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OVH Naturfotografen des Jahres 2018

Der Ornithologische Verein zu Hildesheim (OVH) hat die Fotoausstellung zu dem Wettbewerb „Naturfotografen des Jahres 2018“ am 4. Dez. im Eingangsfoyer des Kreishauses eröffnet.

(AH) Der Vorsitzende des Vereins Alistair Hill stellte die Siegerbilder vor. Der Verein hat sich über die rege Teilnahme gefreut. Ca. 200 Einsendungen wurden von der Jury ausgewertet. Klaus Thielemann und Jarno Hayer vom Foto- und Film Club Hildesheim haben zusammen mit Alistair Hill angesichts der hohen Qualität der eingereichten Bilder keinen leichten Stand gehabt. Letztendlich sind 13 Bilder der Sieger der einzelnen Kategorien und einige besonders prämierte Fotos in einem Kalender zusammengefasst worden. 35 der besten Fotos sind in der Ausstellung zu sehen. Die Bilder sind über 2 Etagen im Kreishaus aufgehängt worden. Die Ausstellung läuft bis zum 15. Januar und kann zu den Öffnungszeiten des Kreishauses besichtigt werden. mehr lesen…

Abgehoben Richtung Wärme

In Oktober und November beobachten und melden Bürger insgesamt 21 000 Kraniche beim Zug in den Süden – einige überwintern aber auch hier

Von Tarek Abu Ajamieh

Hildesheim. „Zum Kampf der Wagen und Gesänge, der auf Korinthos’ Landesenge …“ Viele Hildesheimer aller Generationen dürften sich noch an die ersten Zeilen der Schiller-Ballade von den „Kranichen des Ibykus“ erinnern – weil sie das Gedicht in der Schule auswendig lernen mussten. In dem Werk tragen die Vögel, die auch als Wappentiere der Lufthansa bekannt sind, zur Aufklärung eines Verbrechens bei. Viele Menschen in Stadt und Landkreis beobachten die Kraniche auch heute noch gern. Allerdings weniger, weil sie sich Aufklärung über einen Mord versprechen, sondern unter anderem, weil sie den Formationsflug der Tiere bestaunen und auch ihren eleganten Flugstil.

Und Abflug: Kraniche gehören zu jenen Vögeln, die von vielen Menschen in Stadt und Landkreis besonders interessiert beobachtet werden. FOTO: BERND WÜSTNECK/DPA

In der Region hat es sich der Ornithologische Verein Hildesheim (OVH) zur Aufgabe gemacht, die Kraniche nicht nur zu beobachten, sondern auch zu zählen. Hauptverantwortlich dafür ist seit Jahren der Hildesheimer Karl Heinz Rosanowski, der dabei auf die Hilfe viele Interessierter aus Stadt und Landkreis setzen kann – so auch in diesem Herbst. mehr lesen…

OVH Spaziergang 02.12.2018

Von Himmelsthür nach Steuerwald

Graureiher auf Innerste bei Steuerwald Foto: W.Pahl

(PP) Unser 3. Spaziergang führte uns am 1. Adventssonntag von Himmelsthür nach Steuerwald. Obwohl das Wetter es diesmal nicht so gut mit uns meinte (leichter Regen und 8°C), konnten wir insgesamt 15 Teilnehmern willkommen heißen. Gleich zu Anfang begrüßte uns ein Graureiher, der in geringer Entfernung zu uns am Ufer des Kupferstranges stand. Wir folgten dem Verlauf des Kupferstranges am Erlenbruch vorbei. Aus unserem ältesten OVH Schutzgebiet ließ sich die Wasserralle hören. Ein Stück weiter an einer Ausbuchtung des Bachlaufes, an der eigentlich immer zahlreiche Vögel zu beobachten sind, war heute leider kaum ein Vogel zu sehen oder zu hören. Nur einige Haussperlinge tschilpen im Gebüsch. In den hohen Pappeln, an denen zahlreiche Misteln wachsen, konnten wir die ersten Misteldrosseln hören. mehr lesen…

Neues vom DDA und das Komitee gegen den Vogelmord 27.11.2018

Tausende seltene Schreiadler sterben im Libanon

Bild zur Meldung
Jagdwilderer töten bei der Vogeljagd im Libanon auch Schreiadler aus Deutschland
© Thomas Krumenacker

5000 Schreiadler werden in jedem Jahr auf dem Weg in ihre Winterquartiere allein im Libanon von Wilderern getötet. Diese schockierende Schätzung ist das Ergebnis einer gemeinsamen Recherche des Komitees gegen den Vogelmord und des Journals Der Falke. Die Schätzung beruht auf der Auswertung und Zusammenführung zahlreicher Indizien. Vogelschützer legen damit erstmals eine konkrete Schätzung zum Ausmaß der Verfolgung von Deutschlands bedrohtestem Adler vor. mehr lesen…

