Aktuelles:

Pressemitteilung Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht vom 14.10.2021

Ganzjährige Schonzeiten für Bläss- und Saatgänse in der Durchführungsverordnung zum Nds. Jagdgesetz rechtmäßig

Der 10. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat in mehreren Verfahren Normenkontrollanträge gegen die Festsetzung ganzjähriger Schonzeiten für Bläss- und Saatgänse in der Durchführungsverordnung zum Niedersächsischen Jagdgesetz abgelehnt (Az.: 10 KN 40/18, 10 KN 42/18, 10 KN 43/18 und 10 KN 44/18). mehr lesen…

Erlebnistag lockt fast 1000 Menschen an

Natur und Agrikultur zwischen Blumen und Rüben erleben: Diese Kombination mobilisiert viele Leute

Aus der HAZ vom 16. Aug. 2021 

Von Alexander Raths

Natur und Landwirtschaft zum Anfassen und die Bedeutung des Artenschutzes – darum ging es beim Naturerlebnistag in Algermissen. Der hat gestern annähernd 1000 Menschen angelockt. Die trafen sich an den Blühstreifen von Bauer Clemens Gerhardy und an einem weithin unbekannten Gewässer mit einem eigenartigen Namen aus alten Tagen: dem Bums Teich, eingerahmt von Bäumen und Sträuchern dicht am Bahndamm. Die Landwirte Marion und Clemens Gerhardy boten Informationen und Mitmachangebote zu Feldhamstern, Bienen und Blühwiesen. Außerdem gab es dort regionale Produkte – ein Event, bei dem die Besucher wegen der Pandemie am Eingang registriert wurden. mehr lesen…

Natur trifft Agrikultur: Suche nach Kompromissen

Aus der HiAZ vom 12. August 2021

Thema am Sonntag in Algermissen – mit Ministerin zu Gast

Der OVH und der Paul-Feindt-Stiftung sind auch dabei – siehe Veranstaltungskalender

Natur neben Agrikultur: ein Blühstreifen im Südwesten von Algermissen.Foto: Thomas Wedig

NATUR NEBEN AGRIKULTUR: EIN BLÜHSTREIFEN IM SÜDWESTEN VON ALGERMISSEN.FOTO: THOMAS WEDIG

Der Klimawandel zeigt sich in vielen Veränderungen. Indirekt sogar am Algermissener Volksfest. Landwirt Clemens Gerhardy erinnert sich genau: Wenn er das Fest in seiner Kindheit besuchte, war die Getreideernte gerade gestartet. „Heute“, sagt der Algermissener, „fängt sie vier Wochen früher an.“ Und ist damit einen Monat eher fertig. Der Acker wird mitten im Sommer zum Stoppelfeld – was zum Beispiel für den Feldhamster tödlich sein kann. Denn ihm fehlen dann Deckung und Nahrung gleichermaßen.

Gerhardy erprobt zusammen mit der Borsumerin Nina Lipecki von der Deutschen Wildtierstiftung auf zwei Feldern ein Gegenmittel: Der Landwirt praktiziert dort die sogenannte Ährenernte. Das Getreide wird dabei kurz unterhalb der Ähren abgemäht, damit der Hamster sich weiter gut vor Greifvögeln und anderen Feinden verstecken kann. Ein kleiner Teil der Ähren bleibt als Futter stehen. Ein Beispiel für eine kleine Veränderung mit großer ökologischer Wirkung.

Was ist sonst im Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Naturschutz möglich? Und: Was ist nötig? Diese Fragen stehen am kommenden Sonntag, 15. August, bei einer Veranstaltung mit Landes-Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast in Algermissen im Mittelpunkt. Die Aktion ist Teil der Kultur-Reihe Rosen & Rüben, bei der es ausnahmsweise mal um Agri-Kultur geht. Organisiert wird sie von Clemens und Marion Gerhardy.

Hier ist ein Link zu dem Homepage von Clemens Gerhard

Aufgezogen ist das Ganze zwar als Naturerlebnistag (siehe Extratext unten), im Kern geht es aber um ein ernstes Thema und die Erkenntnis: Das grassierende Artensterben kann nur gebremst werden, wenn in der Kulturlandschaft mehr Raum für ursprüngliche Natur geschaffen wird – Blühwiesen, Randstreifen, Rückzugsflächen.

