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Die Stadt möchte das Areal am Hohen Wall gern gründlich auf Vordermann bringen – aber zuvor muss noch die Politik einwilligen

Von Christian Harborth

Hildesheim. DerLiebesgrund gehört zu den beliebtesten Naherholungsgebieten Hildesheims. Allerdings hat die grüne Lunge südlich der Schützenallee biologisch gesehen ihre glanzvollen Zeiten lange hinter sich gelassen, meint man im Rathaus. 13er Fachbereich Tiefbau und Grün schlägt jetzt vor, das mindestens sechs Hektar große Areal umfassend aufforsten zu lassen. Das würde auch bedeuten, dass zahlreiche alte Bäume gefällt werden müssen.

Der Liebesgrund ist voll von beschädigten Bäumen, wie hier unweit der Unterführung. Die Stadt würde den Park gern umfassend aufforsten lassen. Foto: moras

Glaubt man dem Chef des Fachbereichs, Heinz Habenicht, haben viele dieser Exemplare ohnehin keine allzu große Lebenserwartung mehr. Falsche Pflege über Jahrzehnte habe dazu geführt, dass Dutzende der eindrucksvollen Lebewesen dem Tode näher als dem Leben seien. Zum Beispiel die letzte der drei alten Blutbuchen am Drei-Eulen-Denkmal. Die beiden anderen, jeweils weit mehr als 100 Jahre alt, hatten Mitarbeiter der Stadt wie berichtet in den Jahren 2012 und 2013 gefällt. Jetzt denkt man im Rathaus über die verbliebene Buche nach. „ Sie ist ebenfalls von einem Pilz befallen sagt Habenicht.

Aber nicht nur das: Die Stadt hat Dutzende Ahorne, Eschen, Birken und weitere Buchen ausgemacht, die bereits krank oder derart von Efeu bewachsen sind, dass ihre Überlebensfähigkeit als gering eingestuft wird. „Dieses Gebiet ist sich über Jahrzehnte selbst überlassen worden’, sagt Habenicht. Er glaubt, dass das fälsch war – und dass die Stadt jetzt eingreifen müsse, um größere Schäden zu verhindern. Sein Fachbereich schlägt vor, den Liebesgrund und Hohen Wall umfangreich umzugestalten, geschädigte Bäume zu fällen und Wild wuchs – etwa von Haselnüssen oder Holunder – zu entfernen. Hierfür benötigt das Rathaus aber die Zustimmung des Rates. Am Mittwoch informierte Habenicht bereits den Stadtentwicklungsausschuss über einen Teil der Pläne – und erntete überwiegend Wohlwollen. Für die anstehenden Fällungen benötigt das Rathaus aber ein Votum des Rats -es sei denn, es handelt sich um Bäume, von denen eine Gefahr ausgeht.

Spätestens wenn es konkreter wird, werden sich auch die Gegner solcher Fällungen wieder formieren. Sie haben schon in der Vergangenheit am Hohen Wall, im Ehrlicherpark oder auch am Kehrwiederwal] deutlich gemacht, dass sie wenig von den städtischen Kriterien halten, die das Abholzen begründen. Vor dieser Auseinandersetzung ist es Habenicht aber nicht bange. „Es ist unsere Aufgabe, diese Anlage für die Nachwelt zu erhalten’, sagt er. Wenn aber am Ende die Vorgabe komme, dass dabei alles so bleibe wie bisher, sei das eben so. „ Darm lassen wir die Bäume so stehen.’

Muss die Stadt den Liebesgrund auf Vordermann bringen? Mit abstimmen unter www.hildesheimer-allgememeine.de/fragedestages

Der Liebesgrund ist voll von beschädigten Bäumen, wie hier unweit der Unterführung. Die Stadt würde den Park gern umfassend aufforsten lassen. Foto: moras

Hier sind einige Bürgermeinungen aus einer Umfrahe von Brandis. Warum halten sie sich im Liebesgrund auf?

Margit Deckner 70: Wir wohnen im der Nähe und komme jeden Tag is Naherholungsgebiet, um die Ruhe zu finden.

Leonie Güse 14: ich sitze of mit Freunden im Liebesgrund und quatsche. Hier ist ein schöner Ort mit vielen Bäumen.

René Stobbe 22: Der Park ist schön ruhig. Ich komme ein paar Mal pro Woche zu Entspannen.

Sibille Reiche 48: Als Kind war ich oft hier, es ist wie ein Spielweg im Wald, Dazu noch so historisch.

Silvana Ostfeld 21: Hier ist es schöner als an der Strasse. Man ist in der Natur und kann Enten beobachten.

Aus der HAZ im September 2017 © Hildesheimer Allgemeine Zeitung