Zwischen Trecker und Kiebitz

Großer Vortrags- und Diskussionsnachmittag zu Konflikten und möglichen Partnerschaften zwischen Landwirten und Naturschützern im Landkreis Hildesheim

Kiebitze sind heute in der Hildesheimer Börde deutlich seltener zu finden
als noch vor einigen Jahren. FOTO: PATRICK PLEUL/DPA

Von Tarek Abu Ajamieh

Kreis Hildesheim. Schädlingsbekämpfung und Insektensterben – das ist nur eins von vielen Themen, bei denen es zuletzt zwischen Landwirten und Umweltschützern krachte. Aber auch Glyphosat oder Massentierhaltung sind zu Reizworten in der gesellschaftlichen Debatte geworden. Am Freitag, 30. November, wollen Landwirte, Naturschützer und Wissenschaftler das Thema in Hildesheim durchdiskutieren. Viereinhalb Stunden sind dafür angesetzt. „Naturschutz und Landwirtschaft – Partner oder Gegner?“ lautet der ambitionierte Titel der Veranstaltung, zu dem der Ornithologische Verein Hildesheim (OVH) anlässlich seines 65-jährigen Bestehens einlädt.

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Vortragsveranstaltung im Kreishaus 30. Nov. 2018

65 Jahre OVH  

Naturschutz und Landwirtschaft – Partner oder Gegner?”

Freitag 30. November 15:00 – 19:30 Uhr

Großer Sitzungssaal im Kreishaus Hildesheim

Programm

Begrüßung: Landkreis 

Einführung: Alistair Hill,Vorsitzender Ornithologischer Verein zu Hildesheim e.V.

Vorträge

 Dr. Markus Nipkow, Staatliche Vogelschutzwarte, NLWKN:

„Feldvögel in der Krise – wie könnte eine Trendwende gelingen?“

Dr. Thomas Stadler, Kreis Landwirt, Landkreis Hildesheim:

„Der Landwirt im Spannungsfeld zwischen nachhaltiger Landbewirtschaftung und gesellschaftlichen Ansprüchen.”

 Pause

Sandra Mann, Hochschule Anhalt: 

„Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft durch die Anlage artenreicher Blühstreifen und –flächen mit gebietseigenen Wildpflanzen“

Guido Madsack, Untere Naturschutzbehörde, Stadt Hildesheim:

„Tagfalter und Widderchen in Hildesheim – Entwicklung des Artenbestandes in den letzten 100 Jahren und Maßnahmen des Naturschutzes“

Podiumsdiskussion. Moderation Dr. Hartmut Reichardt mehr lesen…

OVH Spaziergang am 04.11.2018

Exkursion an die Derneburger Teiche

Hopfenbergteich, Derneburg Foto: W. Pahl

(PP) An diesem leicht nebeligen Sonntagvormittag haben wir unseren 2. Spaziergang in einem besonders reizvollen Gebiet der Paul-Feindt-Stiftung erlebt: den Derneburger Teichen. Besonders erfreulich ist die sehr gute Beteiligung. 32 Naturliebhaber hatten sich eingefunden. Bereits an unserem Treffpunkt, dem Parkplatz am Schloss konnten wir das laute „tüt“ eines Gartenbaumläufers hören. Unser Weg führte uns in Richtung der immer wieder beeindruckenden Kastanienallee. Kohlmeisen und das winzige Wintergoldhähnchen riefen hier. Übrigens ist das Wintergoldhähnchen ist mit circa 5g der leichteste Vogel Europas.

Auf dem Hopfenbergteich dann gleich die ersten Wasservögel: Stockenten, Reiherenten und Tafelente. Da unsere Teilnehmerschar recht groß war, beschlossen wir, uns in 2 Gruppen aufzuteilen. mehr lesen…

Apfelernte in der Streuobstwiese Groß Düngen

Apfelsammeln der Barienroder Grundschulklassen 3 und 4 auf der Streuobstwiese bei Groß Düngen. Foto: Dieter Herrmann

