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Erdkabel soll westlich oder östlich an Hildesheim vorbei – Unzufriedenheit besondersim Südosten der Region – Große Grafik im Innenteil: Süd.Link-Routen im Landkreis

Aus der HAZ vom 28. Sep. 2016 von Tarek Abu Ajamieh

Der Netzbetreiber Tennet hat gestern erste Entwürfe für die geplanten neuen Höchstspannungsleitungen Süd.Link und Südost.Link veröffentlicht. Die beiden Gleichstrom-Trassen 0sollen ab 2025 Windstrom aus Norddeutschland in den Süden der Republik transportieren. Ursprünglich waren sie als Freileitungen geplant, massive Proteste aus der Bevölkerung führten aber zu einer Gesetzesänderung. Und dazu, dass die Netzbetreiber ihre Leitungen komplett neu planen mussten.Das haben die Unternehmen Tennet und Transnet BW jetzt für die Süd.Link- Leitungen Süd.Link von Wilster nach Grafenrheinfeld sowie von Brunsbüttel nach Großgartach getan. Beide Trassen verlaufen über weite Strecken parallel. Auch im Landkreis Hildesheim, in dem es gleich drei Trassenvarianten gibt: Eine durch das Leinetal, eine durch das Despetal und eine östlich von Hildesheim und dann entlang der Autobahn 7. Entscheidend für die Auswahl: Ob Süd.Link am Ende westlich oder östlich um Hannover herumführt. Die Ostvariante dürfte im Landkreis besonders kritisch gesehen werden, weil dort bereits eine weitere Höchstspannungsleitung entstehen soll – von Wahle nach Mecklar. Südlich von Bockenem soll dieser Korridor allerdings parallel zur Autobahn 7 weitergehen, die Despetal-Variante hat das Ziel, die neue Stromtrasse mit der ICE-Strecke zu „bündeln“.

Die Bundesnetzagentur betonte gestern noch einmal, dass sie den Bau des Süd.Link für unverzichtbar hält. Erneuerbare Energien sollen bis zum Jahr 2050 etwa 80 Prozent der Stromversorgung in Deutschland 0ausmachen. Doch noch fehlen Stromautobahnen, um Ökostrom aus dem windreichen Norden und Osten in den Süden zu transportieren. Durch die Abkehr von Freileitungen dauert der Ausbau der Stromautobahnen länger und wird deutlich teurer. Die Auswirkungen auf den einzelnen Verbraucher sind allerdings gering, da die 0Kosten auf alle Haushalte und auf mehrere Jahrzehnte verteilt werden. Der 800 Kilometer lange Süd.Link soll die „Hauptschlagader“ der Energiewende werden. Erdkabel sollen für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen.

Die Leitung „Südost.Link“ soll zwischen Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt und Isar bei Landshut verlaufen. Auch diese Leitung ist nötig, um Ökostrom gen Süden zu transportieren. Zudem soll verhindert werden, dass wegen der bisher fehlenden direkten Leitimgdverbindungen Strom aus erneuerbaren Energien durch Polen und Tschechien fließen muss.

© Hidesheimer Allgemeine Zeitung