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Vogel war aus Horst gefallen / Experte: „Viele Menschen verstehen nicht, dass Jungvögel auch außerhalb des Horstes von Altvögeln weiter gefüttert werden“

Aus der HAZ vom 30. Juni 2017: Von Andreas Bode

Portrait des jungen Wanderfalken Weibchen Foto AHill/OVH

Alistair Hill und Günter Metz, der den jungen Falken vom Andreasturm trägt, sind sicher:

„Er wird überleben.“ FOTO: KAISER

Hildesheim. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Zugegeben: Wie verhält man sich, wenn man auf einer Bank einen jungen Wanderfalken sieht, der offenbar aus dem Horst gefallen ist? So geschehen kürzlich am Andreasplatz. Im Turm der St.-Andreas-Kirche haben Turmfalken seit mindestens zehn Jahren ihren Horst. Hoch oben, an der letzten Luke des Turms. Schon vor einigen Jahren war ein junger Wanderfalke von dort heruntergefallen.

Seitdem sich vor dem Horst ein Brett befindet, war das nicht wieder passiert. Bis zum vergangenen Samstag. Passanten, die helfen wollten, alarmierten Polizei und Feuerwehr. Die Tierretter von der Feuerwehr brachten den jungen Wanderfalken nach Rautenberg zu dem Falkner Günter Metz, der sich des jetzt 915 Gramm schweren Vogels annimmt. Bis dessen Muskulatur so stark ist, dass er fliegen und sich selbständig ernähren kann.

Wie aber soll man sich nun verhalten, wenn man einen jungen, scheinbar hilflosen Wanderfalken entdeckt? „Dort lassen, wo man ihn findet“, sagt Alistair Hill, der Vorsitzende des Ornithologischen Vereins zu Hildesheim (OVH). Wenn der Vogel sich auf der Straße oder mitten auf dem Fußweg befindet: „Etwas höher setzen.“

Im Falle des Wanderfalken vom Andreasplatz hätte sich dafür eines der dortigen Flachdächer angeboten. „Dort gibt es etliche Dächer, auf die man Vögel setzen kann.“ Die Altvögel hätten sich weiter um ihren Nachwuchs gekümmert. Oder wie es Metz ausdrückt: „Viele Menschen verstehen nicht, dass die Jungvögel auch außerhalb des Horstes von den Altvögeln weiter gefüttert werden.“ Ganz wichtig aber sei, betont Hill: „Jungvögel nicht mit nach Hause nehmen.“ Nebenbei: Wer Kontakt zum OVH aufnehmen möchte, kann das am besten per Internet über info@ovh-online.de.

Warum der junge Wanderfalke heruntergefallen ist? „Jungtiere können nicht auf der Leiste landen“, Hildesheim. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Zugegeben: Wie verhält man sich, wenn man auf einer Bank einen jungen Wanderfalken sieht, der offenbar aus dem Horst gefallen ist? So geschehen kürzlich am Andreasplatz. Im Turm der St.-Andreas-Kirche haben Turmfalken seit mindestens zehn Jahren ihren Horst. Hoch oben, an der letzten Luke des Turms.

Schon vor einigen Jahren war ein junger Wanderfalke von dort heruntergefallen. Seitdem sich vor dem Horst ein Brett befindet, war das nicht wieder passiert. Bis zum vergangenen Samstag. Passanten, die helfen wollten, Von Andreas Bode sagt Metz. „Die müssen landen können.“ Auf dem Brett, das vor dem Horst angebracht worden ist. Und: „Sie müssen stehen können und mit den Flügeln schlagen.“ Dadurch bauen sie die Muskulatur auf. Dass das bei dem jungen Falken auch geschieht, dafür sorgt Metz. Durch das Einfliegen. Das geschieht mittels eines Federspiels. Dabei handelt es sich um die Attrappe eines Beutetiers. „Der Wanderfalke ist ein reiner Flugjäger, er nimmt nie Aas“, erläutert Metz. Und: „Das Fangen einer Taube im Flug ist eine schwer erlernbare Sache.“

Im Falle des Jungfalken vom Andreasplatz sind sich Hill und Metz sicher: „Er wird es schaffen.“

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung