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Neues vom DDA 28.07.2016

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Zugroute von Knutt “Paula” vom Wattenmeer nach Nordost-Kanada und zurück.
© NIOZ Knutts aus zwei verschiedenen Populationen nutzen das Wattenmeer der Nordsee im Verlauf des Jahres. Während die Nominatform auf dem Zug zwischen sibirischem Brutgebiet und den westafrikanischen Winterquartieren im Frühjahr und Herbst bei uns durchzieht, überwintern Knutts der im hocharktischen Kanada und im Norden Grönlands verbreiteten Unterart islandica bei uns.Im Rahmen eines Projektes des Niederländischen Instituts für Meeresforschung (NIOZ) offenbarte nun ein mit Satellitensender ausgestatteter Knutt dieser Unterart eine beeindruckende Zugleistung. Der Knutt „Paula“ erreichte am 15. Juli die niederländische Insel Terschelling nach einem Nonstop-Flug über 4000 Kilometer aus dem nördlichsten Kanada. Er bestätigt damit bisherige Annahmen, dass Knutts auf ihrem Weg zwischen Brut- und Überwinterungsgebiet enorme Flugleistungen vollbringen.

Der Vogel war im April 2016 im Rahmen einer Pilotstudie auf der niederländischen Insel Griend mit einem Satellitensender ausgestattet worden. Nachdem dessen Auswirkungen auf den Vogel anfangs in Gefangenschaft getestet wurden, entließ man „Paula“ auf der Insel Texel wieder in die Freiheit. Umgehend zog der Vogel zur 30 Kilometer entfernten Insel Griend zurück, wo er zwei Wochen zuvor gefangen worden war.

Mitte Mai verließ „Paula“ das Wattenmeer auf direkter Linie und innerhalb eines Tages bis nach Island. Nach einem Flug über den Grönländischen Eisschild kehrte sie noch einmal nach Island zurück, nur um wenige Tage später nonstop in ihr Brutgebiet nahe Ellesmere Island, einer der nördlichsten Landflächen der Welt, zu fliegen. Dort verhielt sich „Paula“ nach den GPS-Ortungen sehr stationär, sodass von einem Brutversuch ausgegangen wird. Dieser wurde jedoch offenbar nach 18 Tagen abgebrochen, da der Vogel ab diesem Zeitpunkt wieder größere Distanzen zurücklegte. Zwei Wochen fraß sich „Paula“ anschließend offenbar ausreichende Reserven für einen unglaublichen Flug an: Innerhalb von rund 60 Stunden flog der Vogel nonstop bis ins niederländische Wattenmeer.

Anhand von Ablesungen farbberingter Knutts war bereits recht viel über das Zugverhalten der Vögel bekannt. Bislang hatte man jedoch angenommen, dass alle Knutts der Unterart islandica entlang der Küste Islands zur Rast einfallen und erst nach erneuter Stärkung ihren Zug fortsetzen. „Paula“ bewies nun eindeutig einen Zug ohne Zwischenrast zwischen Nordost-Kanada und dem Wattenmeer.
Weitere Informationen Niederländisches Institut für Meeresforschung (NIOZ)