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Eine kleine Sensation: Fischotter in einem unserer Schutzgebiete Foto: OVH

Dem OVH gelang ein Fotonachweis des Fischotters

(PP)Eigentlich ging es einigen Aktiven des OVH um die Wasserralle. Der scheue Vogel lässt sich nur schwer beobachten, daher haben wir in einem von uns betreuten Schutzgebiet mit Genehmigung des Pächters eine Wildkamera installiert. Anfang Februar war die Überraschung groß: ein Fischotter hat das Schutzgebiet besucht und zu unserem Glück den Weg entlang der Kamera genommen. Damit haben wir einen Fotobeweis vorliegen, eine kleine Sensation!

Die Deutsche Wildtierstiftung hat den auf der roten Liste und besonders geschützten Fischotter (Lutra lutra) zum Tier des Jahres 2021 gewählt.

Von der Deutschen Wildtierstiftung haben wir wertvolle Informationen erhalten. Mit deren Erlaubnis dürfen wir von Ihrer Homepage www.deutschewildtierstiftung.de Textpassagen zitieren: „Der Fischotter ist eine der größten heimischen Marderarten. Nur selten lässt er sich beobachten. Der Einzelgänger ist nacht- und dämmerungsaktiv, er lebt an der Grenze zwischen Wasser und Land. Natürliche Seen und strukturreiche Flüsse mit Verstecken an ihren Ufern sind seine bevorzugten Lebensräume. Früher wurde er als Konkurrent um den Fisch auch bejagt. Dies und die Verschmutzung der Gewässer haben dazu geführt, dass die Bestände stark zurückgingen. Heute geht die größte Bedrohung vom Straßenverkehr aus, denn der Fischotter vermeidet es, unter Brücken mit starker Wasserströmung hindurch zu schwimmen. In vielen Teilen Deutschlands ist er infolge von Landschaftszerschneidung und -zerstörung nach wie vor ausgestorben. Der Fischotter ist ca. 120cm lang und wiegt bis zu 10kg. Er kann ein Alter von bis zu 16 Jahren erreichen. Er hat das dichteste Fell heimischer Wildtiere. Auf einem Quadratzentimeter Haut befinden sich bis zu 70.000 Haare – der Mensch hat dagegen auf gleicher Fläche im Durchschnitt nur 200 Haare auf dem Kopf. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Fischottern nachgestellt, um ihre kostbaren Pelze zu verarbeiten.“

Da er sich nur schwer beobachten lässt, sind es eher seine Spuren, die seine Anwesenheit verraten.  Er markiert sein Revier oft an auffälligen Plätzen am Ufer von Gewässern, gerne auch unter Brücken mit Kot. Seine Losung ist schwarz bis grau, walzenförmig und bis zu 5 cm lang. Oft wird der Kot mittig auf einem Scharrhaufen abgelegt. Es finden sich unverdaute Reste seiner Nahrung wie Fischschuppen darin. Fischotter haben Krallen und Schwimmhäute, die man aber leider nur selten in den Trittsiegeln erkennen kann. Charakteristisch sind die 5 Zehenballen. Die Vorderpfoten haben eine Größe von 4-7 cm, die Hinterpfoten sind 7-9 cm groß.

Trittsiegel und Scharrhaufen eines Fischotters Foto: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Gibt es im Landkreis Hildesheim weitere Beobachtungen? Hierfür benötigen wir Ihre Unterstützung. Allerdings bitten wir Sie darum die Regeln des Naturschutzes zu beachten. Vermeiden Sie unnötige Störungen, wir befinden uns in der Brut- und Setzzeit. Bleiben Sie bitte auf den Wegen und gehen Sie nicht direkt an Gewässerkanten entlang. Betreten Sie keine eingezäunten Bereiche oder Ackerflächen. Die Fluchtdistanz der Tiere ist in der Regel sehr hoch.

Es besteht Verwechslungsgefahr mit Biber, Nutria und Bisamratte. Das markanteste Kennzeichen des Bibers ist der breite platte Schwanz, die Kelle.  Der Nutria ist ungefähr gleich groß, hat aber einen runden Schwanz. Die Bisamratte ist wesentlich kleiner. Sie misst mit rund 34 cm Gesamtkörperlänge nur ein Drittel der Größe des Fischotters.

Wir benötigen für die Dokumentation Name des Melders, Kontaktdaten, den genauen Standort und das Datum des Fundes.

Meldungen bitte vorzugsweise per Mail an fischotter@ovh-online.de, Telefon: 0151504179451 Wolfgang Pahl