Aus der Presse:

Erlebnistag lockt fast 1000 Menschen an

Natur und Agrikultur zwischen Blumen und Rüben erleben: Diese Kombination mobilisiert viele Leute

Aus der HAZ vom 16. Aug. 2021 

Von Alexander Raths

Natur und Landwirtschaft zum Anfassen und die Bedeutung des Artenschutzes – darum ging es beim Naturerlebnistag in Algermissen. Der hat gestern annähernd 1000 Menschen angelockt. Die trafen sich an den Blühstreifen von Bauer Clemens Gerhardy und an einem weithin unbekannten Gewässer mit einem eigenartigen Namen aus alten Tagen: dem Bums Teich, eingerahmt von Bäumen und Sträuchern dicht am Bahndamm. Die Landwirte Marion und Clemens Gerhardy boten Informationen und Mitmachangebote zu Feldhamstern, Bienen und Blühwiesen. Außerdem gab es dort regionale Produkte – ein Event, bei dem die Besucher wegen der Pandemie am Eingang registriert wurden. mehr lesen…

Natur trifft Agrikultur: Suche nach Kompromissen

Aus der HiAZ vom 12. August 2021

Thema am Sonntag in Algermissen – mit Ministerin zu Gast

Der OVH und der Paul-Feindt-Stiftung sind auch dabei – siehe Veranstaltungskalender

Natur neben Agrikultur: ein Blühstreifen im Südwesten von Algermissen.Foto: Thomas Wedig

NATUR NEBEN AGRIKULTUR: EIN BLÜHSTREIFEN IM SÜDWESTEN VON ALGERMISSEN.FOTO: THOMAS WEDIG

Der Klimawandel zeigt sich in vielen Veränderungen. Indirekt sogar am Algermissener Volksfest. Landwirt Clemens Gerhardy erinnert sich genau: Wenn er das Fest in seiner Kindheit besuchte, war die Getreideernte gerade gestartet. „Heute“, sagt der Algermissener, „fängt sie vier Wochen früher an.“ Und ist damit einen Monat eher fertig. Der Acker wird mitten im Sommer zum Stoppelfeld – was zum Beispiel für den Feldhamster tödlich sein kann. Denn ihm fehlen dann Deckung und Nahrung gleichermaßen.

Gerhardy erprobt zusammen mit der Borsumerin Nina Lipecki von der Deutschen Wildtierstiftung auf zwei Feldern ein Gegenmittel: Der Landwirt praktiziert dort die sogenannte Ährenernte. Das Getreide wird dabei kurz unterhalb der Ähren abgemäht, damit der Hamster sich weiter gut vor Greifvögeln und anderen Feinden verstecken kann. Ein kleiner Teil der Ähren bleibt als Futter stehen. Ein Beispiel für eine kleine Veränderung mit großer ökologischer Wirkung.

Was ist sonst im Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Naturschutz möglich? Und: Was ist nötig? Diese Fragen stehen am kommenden Sonntag, 15. August, bei einer Veranstaltung mit Landes-Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast in Algermissen im Mittelpunkt. Die Aktion ist Teil der Kultur-Reihe Rosen & Rüben, bei der es ausnahmsweise mal um Agri-Kultur geht. Organisiert wird sie von Clemens und Marion Gerhardy.

Hier ist ein Link zu dem Homepage von Clemens Gerhard

Aufgezogen ist das Ganze zwar als Naturerlebnistag (siehe Extratext unten), im Kern geht es aber um ein ernstes Thema und die Erkenntnis: Das grassierende Artensterben kann nur gebremst werden, wenn in der Kulturlandschaft mehr Raum für ursprüngliche Natur geschaffen wird – Blühwiesen, Randstreifen, Rückzugsflächen.

Das ist das Ziel des sogenannten Niedersächsischen Weges, einer Vereinbarung zwischen Landespolitik, Landwirtschaft und Umweltverbänden. Einen Weg zu finden, gegensätzlich erscheinende Interessen zu versöhnen, ist letztlich nirgendwo so wichtig wie in Niedersachsen – denn das gilt in Deutschland schließlich als Agrarland Nummer eins. Und in Niedersachsen ist die Hildesheimer Börde wiederum das Gebiet mit den besten Böden. Der Konflikt ist im Hildesheimer Land besonders offensichtlich: Landwirte wollen den besagten besten Boden effektiv für die Nahrungsmittelproduktion nutzen. Naturschützer fordern indessen mehr Raum für die Tierwelt inmitten einer Region, die zu fast 60 Prozent landwirtschaftlich genutzt wird.