Das ist das Ziel des sogenannten Niedersächsischen Weges, einer Vereinbarung zwischen Landespolitik, Landwirtschaft und Umweltverbänden. Einen Weg zu finden, gegensätzlich erscheinende Interessen zu versöhnen, ist letztlich nirgendwo so wichtig wie in Niedersachsen – denn das gilt in Deutschland schließlich als Agrarland Nummer eins. Und in Niedersachsen ist die Hildesheimer Börde wiederum das Gebiet mit den besten Böden. Der Konflikt ist im Hildesheimer Land besonders offensichtlich: Landwirte wollen den besagten besten Boden effektiv für die Nahrungsmittelproduktion nutzen. Naturschützer fordern indessen mehr Raum für die Tierwelt inmitten einer Region, die zu fast 60 Prozent landwirtschaftlich genutzt wird.

Gefragt sind Kompromisse ohne finanzielle Verluste für die Landwirte, dazu neue Ansätze – wie der einer Reihe von Bauern, die in Bodenburg, Hasede, Nordstemmen, Heyersum und Rössing mehrere Blühwiesen auf einer Fläche von insgesamt 8 Hektar angelegt haben. Freiwillig – was für Clemens Gerhardy, der in Algermissen schon mehrere ähnliche Projekte verwirklicht hat, ein wichtiger Aspekt ist: „Mehr Blühflächen dürfen nicht verordnet werden“, sagt er, „das muss alles zusammen mit uns Landwirten geschehen.“

Wie das machbar ist, soll am Sonntag Thema von Gesprächen zwischen Landwirten und Naturschützern sein – und anderen Interessierten wie der Ministerin, die an ihrem freien Sonntag kommt. Weil es um ein wichtiges Thema geht.

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung

 

Neues vom Dachverband der Deutschen Avifaunisten DDA

Neue Rote Liste der Brutvögel Deutschlands erschienen

– Bitte beachten Sie, dass Sie diese Publikation nicht bei uns bestellen können. Sie ist erhätlich beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern –
Gestern stellte das Nationale Gremium Rote Liste Vögel in der bereits sechsten Fassung die aktuelle Rote Liste der Brutvögel Deutschlands der Öffentlichkeit vor. 43 Prozent der 259 regelmäßig in Deutschland brütenden heimischen Vogelarten mussten in die neue Rote Liste aufgenommen werden, inklusive der in Deutschland ausgestorbenen Brutvogelarten. Somit steht annähernd jede zweite Brutvogelart auf der neuen Roten Liste und ist somit bedroht.

Besonders hervorzuheben ist, dass es vor allem in der höchsten Gefährdungskategorie ‚Vom Aussterben bedroht‘ zu einem deutlichen Anstieg kam. Hier nahm die Artenzahl um über zehn Prozent gegenüber der vorherigen Fassung von 2015 zu, um Arten wie Raubwürger oder Knäkente“, so DRV-Präsident Dr. Andreas von Lindeiner. Damit sind nun 33 oder knapp 13 Prozent der deutschen Brutvogelarten vom Aussterben bedroht. Hierunter fallen auch Arten, die im besonderen Fokus des Artenschutzes stehen, wie Uferschnepfe, Großtrappe oder Auerhuhn.

Der Zustand der deutschen Brutvogelwelt ist somit nach wie vor als ausgesprochen kritisch zu bewerten. Trotz vielfältiger Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen, die von einer großen Zahl von Institutionen, Vereinen und Verbänden, vor allem aber auch einer sehr großen Zahl ehrenamtlich Aktiver umgesetzt werden, ist eine Trendumkehr bislang nicht erkennbar“, so stellt Dr. Hans-Günther Bauer, Sprecher des Rote Liste Gremiums, fest. Erfreulicherweise zeigt sich aber auch in dieser Liste, dass sich eine langfristige, kontinuierliche und fachlich fundierte Vogelschutzarbeit lohnt: So konnte mit dem Weißstorch eine weitere charismatische Brutvogelart, die jahrzehntelang Ziel intensiver Schutzbemühungen war, in die „Vorwarnliste“ überführt und somit aus der eigentlichen Roten Liste entlassen werden. mehr lesen…

Neue Rote Liste der Brutvögel in Deutschland

6. gesamtdeutsche Fassung (Juni 2021) Auf der Internet Seite des DDA

Hier sind die ersten Grüppen zu sehen – um weitere Information zu bekommen benützen Sie dem Link zum Dachverband

43 Prozent der 259 regelmäßig in Deutschland brütenden heimischen Vogelarten mussten in die neue Rote Liste aufgenommen werden, inklusive der in Deutschland ausgestorbenen Brutvogelarten. Somit steht annähernd jede zweite Brutvogelart auf der neuen Roten Liste und ist somit bedroht.

