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Neues vom DDA am 24.07.2017 mit Ergänzung vom 31.07.2017

Am 23. Juli übernachtete der Bartgeier „Durzon“ nördlich des Steinhuder Meeres. Wo hält er sich aktuell auf?

© LPO
Bereits im vergangenen Frühjahr hielt sich über einen längeren Zeitraum ein junger Bartgeier in Deutschland auf. Er konnte dabei in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen gesichtet werden. Die letzten Beobachtungen stammten von der Nordseeküste – eine für Geier gefährliche Gegend, da fehlende Thermik das Fliegen sehr kräftezehrend macht. Über das weitere Schicksal des unmarkierten und unberingten Bartgeiers ist nichts bekannt. Hoffentlich hat er es wieder zurück in die Alpen, sein vermutliches Herkunftsgebiet, geschafft. Die Wissenschaftler der Stiftung zur Erhaltung der Geier (VCF) waren damals sehr erfreut über die tolle Mitarbeit der Vogelbeobachter. Auf diese Weise ließ sich der Gesundheitszustand des Vogels aus der Ferne recht gut bewerten. Da der Geier damals auch häufiger fressend beobachtet wurde, war auf ein Einfangen verzichtet worden.

Nun wendeten sich französische Forscher mit einem Hilferuf an verschiedene deutsche Naturschutzorganisationen. Ein beringter, individuell gekennzeichneter und besenderter junger Bartgeier namens „Durzon“ aus einem Wiederansiedlungsprojekt im französischen Zentralmassiv ist derzeit auf Reisen und hält sich bereits seit einigen Tagen in Deutschland auf, nachdem er quer durch Frankreich und über Luxemburg, Belgien und die Niederlande geflogen war. Die letzte Ortung des erst sechs Monate alten Vogels stammt nun aus dem Großraum Steinhuder Meer. Dort hat er vom 23. Auf den 24. Juli in einem Wäldchen westlich von Eilvese bei Neustadt am Rübenberge übernachtet.

Die Kollegen vom französischen BirdLife-Partner LPO machen sich Sorgen um diesen noch sehr unerfahrenen Vogel und bitten um Hilfe, insbesondere Informationen zu Beobachtungen des Vogels und seinem aktuellen Gesundheitszustand. Wer den Bartgeier beobachten kann, wird gebeten sich dem Tier nicht zu nähern, um es nicht unnötig in Stress zu versetzen!

Wer den Bartgeier „Durzon“ entdeckt, kann sich umgehend (auf Englisch oder Französisch) direkt an den Geierforscher Raphael Neouze (E-Mail: raphael.neouze@lpo.fr) wenden. Alternativ oder gern zusätzlich ist auch eine Meldung über das Beobachtungsportal ornitho.de oder an den DDA möglich. Die Informationen werden dann umgehend an die französischen Experten weitergeleitet.

Mit dieser Nachricht sollen insbesondere Vogelkundler im Großraum Hannover sensibilisiert werden. Es ist jedoch auch denkbar, dass sich der Vogel mittlerweile bereits in einer anderen Region aufhält. Diese Nachricht darf und soll daher gern weiter verbreitet werden!
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Weitere Informationen zu Bartgeier „Durzon“

Neues vom 31.07.2018

Bild zur Meldung
Der junge Bartgeier „Durzon“ verdankt sein Leben sicherlich dem besonnenen Einsatz der Naturschützer.
© Thomas Brandt

Der besenderte junge Bartgeier, der sich für einige Tage in Deutschland aufhielt (vgl. DDA-News vom 24.07.2017), wurde inzwischen eingefangen. Naturschützer haben den Vogel am 24. Juli völlig durchnässt in der Nähe seines letzten Schlafplatzes (der zuletzt georteten Position) finden können. Er war flugfähig, doch offenbar so geschwächt, dass er es nicht aus eigener Kraft über die Baumwipfel der Lichtung hinweg schaffte.

Gemeinsam mit Kollegen der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen (WASS) und in Abstimmung mit den französischen Geierforschern wurde Durzon noch am gleichen Abend eingefangen, um in der Pflegestation wieder zu Kräften zu kommen. Der Vogel machte insgesamt einen gesunden Eindruck ohne äußerliche Verletzungen. Lediglich der Dauerregen der letzten Tage sowie möglicher Nahrungsmangel hatten dem unerfahrenen Vogel offenbar stark zu schaffen gemacht.

So schnell wie möglich soll Durzon nun in den rund 1000 Kilometer südwestlich gelegenen Naturpark der Grands Causses, sein Auswilderungsgebiet in Frankreich, zurückgebracht und dort erneut freigelassen werden.

Weitere Informationen

Am 06.08.2017 ist Durzon wieder in dem “Parcnational des Cevennes” nördlich von Montpellier