesheim (OVH). Damit wollte der Nachwuchs offenbar demonstrieren, dass es bereits groß genug, um das Nest gegen einen möglichen Angriff zu verteidigen. Zwar gehören Mäusebussarde im Gegensatz zum Rotmilan nicht gerade zu den natürlichen Feinden der Weißstörche, Aber eine gehörige Portion Selbstbewusstsein kann vor dem ersten Flug ja nicht schaden. Der steht nach den Worten Weinholds nun unmittelbar bevor
Die Storchenmutter fliegt zur Fütterung ein und wird vom Nachwuchs in der Gronauer Masch bereits sehnsüchtig erwartet* Foto: Günter Nimptsch
Der Ornithologe ist fast jeden Tag im Naturschutzgebiet der Gronauer Masch unterwegs, wo er den Horst mit seinem Spektiv beobachtet. Diese Fernrohre verfügen über ein bis zu 60-faches Zoom, wodurch sich auch große Distanzen überwinden lassen. Denn eines wollen die Gronauer Vogelkundler unter allen Umständen vermeiden: Dass die Aufzucht der Jungstörche gestört wird. In der Vergangenheit gab es zwar zwei vielversprechende Brutversuche, doch bis zu einem erfolgreichen Jungfernflug reichte es bislang nicht. Dabei hatte es im Jahr 2007 schon gut ausgesehen. Damals baute ein Storchenpaar einen alten Haus-Schornstein in 17 Metern Höhe zu einem ansehnlichen Nest aus. Von dort aus flogen die beiden Vögel in schöner Regelmäßigkeit das benachbarte Naturschutzgebiet der Gronauer Masch an. wo es auf 500 Hektar einen reich gedeckten Tisch mit Mäusen, Fröschen und Insekten gibt. Eines Tages waren die Störche aber verschwunden, zurück blieb ein Horst mit drei Eiern. In diesem Jahr ist das beringte Paar bei Hoheneggelsen gesehen worden, wo es derzeit mit der Aufzucht eines Jungen beschäftigt ist. Bei dem jetzigen Paar in Gronau ist zumindest die Identität des Weibchens geklärt. Ihr Ring weist die Storchendame als dreijährigen Vogel aus, der am 8, Juni 2007 in Bornheim in der Nähe von Landau registriert wurde. Gronau hat sie aus dem Winterquartier bei St. Martin de-Crau in Südfrankreich angeflogen, Ende März traf das Weibchen in der Masch auf ihren männlichen Partner, dessen Herkunft unbekannt ist, Beide verstanden sich offenbar gut, denn vom 10. April an wechselten sich die Störche mit dem Bebrüten der Eier ab. Mitte Mai konnte Manfred Weinhold erstmals beobachten, wie zwei geschlüpfte Junge gefüttert wurden. Die Trockenheit der letzten Zeit könnte sich noch zu einem Problem entwickeln» denn die Altstörche mussten das Gebiet der Nahrungssuche erweitern. Weil das Futterangebot offenbar knapp geworden ist, fliegen die Eltern jetzt schon bis ins Leinetal bei Brüggen und Eimsen. Noch ist die kritische Phase also nicht überstanden. Umso gespannter sehnen die Ornithologen den ersten Ausflug der Jungstörche herbei. Die bleiben nach den Worten Weinholds anschließend noch zwei Wochen auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Danach werden sie sich voraussichtlich auf den Weg ins Winterquartier machen. Gut möglich, dass es mit ihnen im nächsten Jahr ein Wiedersehen in der Gronauer Masch geben wird. © Hildesheimer Allgemeine Zeitung Greifvogelverfolgung in NRW: 2005 bis 2009Aktuelle Veröffentlichung im "Charadrius" Nr. 46 (2010)Trotz strenger Schutzbestimmungen ist die illegale Verfolgung von Greifvögeln und Eulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) nach wie vor weit verbreitet und stellt eine ernsthafte Bedrohung für den Erhalt vieler Arten dar.