Nachfolgend finden Sie die aktuelle Liste der in die Rote Liste aufgenommenen Arten. Mehr Informationen zu der jeweiligen Art finden Sie in unseren Informationssystem ‘Vögel in Deutschland online’. Geben Sie dazu in dem Suchfeld rechts den gesuchten Artnamen ein und klicken anschließend den Link in der Mitte an. mehr lesen…

BirdRace 2021 im Landkreis Hildesheim

112 Vogelarten in 17 Stunden

(PP)Anfang Mai fand das 18. bundesweite BirdRace statt und zum zweiten Mal ging das Team „Hildesheimer BördeBirder“ für den OVH an den Start.

Organisiert wird der Wettbewerb vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA). Auch dieses Jahr mussten strenge Corona-Richtlinien eingehalten werden. Um dennoch eine Chancengleichheit für alle Teilnehmenden zu gewährleisten, wurde die Zeitspanne der Beobachtungen auf 5 – 22 Uhr beschränkt.

Fischadler Foto S. Bologna

Was ist das BirdRace? Kurz gesagt: 2- 5-köpfige Teams versuchen innerhalb eines Tages so viele Vogelarten wie möglich innerhalb eines Landkreises zu beobachten. Alle gesehen oder gehörten Vogelarten werden gesammelt und gemeldet. Geschummelt wird nicht, das ist Ehrensache! Es ist vielleicht etwas verrückt, einen ganzen Tag hinter Vögeln herzulaufen, aber es macht Spaß und dient dazu noch einem guten Zweck.

Trauerschnäpper Foto S. Bologna

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OVH klagt an: Stadt vernichtet wertvollen Lebensraum

Ornithologischer Verein schreibt Brandbrief an Oberbürgermeister und kritisiert öffentliche Grünpflege, Schottergärten und Verlust von Naturraum

In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Ingo Meyer kritisiert Alistair Hill als Vorsitzender des Ornithologischen Vereins zu Hildesheim (OVH) das rigorose Abholzen und Zurückschneiden auf städtischen Grünflächen, den Verlust von immer mehr Schrebergärten, die Bauprojekten weichen müssen, und die Umgestaltung einst grüner Hausgärten in „lebensfeindliche Steinwüsten“. mehr lesen…

Stadt-Wege überpflügt? Bauern unter Verdacht

Verwaltung kündigt Überprüfungen in Itzum und Bavenstedt an / Baudezernentin hofft auf Lerneffekt bei Landwirten

Die Stadt hat Hinweise darauf, dass auch in Itzum Landwirte kommunale Wege überpflügt haben, die an ihre Äcker grenzen. Nach Angaben der Verwaltung gibt es gegen zwölf Bauern „leichte bis starke Verdachtsmomente“, es geht um 23 Flächen. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt solche Fälle bereits auf dem Gallberg am Moritzberg und in Sorsum nachgewiesen und mit sanftem Druck erreicht, dass die Bauern das überpflügte Land liegen lassen und die Grenzen achten. mehr lesen…

Vögel und Rundweg? Das ist am Hohnsensee wohl kein Problem

Stadt hat vom Fachmann das Artenvorkommen ermitteln lassen

Aus der HAZ vom 26,04,.2021 von Rainer Breda

Hildesheim. Legt die Stadt einen Rundweg um den Hohnsensee an, der auf ganzer Länge direkt am Ufer entlang führt – also auch auf der nordwestlichen Seite, die derzeit für Spaziergänger tabu ist, weü sie innerhalb des Jo-Bad-Geländes hegt? Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, sind mehrere Fragen offen. Auf eine gibt es demnächst eine Antwort ^-nämlich darauf, inwieweit Vögel durch Spaziergänger gestört würden, wenn diese künftig direkt am Wasser unterwegs wären. mehr lesen…

Fischotter im Hildesheimer Land

Eine kleine Sensation: Fischotter in einem unserer Schutzgebiete Foto: OVH

Dem OVH gelang ein Fotonachweis des Fischotters

(PP)Eigentlich ging es einigen Aktiven des OVH um die Wasserralle. Der scheue Vogel lässt sich nur schwer beobachten, daher haben wir in einem von uns betreuten Schutzgebiet mit Genehmigung des Pächters eine Wildkamera installiert. Anfang Februar war die Überraschung groß: ein Fischotter hat das Schutzgebiet besucht und zu unserem Glück den Weg entlang der Kamera genommen. Damit haben wir einen Fotobeweis vorliegen, eine kleine Sensation! mehr lesen…