Gefragt sind Kompromisse ohne finanzielle Verluste für die Landwirte, dazu neue Ansätze – wie der einer Reihe von Bauern, die in Bodenburg, Hasede, Nordstemmen, Heyersum und Rössing mehrere Blühwiesen auf einer Fläche von insgesamt 8 Hektar angelegt haben. Freiwillig – was für Clemens Gerhardy, der in Algermissen schon mehrere ähnliche Projekte verwirklicht hat, ein wichtiger Aspekt ist: „Mehr Blühflächen dürfen nicht verordnet werden“, sagt er, „das muss alles zusammen mit uns Landwirten geschehen.“

Wie das machbar ist, soll am Sonntag Thema von Gesprächen zwischen Landwirten und Naturschützern sein – und anderen Interessierten wie der Ministerin, die an ihrem freien Sonntag kommt. Weil es um ein wichtiges Thema geht.

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung

 

Retten Sie mit uns das Rebhuhn!

Neues vom DDA am 03.08.2021

Die Bestände des Rebhuhns, früher ein häufiger Vogel unserer Agrarlandschaft, sind europaweit seit 1980 um 94 Prozent zurückgegangen. Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird das Rebhuhn inzwischen als stark gefährdet eingestuft. Untersuchungen zeigen, dass sich Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn auf zahlreiche Arten der Agrarlandschaft positiv auswirken können. Maßnahmen, die dem Rebhuhn nutzen, leisten daher einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung und Erhalt der Artenvielfalt in den Agrarlandschaften Deutschlands.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten, die Georg-August-Universität Göttingen und der Deutsche Verband für Landschaftspflege haben sich zusammengeschlossen, um dem Rebhuhn unter die Flügel zu greifen. Logo ProjektIm Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt werden dafür nun Akteure gesucht, die regionale und möglichst großflächige Projekte zum Schutz des Rebhuhns umsetzen möchten. Die Projektgebiete werden mittels eines Bewerbungsverfahrens ausgewählt und künftige Projektpartner zur Vorbereitung und Schaffung bestmöglicher Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen geschult. Die ausgewählten Projekte sollen dann in einem sechsjährigen Folgeprojekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt konkrete Maßnahmen zum Rebhuhnschutz in die Fläche bringen. Dabei werden die Erfolge der Maßnahmenumsetzung regelmäßig kontrolliert und die Ergebnisse in einem Leitfaden veröffentlicht. mehr lesen…

OVH liefert Mauerseglerkästen

Aus der HAZ vom 16.03.2021/ Aktiv in der Region

(PP) Mauersegler leben schon seit über 30 Jahren regelmäßig in den Sommermonaten an der Emmerker Straße bei Heinrich Baule in Giesen. Nachdem ein Nest in einer Maueröffnung neben einem Rollladenkasten eingerichtet war, orderte Heinrich Baule bei den Hobbybastlern „Die Grübler“ vom Heimatverein Giesen vier Nistkästen für Mauersegler, die an der Nordwand des Hauses in einer Höhe von acht und zehn Metern angebracht wurden. Jahrzehnte wurden diese Kästen genutzt, auch durch Sperlinge und Stare. Ein Nachteil der „Doppelnutzung“: Sperlinge und Stare schleppen alles Mögliche an Nistmaterial in die Kästen. mehr lesen…

Hansen schreibt Hill offenen Brief

Ausschuss hat Thema längst thematisiert

Mit einem offenen Brief an Alistair Hill reagiert der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Detlef Hansen, nun auf den offenen Brief des Ornithologischen Vereins an den Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim, Ingo Meyer. Das Schreiben sei „wenig konstruktiv“, so Hansen an den OVH-Vorsitzenden. Der hatte wie berichtet bemängelt, dass die Stadt bei ihrer Grünpflege oftmals zu radikal und mit zu wenig Augenmaß vorgehe und damit wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen beschädige oder sogar vernichte. mehr lesen…

Statt Gewerbefläche eine riesige Blumenwiese

Stadt lässt auf dem Gelände der Gartenkolonie Niedersachsen zwei Hektar Sommerblumen sprießen

