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Die Erhaltung der biologischen Vielfalt stellt eine der größten Herausforderun­gen dar, vor denen die internationale Staatengemeinschaft derzeit steht. Das Jahr 2010 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt und markierte das Ende der Frist, die Anfang dieses Jahr­tausends gesetzt worden war, um das „2010-Ziel” zu erreichen: Der Verlust an biologischer Vielfalt sollte bis dahin möglichst aufgehalten oder zumindest deutlich verringert sein.Auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitäts-Konvention, die vom 18. bis 29. Oktober 2010 in Nagoya, Japan, stattfand, wurde festgestellt, dass das „2010-Ziel” sowohl auf globaler und europäischer Ebene als auch in Deutschland verfehlt wurde – vielfach belegt, u. a. auch durch den Ende 2010 von der Bundesregierung herausgegebenen Indikatorenbericht 2010 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Der darin dargelegte, auf Vogel­daten basierende Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität” bestätigt, dass auch in Deutschland nach wie vor erheblicher Handlungsbedarf zum Schutz der biologischen Vielfalt besteht. Die Beteiligten der Nagoya-Konfe-renz verständigten sich deshalb auf 20 neue messbare Ziele, deren Erreichung künftig konsequent verfolgt werden soll. Um der hohen Dringlichkeit gemein­schaftlichen Handelns mehr Nachdruck zu verleihen, haben die Vereinten Nationen im Dezember 2010 zudem die kommenden zehn Jahre zur UN­Dekade der Biodiversität erklärt.

Mit der aktuellen Ausgabe von Vögel in Deutschland wollen wir aufzeigen, welchen Beitrag Vogelschutz und Vogelmonitoring zur Erreichung der neu ausgerichteten Ziele liefern können: Vögel werden bereits jetzt als wichtige biologische Indikatoren zur Bewertung von Erfolgen in der Naturschutzpolitik verwendet, damit dient das Vogelmonitoring der Erfassung und Darstellung von Veränderungen der biologischen Vielfalt. Um das Ziel erreichen zu kön­nen, die Werte biologischer Vielfalt gesellschaftlich stärker zu verankern, soll zukünftig die erhebliche ökonomische Bedeutung von Vögeln für Landnut­zung und Tourismus stärker in den Fokus gerückt werden. Das Naturbewusst­sein soll gesteigert werden; es basiert sowohl auf einer positiven Grundhal­tung, die den Eigenwert der Natur anerkennt, als auch auf fundiertem Wissen über die biologische Vielfalt. Eine umfassende Umfrage unter Schülerinnen und Schülern zur Vogelartenkenntnis zeigt, dass in diesem Bereich eklatante Mängel bestehen.

Mit der aktuellen Ausgabe von Vögel in Deutschland wollen wir helfen, das Problembewusstsein und Verständnis für die Erhaltung der Vogelwelt und dar­über hinaus der gesamten biologischen Vielfalt zu erhöhen. Hoffen wir, dass unsere Vorschläge und Diskussionsbeiträge den Verantwortlichen Mut ma­chen, entscheidende Schritte zu gehen, damit wir 2020 das Fazit ziehen kön­nen, aus den Fehlern und Versäumnissen bei der Umsetzung der 2010-Ziele „nachhaltig” gelernt zu haben.

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