Von Januar 2005 bis Dezember 2009 wurden in NRW insgesamt 189 Fälle illegaler Nachstellungen registriert, bei denen mindestens 360 Greifvögel und 11 Eulen getötet oder gefangen wurden. Insgesamt waren 10 Greifvogel- und 2 Eulenarten betroffen. Bei den Opfern handelte es sich um 249 Mäusebussarde, 33 Habichte, 23 Rotmilane, 7 Sperber, 6 Wanderfalken, 1 Baumfalke, 16 Turmfalken, 1 Rohrweihe, 3 Wiesenweihen, 1 Kornweihe, 9 Uhus und 2 Waldohreulen sowie 20 nicht näher bestimmte Greifvögel. Dabei handelt es sich allerdings nur um die Spitze des Eisberges, der Großteil der Taten bleibt nach Einschätzung von Experten nach wie vor unentdeckt. Das Komitee gegen den Vogelmord hat alle zur Verfügung stehenden Daten zusammengefasst und im aktuellen Heft 46 der Zeitschrift "Charadrius" der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO) veröffentlicht. Eine kleine Zusammenfassung finden Sie hier - das Heft erhalten Sie über die NWO. Spatzenlatz und Schnabelfarbe – die Statussymbole der Spatzen
Wir haben diese Meldung über die DO-G bekommen. Mehr finden Sie hierzu unter http://www.vbio.de/informationen/alle_news/e17162?news_id=9686 Das Universum im Schneckenhaus Beim ihrem ersten Treffen nahm die Nabu-Kindergruppe kleine Kriechtiere unter die Lupe
Hildesheim (rei). Zur Begrüßung gab's Gänseblümchen-Limonade und einen Gartentisch voller Schnecken, Beim Kennenlerntag der Nabu-Kindergruppe drehte sich alles um die heimischen Kriechtiere, „Nur was man kennt, kann man auch schützen" ist das Motto der Naturpädagogin Ella Weber. Kindgerechte Expeditionen mit Kescher, Fernglas und Becherlupe stehen bei ihr ab sofort regelmäßig auf dem Programm.
„Los, schneller!" feuert Felix-Fledermaus die Weinbergschnecke auf dem Gartentisch an. „Nicht anfassen“, bremst Kilian-Krake den Jüngeren aus, „Lass sie doch erstmals überlegen.“ Die Weinbergschnecke bewegt ihre Tentakel hin und her und sieht tatsächlich aus, als würde sie nachdenken. Will sie Apfel oder Banane? Zum Kennenlerntag der Hildesheimer Kindergruppe des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) haben sich alle Kinder nach einem Tier benannt, das den gleichen Anfangsbuchstaben trägt wie sie: Elias-Esel, Marit-Maus, Lasse-Laus steht auf ihren Namensschildchen und sogar dem zehnjährigen Yaron ist ein tierischer Namensgeber eingefallen: das Yak. Shirin hat sich die Schnecke ausgesucht - passend zum Thema des Tages. Ein ganzes Terrarium voller Schnecken hat Elisabeth Weber (die heute Ella-Esel heißt) in Vorbereitung auf das erste Treffen der von ihr ins Leben gerufenen Gruppe gesammelt. Einige der Tiere lasst sie nun über ihren Gartentisch kriechen - Naturkunde im Kleinformat. „Wie entscheidet die Weinbergschnecke wohl, was sie heute essen möchte?“, lässt sie die Kinder raten. „Sie kann es sehen", vermutet Yaron und weiß auch gleich, wo die Augen liegen: „Am Ende der Tentakel " Ella Weber setzt das Ratespiel fort: Ob Schnecken auch eine Nase haben, will sie wissen. Doch so genau die Kinder auch hinsehen, eine Nase können sie nicht finden. Kein Wunder, denn Schnecken können mit dem ganzen Körper riechen, erklärt Weber „Und zwar über Entfernungen von bis zu hundert Metern. Der Gartentisch ist ein Klacks dagegen.