Schutzschilde für Nistkästen

Nistkasten mit Schutzschild Foto W. Wedig

(PP) Aufmerksame Spaziergänger, die auf dem Hildesheimer Nordfriedhof unterwegs waren, werden es bemerkt haben. Die Nistkästen, die die OVH Jugendgruppe im vergangenen Frühling aufgehängt hat, sehen plötzlich anders aus. Mitglieder der Ortsgruppe NSV Borsumer Kaspel haben die Kästen mit neuen Eingängen ausgestattet. Es handelt sich um Schutzschilde aus Metall mit einer Einflugöffnung von 32mm. Sie sollen verhindern, dass Spechte die Einfluglöcher der Nistkästen vergrößern. Nicht, dass wir etwas gegen Spechte haben, nein das Gegenteil ist der Fall. Aber Nistkästen, deren Eingangsöffnung zu groß ist, werden von Meisen nicht genutzt. Die Kästen bieten den Vögeln nicht ausreichend Schutz. Außerdem gehören zum Nahrungsspektrum der Spechte auch Eier und Jungvögel. Die Schutzschilde sind eine einfache Maßnahme die Brut von Blau- und Kohlmeisen in den Kästen zu schützen.

Hildesheim hinkt immer noch hinterher

Nicht alle EU-Schutzgebiete für Flora und Fauna sind bislang gesichert – trotz Ultimatum vom Minister

Eines der geschützten FFH-Gebiete im Raum Hildesheim ist der Haseder Busch, der im Frühjahr von einem Teppich von Hohlem Lerchensporn überzogen ist.Foto: Archiv

Am 5. Juni ist es 29 Jahre her, dass die Europäische Union ihre FFH-Richtlinien in Kraft gesetzt hat. FFH, also Flora- und Fauna-Habitate, sind Schutzgebiete für Pflanzen und Tiere, in denen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft nur eingeschränkt erlaubt sind. Um aber überhaupt zu wissen, was genau da geschützt werden soll, sind Landkreise und Städte verpflichtet, eine exakte Gebietsbeschreibung zu erstellen. mehr lesen…

Hildesheimer Landwirte und Naturschützer drängen zusammen auf Artenschutz

„Niedersächsischer Weg“ vor Ort

Hildesheimer Landwirte und Naturschützer drängen zusammen auf Artenschutz

Kreis Hildesheim – Vertreter der Bauern und der Umweltverbände verfassen gemeinsamen Brandbrief an den Kreistag. Das Schreiben dürfte nach jüngsten Streits intensive Diskussionen auslösen.

Kreis Hildesheim – Es ist ein Brief, bei dem schon der Briefkopf aufhorchen lässt: Nebeneinander stehen dort die Wappen des Landvolks, der Landwirtschaftskammer, der Naturschutz-Verbände Nabu und BUND sowie des Ornithologischen Vereins Hildesheim (OVH). Am Schluss des Briefes finden sich die Unterschriften der jeweiligen Verantwortlichen. Und im Text taucht immer wieder das Wort „Wir“ auf. Adressat: der Hildesheimer Kreistag.

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Vogelpastor Ewald Bürig ist gestorben

Seine Naturfotos machten ihn berühmt

Ewald Bürig

Als Pfarrer hat sich Ewald Bürig um das Wohl der Menschen gekümmert. Sein Herz schlug aber auch für die Natur: Schon vor Gründung des Ornithologischen Vereins (OVH) am 23. März 1953 gehörte er einem Arbeitskreis um den Josephinum-Lehrer und ersten OVH-Vorsitzenden Paul Feindt an. Die jungen Leute verstanden sich als Feldforscher, die beobachteten, kartierten, auswerteten. Bürig wurde OVH-Gründungsmitglied, war wegen seiner Fachkenntnisse und seiner faszinierenden Tierfotos schließlich weithin als Vogelpastor bekannt. Am Wochenende ist er im gesegnet Alter von 95 Jahren gestorben. mehr lesen…

„Niedersächsische Hartnäckigkeit hat sich gelohnt – Einigung nimmt Rücksicht auf den Niedersächsischen Weg.“

Pressemitteilung der Niedersächsischen Landesregierung 11.02.2021

Lies und Otte-Kinast zu den heutigen Beschlüssen des Bundeskabinetts:

Hannover. Landesumweltminister Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast begrüßen, dass die heutigen Beschlüsse des Bundeskabinetts zum Insektenschutzgesetz und zur Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung nun auch den Niedersächsischen Weg berücksichtigen: „Unsere stets sachliche, aber hartnäckige Haltung gegenüber dem Bund hat sich gelohnt. Wir erwarten jetzt, dass die in Aussicht gestellten Regelungen zu Gewässerrandstreifen und für einen weiterhin möglichen Erschwernisausgleich zügig umgesetzt werden.“ mehr lesen…