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Aus Kehrwieder am Sonntag 19.03.2017 Weniger Bäume, die Rotmilane sich zum Horst machen können

(r/lv) Landkreis. Seit einigen Jahren erfasst der Ornithologische Verein zu Hildesheim (OVH) das Vorkommen des Rotmilans im Landkreis Hildesheim. Dies wird 2017 weitergeführt. Dafür bittet der Verein um Mithilfe.

Rotmilan im Nettetal März 2017 Foto OVH/AHill

„Der Rotmilan ist eine eindrucksvolle Erscheinung“, sagt OVH-Vorsitzender Alistair Hill. „Mit einer Spannweite von 150 bis 180 Zentimetern und einer Körperlänge zwischen 60 und 75 Zentimetern ist er einer der größten Greifvögel unserer Heimat.“ Im Flug wirken die Vögel zugleich schwerfällig und doch elegant und sehr wendig. Mitglieder des OVH haben von 2013 bis 2015 versucht, die Rotmilane im Landkreis Hildesheim nahezu vollständig zu erfassen.Das Land Niedersachsen (NLWKN) hat 2011 dazu ein langfristiges Monitoring- Projekt initiiert. Zwei Kontrollflächen liegen im Landkreis: In der Börderegion selbst gibt es nur wenige Brutvorkommen, weil es vor allem an geeigneten Nistgelegenheiten in großen Bäumen oder älteren Gehölzen mangelt oder diese durch Konkurrenten wie etwa den Schwarzmilan oder auch die Nilgans besetzt werden. In Leine- und Innerste-Bergland ist die Populationsdichte der Milane jedoch viel höher. Hier finden sie ideale Nist- und Lebensbedingungen. Deutschland hat eine besondere Verantwortung für den Schutz des Rotmilans, da er nirgendwo häufiger vorkommt als hier. Über die Hälfte des Weltbestands dieser Art brütet in der Bundesrepublik. Doch seit Jahren nehmen die Bestände ab.

Deswegen haben das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und das Bundesamt für Naturschutz zusammen mit Naturschutzorganisationen wie dem Dachverband der Deutschen Avifaunisten, in dem der OVH Mitglied ist, eine Stiftung zur Rettung des Rotmilans gegründet. Die ersten Rotmilane sind in den letzten Tagen aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. Sofern der Horst aus dem Vorjahr noch vorhanden und frei ist, wird er wieder in Besitz genommen. Anderenfalls bauen die Vögel sich einen neuen. In den vergangenen zwei Jahren sind jedoch viele der Horstbäume durch massive Holzernten gefällt worden. Der Druck auf den Rotmilan steigt stark an.

Neben Änderungen in der Fruchtfolge und der Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen macht der Ausbau der Windkraftdiesen Vögeln besonders bei der Nahrungssuche zu schaffen. Hinzu tritt die Vermehrung von Feinden wie Waschbär, Marderhund oder Habicht. Um festzustellen, wie die Bestände sich weiterentwickeln, bitten die Ornithologen wieder um die Hilfe der Öffentlichkeit. Werden Milane noch Ende März oder Anfang April beobachtet, haben diese Vögel wahrscheinlich ein Revier besetzt. Die Jungvögel werden Anfang Mai schlüpfen und Ende Juni bis Anfang Juli den Horst verlassen. In dieser Zeit fallen die Vögel vor allem während des Fütterns auf.

Sollten Milane in den nächsten Monaten regelmäßig gesehen werden, bittet der Ornithologische Verein darum, ihm die Beobachtungen unter Telefon 0 51 21/6 96 65 29 der per E-Mail unter milane@ ovh-online.de zu melden.

© Kehrwieder am Sonntag