Von Dieter Herrmann

„Es regnet Blätter und Äpfel!“, rief eine Drittklässlerin der Grundschule Barienrode erfreut. 46 Kinder der 3. und 4. Klassen der kleinen Umweltschule hatten sich auf der Streuobstwiese in Groß Düngen, die der Paul-Feindt-Stiftung gehört und von der Arbeitsgruppe „Streuobstwiese“ des Ornithologischen Vereins zu Hildesheim betreut wird, zum Apfelsammeln eingefunden. Die Aktion hat Tradition. Seit mehr als zehn Jahren gehen die Schüler mit ihren Lehrerinnen und der Schulleiterin Frau Albrecht- Skowronski zum Apfelsammeln auf diese Streuobstwiese. Die Ernte wird zu „Apfelsaft Hildesheimer Streuobstwiesen“ verarbeitet. Hinter dieser Initiative steht der Arbeitskreis Hildesheimer Streuobstwiesen. Der Saft ist in Geschäften in Hildesheim erhältlich. Den Vertrieb besorgt Michael Volm, ein Landwirt aus Diekholzen-Söhre, der das Obst auch zur Obstpresse bringt. Und natürlich bezieht die Grundschule ebenfalls dieses köstliche Lebensmittel für ihr wöchentliches gesundes Schulfrühstück. Mit dieser Aktion lernen die Kinder das Biotop Streuobstwiese im Herbst kennen. Aber auch im Frühjahr erfahren sie von den Ornithologen viel Interessantes über die Bewohner der Wiese, pflanzen zudem jedes Jahr zusammen mit den Paten der Streuobstwiese junge Bäume.

Aus der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 06.11.2018

Die gesammelten Werke des Vogelpastors

Der Vogelpastor auf Exkursion. Foto: Ewald Bürig

Ewald Bürigs Beiträge zur Ornithologie gibt es jetzt als Buch

Von Christian Wolters

Hildesheim. Rechtzeitig zum 93. Geburtstag des Hildesheimer „Vogelpastors“ Ewald Bürig sind jetzt die Beiträge des Pfarrers zur Ornithologie des Hildesheimer Landes im Verlag Gebrüder Gerstenberg erschienen: Aufsätze aus mehr als vier Jahrzehnten, allesamt erschienen im Hildesheimer Kalender, eine Pirsch quer durch die Brutreviere der Region, vom Eisvogel bis zur Wachtel, und alle Texte haben eines gemein: Sie sind Dokumente der Fachkenntnis des Autors – und seiner grenzenlosen Begeisterung für die heimische Vogelwelt. „Fischreihers Abschiedsmelodie“ ist etwa Bürigs erster Aufsatz aus dem Herbst 1975 überschrieben, und der damals 50-jährige Autor spricht sein Publikum direkt an: „Hast du, lieber Leser, eigentlich schon einmal einen richtigen Graureiher auf freier Wildbahn zu Gesicht bekommen? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch“ – aber lange werde es die „stolzen, schönen Vögel“ nicht mehr geben. Immerhin dieser Pessimismus war nicht angebracht, der Reiher ist noch da – und Bürigs Texte, kraftstrotzend in ihrer Sprache und faktenreich dazu. So klärt der Ornithologe etwa auf, wie sich die Rufe von Bunt-, Mittel und Kleinspecht unterscheiden: „Kikkik-kik“ ruft Buntspecht, sanft und leiser „Güg-gig-güg“ der Mittelspecht, und ganz hell „Kik-kik-kik“ der Kleinste. Bürig selbst kann die Vogelstimmen perfekt imitieren. Sein Enthusiasmus kommt nicht von ungefähr. Am Josephinum war er Schüler des legendären Paul Feindt, mit ihm gehörte er 1953 zu den 37 Gründungsmitgliedern des Ornithologischen Vereins zu Hildesheim – und natürlich taucht auch Feindt in einem der Aufsätze auf.

Info Ewald Bürig, Beiträge zur Ornithologie des Hildesheimer Landes. Gesammelte Aufsätze im Hildesheimer Kalender 1976-2018, 192 Seiten, fast 200 Abb., ISBN 978-3-8067-8836-5, gebunden 19,95 Euro

©Hildesheimer Allgemeine Zeitung 10.10.2018

Waschbären breiten sich rasant aus

Vermehrungs-Trend der Tiere birgt Risiken für Mensch und Natur

Von Jo-Hannes Rische

Landkreis Hildesheim. Er ist etwa einen halben Meter lang, hat einen buschigen Schwanz und sein schwarz-weißes Gesicht hebt sich vom grauen Körper ab: der Waschbär. Dass das Tier auf dem Vormarsch ist, wäre eine Untertreibung. Inzwischen sehen nicht wenige in der rasanten Ausbreitung des Waschbären eine Plage, die kaum noch zu stoppen ist.

Er kommt fast überall hoch: Der Waschbär breitet sich auch in Niedersachsen rasant aus. FOTO: PAUL ZINKEN/DPA

Ursprünglich ist der Waschbär in Nordamerika beheimatet. Dass er es sich in den vergangenen Jahrzehnten in Europa bequem gemacht hat, geht nachweislich auf die Aussetzung zweier Waschbärenpaare am hessischen Edersee im Jahr 1934 zurück. Es wird angenommen, dass alle Artgenossen in Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen – man geht von über einer halben Million aus – die von diesen vier Tieren abstammen. „Es ist eine regelrechte Vermehrungs-Explosion“, bestätigt Hildesheims Kreisjägermeister Joachim Algermissen. mehr lesen…

Millionen-Zuschuss für neue Lebensräume

Projekt „Feldhamsterland“ startet in fünf Bundesländern – für ganz Niedersachsen ist eine Borsumerin die Koordinatorin

Der Feldhamster ist in Europa eines der am stärksten gefährdeten Säugetiere. FOTO: UWE ANSPACH/DPA

Von Thomas Wedig

Kreis Hildesheim. Meist bricht Aktionismus aus, wenn Feldhamster- Vorkommen und Bauprojekte aufeinandertreffen. Kein Wunder: Der Nager gilt als eines der am stärksten bedrohten Säugetiere in Europa, er ist daher streng geschützt. Nun soll ein neues Projekt dem Hamster in Deutschland neue Rückzugsräume inmitten von intensiver Landwirtschaft erschließen. Fünf Bundesländer sind beteiligt, für ganz Niedersachsen ist die Borsumerin Nina Lipecki seit Kurzem die hauptamtliche Regionalkoordinatorin. Sie hatte sich vorher schon ehrenamtlich im Vorstand der landesweiten AG Feldhamsterschutz für den Erhalt der Art eingesetzt. Das Ziel des Projektes „Feldhamsterland“: Der Hamster soll auf Agrarflächen wieder mehr Lebensräume vorfinden. mehr lesen…

Vom Rotorblatt im Flug geschreddert

Die Windkraftanlage zwischen Esbeck und Eime, hier wurden die toten Rotmilane gefunden Foto: Alistair Hill

Sonnenberg: Toter Rotmilan am Fuß von Windkraftanlage gefunden

Von Sven Appel

Esbeck Der Rotmilan steht unter strengem Artenschutz und darf keinem erhöhten Tötungsrisiko ausgesetzt werden. Doch neben anderen Umwelteinflüssen macht dem mäusebussardgroßen Greifvogel vor allem eine Gefahr zu schaffen: Windkraftanlagen. Ein Fund von toten Vögeln am Sonnenberg zwischen Eime und Esbeck zeigt dies aktuell auf.

In der sogenannten “Fliegerwiese“, südlich des Sonnenberges zwischen Esbeck und Eime, stießen Jäger auf ein toter Rotmilan. Der Fundort – direkt unter den Gittermasten der vergleichsweise kleinen Windräder – sowie der regelrecht „geschredderten“ Kadaver lässt darauf schließen, dass der Vögel mit Rotorenblättern der Anlage kollidiert war. Das Vorkommen von fünf oder sechs Rotmilan-Vögeln in der kleinen bewaldeten Kuppe am Sonnenberg war in der Vergangenheit nachgewiesen worden. mehr lesen…

OVH Naturspaziergang am Sonntagvormittag

Start der Veranstaltungsreihe am 07.10.2018

(PP) Unser 1. Spaziergang der neuen Veranstaltungsreihe führte uns mit 20 Teilnehmern – Gästen und Vereinsmitgliedern – rund um den Hohnsensee. Wir starteten bei trübem Wetter und knapp 10°C. Auf dem Wasser des Sees sahen wir Blässhühner, Haubentaucher, Zwergtaucher, Stockenten, Reiherenten (1 adultes Männchen noch im Prachtkleid) und eine Schellente. Am Strand des Jo-Beach ruhte die 8-köpfige Höckerschwanfamilie (2 adulte und 6 juvenile Vögel). mehr lesen…

Umdenken beim Amt: Natur am Kanal wird stärker geschont

Neues Konzept für beginnende Unterhaltungsarbeiten – ist es auch ein Signal für den geplanten Ausbau?

Von Thomas Wedig

Harsum/Kreis Hildesheim  Kahlschlag an den Böschungen: Das ist eine der schlimmsten Befürchtungen, die viele Menschen in der Gemeinde Harsum mit dem geplanten Ausbau des Stichkanals zwischen Hildesheim und der Schleuse in Bolzum verbinden. Noch immer ist nicht ganz klar, wie tief die Einschnitte genau sein werden, die Planung läuft. Doch nun sendet das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt aus Braunschweig ein Signal, das die besorgten Anlieger ermutigen könnte: Die Natur soll zumindest bei Unterhaltungsarbeiten künftig so weit wie möglich geschont werden.

Das üppige Grün am Stichkanal soll bei den jährlichen Gehölzarbeiten möglichst wenig zurückgeschnitten werden. Foto: Chris Gossmann

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