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Achtung: So sieht das Nest eines Eichenprozessionsspinners aus FOTO: EIKO LEITSCH

Nicht anfassen: der Eichenprozessionsspinner ruft allergische Reaktionen hervor

Von Kimberly Fiebig

Hildesheim. Sie gelten als äußerst hartnäckig und gefährlich: Eichenprozessionsspinner. Nun sind die Raupen, die vor allem Eichen und andere Laubbäume bewohnen, in einem Waldstück im Bockfeld auf einem Privatgelände gesichtet worden. In Wäldern sind sie als Pflanzenschädlinge bekannt – aber auch für Menschen stellen sie eine Gefahr dar. Der Eichenprozessionsspinner ist eine Wärme liebende Schmetterlingsart, die sich in den vergangenen Jahren aufgrund des Klimawandels in Deutschland weiter ausgebreitet hat. Für Menschen können sie zur Gefahr werden, weil sie allergische Reaktionen hervorrufen. In den Haaren der Raupen befindet sich ein Gift, das bei Hautkontakt zu juckenden Hautausschlägen und bei Einatmung zu Beschwerden der unteren Atemwege führt. Und das gilt auch für die Nester der kleinen Krabbler – sie rufen sogenannte Raupendermatitis (siehe Kasten) hervor. Deswegen warnt die Stadt Hildesheim nun ausdrücklich vor gesichteten Eichenprozessionsspinnern im Bockfeld. „Die Raupen und deren Nester sollten unter keinen Umständen angefasst oder beschädigt werden“, warnt Stephanie Biel von der Baumkontrolle Hildesheim. „Die giftigen Haare verfangen sich im Gespinst der Nester und wirken über Jahre reizend.“ Das bedeutet, dass die Nester auch ohne Raupen nicht berührt werden sollten. Bei Raupen- oder Nestkontakt rät das Niedersächsische Landesgesundheitsamt sofort einen Arzt aufzusuchen. Die Symtome können durch Medikamente gemildert werden. Eine besondere Gefahr besteht für Personen, die sich regelmäßig oder öfter im Wald aufhalten, wie Arbeitskräfte von Forst- oder Landschaftspflegebetrieben oder Haltern von Haus- und Nutztieren. Auch Anwohner von Waldgebieten mit Eichen sollten die Augen aufhalten. Die Stadt geht davon aus, dass es auch an anderen Stellen im Stadtgebiet Vorkommen des Eichenprozessionsspinners gibt. „Deshalb bitten wir die Bürger darum, uns Nester zu melden“, sagt Stadtsprecher Helge Miethe. Die Raupen würden dann nicht etwa getötet werden, sondern ihre Lebensbereiche im Stadtgebiet abgesperrt oder kenntlich gemacht werden.

Info: Wer Nester von Eichenprozessionsspinnern sieht, sollte das unter der Nummer 3013500 oder unter der E-Mail-Adresse tiefbau-gruen@stadt-hildesheim.de melden.

Anzeichen für eine Raupen-Dermatitis

·         Juckreiz, bei heftigem Kontakt starker Juckreiz

·         Schüttelfrost, Schwindel, in seltenen Fällen allergische Schockreaktionen

·         Bei starkem Kontakt verspürt amn anfangs ggf. sogar ein Prickeln, welchem nach wenigen Minuten die genannten Reaktionen folgen;

·         Viele Tage anhaltener Juckreiz der kleinen roten Schwellungen oder Quaddeln

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung 28.09.2018