Oberbürgermeister Ingo Meyer und Stephanie Biel vom Fachbereich Grün weisen die Fläche als Insektenwiese aus.Foto: Werner Kaiser
Oberbürgermeister Ingo Meyer und Stephanie Biel vom Fachbereich Grün weisen die Fläche als Insektenwiese aus. Foto: Werner Kaiser

Doch nun hat die Stadt all ihre bisherigen Anstrengungen noch einmal überboten: Auf dem Gelände der ehemaligen Kleingartenkolonie Niedersachsen zwischen Lerchenkamp und B 6 hat Oberbürgermeister Ingo Meyer am Dienstag hinter dem Domizil des Alpenvereins den Startschuss für eine Blumenwiese gegeben, die mit 20 000 Quadratmetern Fläche größer ist als alle bisher angelegten Blühflächen zusammen. Die kommen nämlich nur auf 18 000 Quadratmeter Fläche.

Meyer hatte zwar den bei offiziellen Anlässen üblichen ladenneuen Spaten zur Hand, die tatsächliche Aussaat der etwa 33 Kilogramm Blumensamen übernahmen dann aber doch Cord und Hanns-Heinrich Hartmann aus Klein Escherde mit schwerem Ackergerät. Die beiden Brüder stammen aus der Landwirtschaft. Vor anderthalb Jahren wagte Cord Hartmann (23) als staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt den Schritt in die Selbstständigkeit, gründete einen Betrieb für landwirtschaftliche Lohnarbeiten.

Zuletzt hatte die aufgelassene Gartenkolonie wegen ihres verwahrlosten Zustands für Unmut gesorgt. Inzwischen erinnert fast nichts mehr an sie. Der Boden ist frisch eingeebnet, das Saatgut mit Druckluft gleichmäßig verteilt und mit der Walze der Drillichmaschine sanft ins Erdreich gedrückt. Ein Viertel der Pflanzen sind Licht-, drei Viertel Bodenkeimer, so dass einem Blütenmeer im August nichts mehr im Wege stehen sollte. Die Saatmischung vom Landhandel Weiterer aus Algermissen enthält Ringelblumen, Lupinen und Sonnenblumen, verschiedene Kleesorten, Erbsen, Wicken und Koriander, und auch die blaublühende Phacelia, die im Volksmund als „Bienenfreund“ bekannt ist, darf darin nicht fehlen.

Was die Blühfläche ökologisch besonders wertvoll macht, ist die längerfristige Ausweisung als Naturraum: Die zwei Hektar städtischer Grund sind zwar als Gewerbefläche ausgewiesen, doch eine solche Nutzung stehe in den kommenden Jahren „noch längst nicht an“, so Meyer.

Die Stadt Hildesheim war bereits 2019 als eine von 14 Kommunen bundesweit mit dem Label „Stadtgrün naturnah“ ausgezeichnet worden. Die Zertifizierung gilt für drei Jahre. „Die Stadt setzt seit Jahren verstärkt auf die naturnahe Gestaltung ihrer Grünflächen, schafft damit Lebensräume für Tiere und Pflanzen und leistet so einen wichtigen Beitrag für das Klima und die Artenvielfalt“, so Meyer. „Und ganz nebenbei werden die Flächen optisch attraktiver gestaltet.“

© Hildesheimer Allgemeiner Zeitung 19. Mai 2021

OVH klagt an: Stadt vernichtet wertvollen Lebensraum

Ornithologischer Verein schreibt Brandbrief an Oberbürgermeister und kritisiert öffentliche Grünpflege, Schottergärten und Verlust von Naturraum

In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Ingo Meyer kritisiert Alistair Hill als Vorsitzender des Ornithologischen Vereins zu Hildesheim (OVH) das rigorose Abholzen und Zurückschneiden auf städtischen Grünflächen, den Verlust von immer mehr Schrebergärten, die Bauprojekten weichen müssen, und die Umgestaltung einst grüner Hausgärten in „lebensfeindliche Steinwüsten“. mehr lesen…

Stadt-Wege überpflügt? Bauern unter Verdacht

Verwaltung kündigt Überprüfungen in Itzum und Bavenstedt an / Baudezernentin hofft auf Lerneffekt bei Landwirten

Die Stadt hat Hinweise darauf, dass auch in Itzum Landwirte kommunale Wege überpflügt haben, die an ihre Äcker grenzen. Nach Angaben der Verwaltung gibt es gegen zwölf Bauern „leichte bis starke Verdachtsmomente“, es geht um 23 Flächen. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt solche Fälle bereits auf dem Gallberg am Moritzberg und in Sorsum nachgewiesen und mit sanftem Druck erreicht, dass die Bauern das überpflügte Land liegen lassen und die Grenzen achten. mehr lesen…

Wird Kastanienallee autofrei?

Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland hat eine Reihe von Vorschlägen, die beim Derneburger Verkehrskonzept berücksichtigt werden sollen

Aus der HiAZ vom 11.05.2021

Wenn das Museum im Derneburger Schloss für die Öffentlichkeit öffnet, werden viele Besucher erwartet. Um den Verkehr zu leiten und die Interessen unter einen Hut zu bringen, wird nun ein Verkehrskonzept erstellt. Der Kreisverband Hildesheim des Verkehrsclubs Deutschland begrüßt diese Maßnahme. Er appelliert aber an alle Verantwortlichen, beim Erstellen des Konzeptes nicht nur den Autoverkehr und die Parkplätze im Blick zu haben. mehr lesen…

Vögel und Rundweg? Das ist am Hohnsensee wohl kein Problem

Stadt hat vom Fachmann das Artenvorkommen ermitteln lassen

Aus der HAZ vom 26,04,.2021 von Rainer Breda

Hildesheim. Legt die Stadt einen Rundweg um den Hohnsensee an, der auf ganzer Länge direkt am Ufer entlang führt – also auch auf der nordwestlichen Seite, die derzeit für Spaziergänger tabu ist, weü sie innerhalb des Jo-Bad-Geländes hegt? Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, sind mehrere Fragen offen. Auf eine gibt es demnächst eine Antwort ^-nämlich darauf, inwieweit Vögel durch Spaziergänger gestört würden, wenn diese künftig direkt am Wasser unterwegs wären. mehr lesen…

Die ersten Störche sind zurück

Paare in Gronau und Ruthe beisammen / Einer kämpfte sich sogar durch den Schnee

Da ist er wieder: einer der beringten Gronauer Störche in der Leinemasch.Foto: Manfred Weinhold
Da ist er wieder: einer der beringten Gronauer Storch in de Gronauer Masch
(ein Schutzgebiet der Paul-Feindt-Stiftung). Foto Manfred Weinhold

Den heftigen Wintereinbruch haben sie noch vom wärmeren Süden aus „beobachtet“ – inzwischen kehren immer mehr Weißstörche an ihre Nistplätze im Landkreis Hildesheim zurück. Erste Brutpaare haben sich bereits gefunden.

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Hildesheim hinkt immer noch hinterher

Nicht alle EU-Schutzgebiete für Flora und Fauna sind bislang gesichert – trotz Ultimatum vom Minister

Eines der geschützten FFH-Gebiete im Raum Hildesheim ist der Haseder Busch, der im Frühjahr von einem Teppich von Hohlem Lerchensporn überzogen ist.Foto: Archiv

Am 5. Juni ist es 29 Jahre her, dass die Europäische Union ihre FFH-Richtlinien in Kraft gesetzt hat. FFH, also Flora- und Fauna-Habitate, sind Schutzgebiete für Pflanzen und Tiere, in denen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft nur eingeschränkt erlaubt sind. Um aber überhaupt zu wissen, was genau da geschützt werden soll, sind Landkreise und Städte verpflichtet, eine exakte Gebietsbeschreibung zu erstellen. mehr lesen…

Hildesheimer Landwirte und Naturschützer drängen zusammen auf Artenschutz

„Niedersächsischer Weg“ vor Ort

Hildesheimer Landwirte und Naturschützer drängen zusammen auf Artenschutz

Kreis Hildesheim – Vertreter der Bauern und der Umweltverbände verfassen gemeinsamen Brandbrief an den Kreistag. Das Schreiben dürfte nach jüngsten Streits intensive Diskussionen auslösen.

Kreis Hildesheim – Es ist ein Brief, bei dem schon der Briefkopf aufhorchen lässt: Nebeneinander stehen dort die Wappen des Landvolks, der Landwirtschaftskammer, der Naturschutz-Verbände Nabu und BUND sowie des Ornithologischen Vereins Hildesheim (OVH). Am Schluss des Briefes finden sich die Unterschriften der jeweiligen Verantwortlichen. Und im Text taucht immer wieder das Wort „Wir“ auf. Adressat: der Hildesheimer Kreistag.

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