Blaukehlchen Blaukehlchen Mittelsäger Mittelsäger Steppenweihe Steppenweihe Eisvogel Eisvogel Gartenrotschwanz Gartenrotschwanz Osterberg Osterberg Wiesenweihe Wiesenweihe

Neuestes vom DDA 17.07.2017

Die Steppenweihe ist eine Vogelart der eurasischen Steppen und Halbwüsten. Bereits seit den 1990er Jahren wird aber ein deutlich zunehmendes Auftreten westlich der Brutgebiete festgestellt und mehrfach kam es zu individuenreichen Einflügen. Die letzten Bruten in Mitteleuropa liegen lange zurück. In Deutschland gab es in den 1950er Jahren die letzten Brutnachweise. Nun gelang in den Niederlanden ein neuer Brutnachweis und der erste jemals dort dokumentierte. Beeindruckende Aufnahmen sind in einem Youtube-Video zusammengefasst worden.Während Brutvogelkartierungen wurde im Mai erstmalig das Männchen in dem Gebiet in der Nähe von Groningen festgestellt. Bereits am nächsten Tag konnte das Nest in einem Wintergetreide-Feld gefunden werden. Der Verlauf der Brut wurde von Beginn an intensiv überwacht. Um die Jungvögel vor Prädatoren wie Steinmarder oder Fuchs zu schützen, wurde Mitte Juni ein Schutzzaun errichtet. Zu diesem Zeitpunkt fanden sich fünf wenige Tage alte Küken im Nest. Als die Wintergerste Anfang Juli geerntet wurde, waren zwei der jungen Steppenweihen bereits flügge, zwei weitere kurz vor dem Ausfliegen. Das fünfte Küken war bereits in einer frühen Phase der Brut eingegangen. Die vier weiblichen Jungvögel wurden mit schwarzen Farbringen markiert.

Die erfolgreiche Brut der Steppenweihen in den Niederlanden ist bemerkenswert. Die nächsten bekannten Brutplätze liegen rund 1700 Kilometer nordöstlich in Finnland. In Deutschland ist die Steppenweihe weiterhin ein seltener Durchzügler, doch zeigen einzelne Brutzeitbeobachtungen in den letzten Jahren, dass es möglicherweise auch hierzulande nach rund 70 Jahren vielleicht mal wieder zu einer Steppenweihen-Brut kommen könnte. © Martin Jordan

Mit dem Auftreten der Steppenweihe in Deutschland haben sich Stefan Stübing und Thomas Sacher in „Seltene Vögel in Deutschland 2011/12“ intensiv befasst.