Der Ornithologische Verein Hildesheim (OVH) ruft auch 2026 zur Meldung von Milanen auf
Aus RUBS Badsalzdetfurth-Bockenem-Lamspringe

Foto OVH Alistair Hill
Der Rotmilan ist die durch Windkraft am meisten gefährdete Vogelart. Immer wieder kollidieren die Vögel mit den Rotorblättern der Windräder. Aber auch andere Ursachen tragen zu ihrem Tod bei: Die Nester der Rotmilane werden von Fressfeinden geplündert, die Vögel fallen dem Straßenverkehr zum Opfer, werden gejagt oder vergiftet.Um einen Überblick über die Population der Rotmilane im Landkreis Hildesheim zu bekommen, ruft der Ornithologische Verein Hildesheim (OVH) auch in diesem Jahr wieder dazu auf, Rotmilan-Beobachungen zu melden, denn nur auf der Grundlage gesicherter Daten können Maßnahmen zu ihrem Schutz ergriffen werden. Im vergangenen Jahr gab es 1836 Meldungen. In den Jahren davor waren es mal mehr mal weniger, je nachdem, ob es sich ein gutes oder ein schlechtes „Mäusejahr“ handelte; der Umfang der Rotmilan-Population ist auch jeweils abhängig vom Nahrungsangebot. Aus den erfassten Rotmilan-Daten werden die Reviere für den gesamten Landkreis geschätzt. Es gibt zwischen 60 und 90 Reviere. Die besten Habitate sind in den Wäldern des Innerste-Leine-Berglands.
Die Rotmilane bauen Ihre Nester im Bereich der Waldränder, meist innerhalb einer 50-Meter-Zone vom Waldrand ent- fernt. Ihre Nahrungsreviere sind die umliegenden Felder. In der Hildesheimer Börde brüten sie auch in Baumreihen entlang der Gewässer. Ab Mitte April sind alle Reviere besetzt und die Horste gebaut. Die meisten Paare legen Ihre Eier zwischen Ende März und Anfang Mai. Meist sind es zwei bis drei, manchmal aber auch vier Eier. Die Jungen schlüpfen nach fünf bis sechs Wochen, die Nestlingsdauer liegt zwischen 45 und 50 Tagen, bei schlechten Nahrungsbedingungen kann es 60 bis 70 Tage dauern. Die Gelege werden von beiden Partnern bebrütet, dabei trägt das Weibchen den größeren Anteil. Ab Mitte Mai bis Ende Juni werden die Jungvögel flügge. Bei Nachgelegen kann der Ausflug erst im August erfolgen.
Die Bestimmung der Rot- milane ist verhältnismäßig leicht. Durch ihren langeng egabelten Schwanz unterscheiden sie sich deutlich von anderen Greifvögeln; im Volksmund heißen sie auch „Gabelweihen“. Der Rotmilan ist ein recht bunter Vogel mit schwarz-weiß-rotem Gefieder. Die Oberseiten der Flügel sind bei Sonneneinstrahlung hell und wirken mitunter goldgefärbt. Eine Verwechslung ist al- lenfalls mit dem Schwarzmilan möglich. Der Schwarzmilan, von dem es auch einige Paare im Landkreis Hildesheim gibt, ist etwas kleiner, sein Schwanz kürzer und nur schwach gegabelt. Sein Gefieder wirkt oft sehr dunkel beinahe schwarz.
Wer Rot- oder Schwarzmilane sieht, meldet Sie sie bitte per E-Mail an milane@ovh-online.de. Dort sollten der Name genannt und möglichst genaue Angaben zu Standort, Datum und Uhrzeit gemacht werden. Die Daten werden an www.ornitho.de , einer Datenbank die bundesweit Vogelbeobachtungen sammelt, weitergeleitet. Bruthinweise werden zum Schutz der Vögel dort „verdeckt“ aufgenommen. Alle Daten werden vertraulich behandelt.