“ Die Geheimnisse der Natur spielerisch zu entdecken und zu erfahren, damit können Kinder gar nicht früh genug anfangen, findet Ella Weber Die 32-Jährige Hildesheimerin war selbst von Kindesbeinen an in einer Nabu-Gruppe aktiv. Heute arbeitet die Diplom-Ingenieurin für Landschafts- und Freiraumplanung in der Pharma-Branche und hat sich von ihrer Leidenschaft für die Natur zumindest beruflich weit entfernt. „Deshalb mache ich seit einiger Zeit eine Weiterbildung zur Naturpädagogin." Für die neu gegründete Nabu-Gruppe, deren Leitung sie ehrenamtlich übernommen hat, hat Weber viele Pläne: Tierspuren lesen im Wald, Fledermäuse beobachten am Stadtrand, mit Kescher und Becherlupe die Wassertiere im Hohnsensee erforschen oder mit dem Fernglas in den Wald gehen - alle 14 Tage soll eine neue Expedition dazu beitragen, Kindern die Natur nahezubringen. Und die beginnt direkt vor - beziehungsweise hinter - der Haustür, wie das erste Treffen in Webers Hinterhof im Brühl deutlich macht. Dort hat sich die Weinbergschnecke aus dem Futterexperiment inzwischen entschieden. Doch statt nach rechts zum Apfel oder nach links zu dem in gleicher Distanz platzierten Bananenstückchen, kriecht sie schnurstracks geradeaus auf eine zweite Schnecke zu. Was könnte sie wohl von der wollen? „Vielleicht küssen?", schlägt der zehnjährige Elias vor und muss kichern. „Könnte sein“, sagt Ella Weber und nutzt die Gelegenheit, den Kindern zu erzählen, dass Schnecken Zwitter sind. „Sie können sich aussuchen, ob sie Mann oder Frau sein wollen.“ Das klingt spannend und sorgt für viele Nachfragen, vor allem von den etwas älteren Kindern.
Nachbarskind Johanna ist mit ihren vier Jahren noch ein bisschen jung für die Nabu-Gruppe, der Forscherdrang ist aber schon ausgeprägt.
Rechtsrum oder Linksrum gewunden? Der sechsjährige Felix nimmt eine Bänderschnecke unter die Lupe
Naturpädagogin Ella Weber zeigt Lasse, Shirin und Yaron die Besonderheiten der Weinbergschnecke.
Die jüngeren interessiert eher, wie schnell so eine Schnecke ist. Ein neues Ratespiel beginnt. Von zehn Metern in der Stunde bis zu einem Kilometer trauen die Kinder den Kriechtieren zu. Am dichtesten dran ist allerdings ausgerechnet Felix, mit seinen sechs Jahren der jüngste der Gruppe. Für ihn sind Meter-Angaben noch böhmische Dörfer, aber in einer Stunde müsste es die Schnecke wohl „so weit wie der Tisch“ schaffen, glaubt er Einmal über die Länge des Tischs, das wäre gut ein Meter, tatsächlich schaffen Weinbergschnecken etwa viereinhalb Meter pro Stunde, die kleineren Bänderschnecken etwa zwei Meter, erzählt Weber. Und lässt die Kinder mit einem Maßband nachmessen, wie weit die Schleimspur auf dem Gartentisch schon reicht. Wozu der Schleim gut ist, warum Schnecken ein Haus haben, ob sie damit schon auf die Welt kommen, was sie fressen und wie alt sie werden - im Laufe des Nachmittags lüftet Weber noch viele andere Schnecken-Geheimnisse. Nur einen „Schneckenkönig“ kann sie nicht bieten. Das ist ein ganz seltenes Exemplar, bei dem das Haus nicht wie üblich im Uhrzeigersinn, sondern genau andersherum gewunden ist. Nur bei einer von etwa 10000 Weinbergschnecken ist das der Fall. „Wer so eine Schnecke findet, kann beim Nabu sogar einen Preis gewinnen" sagt Weber. Ein Grund mehr bei allen künftigen Nabu-Kindertagen die Augen offen zu halten.
Die Nabu-Kindergruppe für Sieben- bis Zwölfjährige trifft sich alle zwei Wochen immer freitags in der Zeit von16:00 Uhr bis 18.30 Uhr im Brühl 31 und unternimmt von dort aus Ausflüge in die nähere Umgebung. Der nächste Ter min ist am 25. Juni, die Treffen finden auch in den Sommerferien statt. Kinder, die regelmäßig teilnehmen wollen, müssen aus versicherungsrechtlichen Gründen für einen Jahresbeitrag von 18 Euro Mitglied im Nabu werden. Die Veranstaltungen selbst sind kostenlos. Nähere Informationen bei Elisabeth Weber unter der Telefonnummer 05121 69 47 55. |






