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Neustes vom Dachverband DDA 22. Dez. 2015

Forschungsprojekt DIVER — Satellitentelemetrie an Seetauchern
Über die Bewegungen von Seetauchern zwischen Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten ist bislang wenig bekannt. Das Projekt DIVER soll diesen Kenntnisstand verbessern.
© Ralph MartinDer Ausbau der Offshore Windenergie schreitet in der deutschen Bucht weiter voran, wodurch die Seetaucher in ihrem Überwinterungsgebiet zunehmend mit Offshore Windparks konfrontiert werden und aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber anthropogenen Störungen Konflikte entstehen können. Um die Bewegungsmuster von Seetauchern in ihrem Überwinterungsgebiet und während der Zugphasen dokumentieren und die Auswirkungen von Offshore Windparks auf Seetaucher besser beurteilen zu können, werden im Rahmen des Projekts DIVER im Laufe von drei Wintern Seetaucher im Seetaucher-Hauptkonzentrationsgebiet der Nordsee gefangen und mit Satellitensendern ausgestattet werden.

Anhand der gewonnenen Daten sollen Fragestellungen zu Habitatnutzung, Konnektivität verschiedener Rastgebiete, Herkunft der Tiere (Brutgebiete) sowie die Zugrouten beantwortet werden. Die Untersuchung wird gemeinsam von der BioConsult SH GmbH & Co. KG in Husum, der Justus Liebig Universität Gießen und DHI koordiniert und als Verbundvorhaben durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Seetaucher nutzen Gebiete mit einem breiten Spektrum an Wassertiefen und kommen in der Nordsee bis zu einer Wassertiefe von 40 m vor und nutzen damit auch die für die Offshore-Windenergienutzung interessanten Gebiete. Untersuchungen an bereits bestehenden Windparks deuten darauf hin, dass insbesondere für Stern- und Prachttaucher ein Konfliktpotenzial mit dem Ausbau der Offshore-Windenergienutzung besteht, da diese Arten sehr empfindlich auf anthropogene Störungen reagieren und eine deutliche Meidereaktion auf Windparks zeigen.

Seetaucher kommen in den Offshore-Bereichen der deutschen Nordsee insbesondere im Frühjahr in international bedeutenden Anzahlen vor und es ist wahrscheinlich, dass kumulative Auswirkungen zunehmend eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Offshore-Windenergie spielen werden.

Im Laufe von drei Jahren sollen 45 Seetaucher direkt in ihrem Überwinterungsgebiet auf der Nordsee gefangen und besendert werden, um Daten zu deren Bewegungen und Habitatnutzung im Überwinterungsgebiet zu sammeln. Die Satellitensender erlauben Positionsbestimmungen mit einer Genauigkeit von wenigen hundert Metern. Zusätzlich werden von den gefangenen Vögeln für Nahrungsanalysen und Geschlechtsbestimmung Kotproben genommen. Vergleichbare Untersuchungen von pelagisch lebenden Tauchvögeln liegen aus Europa bisher kaum vor.

Die Ergebnisse des Vorhabens DIVER werden daher auch von grundlegendem Interesse in Bezug auf die Ökologie von Seetauchern sein und sollen dazu beitragen, Schutzkonzepte für diese Arten zu verbessern.In den Monaten März und April 2015 wurden erfolgreich die ersten Sterntaucher in der der Nordsee nördlich von Helgoland gefangen und besendert. Ab Ende April zogen diese Vögel in die Brutgebiete, die sich von West-Grönland bis zur Taimyr-Halbinsel Sibiriens erstreckten. Im September verließen die Sterntaucher ihre Brut- bzw. Sommer-Aufenthaltsgebiete wieder und Anfang Oktober kehrte der erste Vogel in die Deutsche Bucht zurück. Zwischen der Besenderung im März 2015 und der Rückkehr in die Deutsche Bucht legte der im sibirischen Ob-Delta brütende Sterntaucher mehr als 9000 Kilometer zurück. Sterntaucher mausern ihre Schwungfedern zwischen Oktober und Dezember und sind in dieser Zeit eine Weile flugunfähig.

Dementsprechend wurden in dieser Zeit keine größeren Strecken zurückgelegt. Vier der sibirischen Sterntaucher mauserten im Golf von Riga, ein sibirischer Vogel verbrachte diese Zeit vor der niederländischen Küste und der westgrönländische Sterntaucher mauserte vor der schottischen Küste. Mittlerweile ist der Niederländer an die britische Ostküste geflogen und auch die Mauservögel aus dem Golf von Riga haben ihr Mausergebiet weitgehend verlassen.

Die interessanten Routen der besenderten Sterntaucher sind auf der Internetseite des Projekts abrufbar.
Weitere InformationenDIVER-Internetseite
Karte der Zugrouten der besenderten Seetaucher

http://www.divertracking.com/erster-sterntaucher-zuruck-in-deutscher-bucht/