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Neues vom Dachverband DDA 05.04.2016

Starke Klimawandelauswirkungen auf häufige Vogelarten in Europa und den USA

Zaunkönig

Wie gewonnen, so zerronnen: Je nach Region wird der Zaunkönig vom Klimawandel-Gewinner zum -verlierer © Karsten Berlin

Erstmals ist es gelungen nachzuweisen, dass häufige Brutvogelarten in Europa und den USA in ähnlicher Weise auf den Klimawandel reagieren. Ein internationales Team von Wissenschaftlern, koordiniert durch die britische Universität Durham, fand heraus, dass über einen Zeitraum von 30 Jahren (1980-2010) die Bestandsentwicklungen potenziell vom Klimawandel profitierender Vogelarten in beiden Regionen deutlich positiver sind als die potenziell negativ beeinflusster Arten. Koautor Sven Trautmann vom Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA) erläutert: „In der nördlichen Hemisphäre verändern sich die Vogelartengemeinschaften gegenwärtig großräumig. Das Erstaunliche daran ist, dass sich dabei über die Kontinente hinweg trotz unterschiedlicher Artenzusammensetzung und naturräumlicher Ausstattung nahezu gleich starke Effekte des Klimawandels zeigen.“
Mal Gewinner, mal Verlierer
Eine weitere neue Erkenntnis der Studie ist die Tatsache, dass Vogelarten innerhalb ihres Verbreitungsgebietes z.T. ganz unterschiedlich auf den Klimawandel reagieren und damit sowohl Gewinner als auch Verlierer des Klimawandels sein können. So ist z.B. der Zaunkönig dafür bekannt, von Kältewintern stark negativ beeinflusst zu werden. Auch in der nun vorgestellten Studie spiegelt er deutliche Klimawandeleinflüsse wider, allerdings nicht einheitlich über das gesamte Verbreitungsgebiet: Während er in Nordeuropa -vermutlich begünstigt durch mildere Winter- zunimmt, gehen die Bestände in Südeuropa parallel zur Ausbreitung trocken-heißer Sommer zurück. „Solch regional unterschiedliche Reaktionen auf den Klimawandel legen weitere Untersuchungen nahe. Wichtig wird dabei sein, das Zusammenspiel von Veränderungen durch Klima- und Landnutzungswandel zu erforschen, um den Schutz der Artenvielfalt zu verbessern.“ erklärt Sven Trautmann. „Hierzu bedarf es weiterer Anstrengungen in Forschung und Monitoring.“ Einzigartige Zusammenarbeit über Kontinentalgrenzen hinweg
Die vorliegende Arbeit entstand in einer einzigartigen Zusammenarbeit ornithologischer Fachverbände, Forschungseinrichtungen, ehrenamtlicher Vogelbeobachter und behördlicher Stellen über Länder- und Kontinentalgrenzen hinweg. Der DDA stellte dafür die mit Unterstützung der Verwaltungsvereinbarung zum Vogelmonitoring von ca. 2.500 Ehrenamtlichen erhobenen Daten aus seinen Monitoringprogrammen für die Auswertungen bereit.

Quelle: Stephens et al: Consistent response of bird populations to climate change on two continents. Science.

Eine pdf-Kopie der Publikation und zusätzliche Informationen können bei Sven Trautmann angefordert werden.

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