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Aus der HAZ vom 02.03.2016

Horste in Gronau, Elze und Brüggen bereits besetzt – Gronauer Vögel haben Gespür für den Kalender

von Tarek abu Ajameh

Weissstorch Bruggen M Weinhold

Da ist er wieder: Einer der Brüggener Störche inspiziert seinen Horst. Foto: Weinhold

Gronau/Brüggen. Störchen erkennt man ja die tollsten Eigenschaften zu – unter anderem, dass sie die Babys bringen. Dass sie allerdings auch Kalender lesen können, wäre neu. Und doch kann man in Gronau fast den Eindruck kriegen, es wäre so: Auf den Tag genau zum gleichen Datum wie im Vorjahr ist das Paar, das schon seit Jahren in der Gronauer Masch nistet, aus Afrika zu seinem Horst im Leinetal zurückgekehrt. Und obwohl es dort derzeit bedeutend kälter ist als im Winterquartier, entwickelt das Paar offenbar schon mächtig Frühlingsgefühle. Kaum war die erste Nacht im heimischen Horst durchschlafen, zeigte sich das Paar munter kopulierend auf seinem Hochsitz. Das lässt natürlich hoffen in Sachen Nachwuchs. Im Vorjahr schlüpften im Gronauer Horst zwei kleine „Meister Adebars“ – und in diesem Jahr tun ihre Eltern offenbar alles dafür, dass es wieder so ähnlich kommt.Vor allem das Weibchen bewegt sich dabei auf vertrautem Terrain, die beringte Störchin, inzwischen zehn Jahre alt, verbringt seit 2010 die warme Jahreszeit stets in der Gronauer Masch, seit mehreren Jahren mit ihrem jetzigen Partner an ihrer Seite, wie der örtliche Storchen-Experte Manfred Weinhold beobachtet hat. Er hat auch noch ein weiteres Rückkehrer- Paar beobachtet – ein paar Kilometer südlich bei Brüggen. Dieses Paar reiste allerdings offenbar getrennt: Der erste Storch landete bereits am 22. Februar auf seinem alten Horst und war kurz darauf zu beobachten, wie er mit einer ganzen Horde von Silber- und Graureihern auf Futtersuche über die nahen Felder stakste. Vier Tage später folgte der Partner. Anders als die Gronauer nehmen es die Brüggener Störche mit dem Rückkehrdatum allerdings nicht so genau, wie Weinhold festgestellt hat. Noch im Jahr 2014 hatten sich die Brüggener Vögel bis April Zeit gelassen, ehe sie sich wieder in ihrem Revier im Leinebergland blicken ließen.

Nicht hundertprozentig geklärt ist, was das Elzer Brutpaar in diesem Winter so angestellt hat. Im vergangenen Herbst sah es lange so aus, als würde das Duo auf eine milden Winter spekulieren und die Reise nach Afrika einfach ausfallen lassen. Im November und Dezember war über Wochen nichts von ihnen zu sehen – doch am 2.- Januar ließen sie sich wieder auf einem Feld bei Elze blicken, um in der kältesten Phase des Januars erneut von der Bildfläche zu verschwinden. Anfang Februar beobachteten Spaziergänger das Duo jedoch wieder an seinem Horst – den ganz großen Flug nach Süden müssen sich die beiden mithin geschenkt haben. Anders als vor zwei Jahren versuchten die Elzer Störche aber offenbar nicht, in Abwesenheitder eigentlichen Bewohner den Gronauer Horst zu okkupieren.

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung