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Vogelschützer gegen neuen Weg –

Aus der HAZ vom 29.08.2018
 
Der Hohnsensee aus der Vogelperspektive. Am unteren Rand ist der Beach zu sehen. 	 Archivbild: Chris Gossmann
Der Hohnsensee aus der Vogelperspektive. Am unteren Rand ist der Beach zu sehen. Archivbild: Chris Gossmann

Hildesheim. Fast 100 Vogelarten hat der Ornithologische Verein zu Hildesheim (OVH) im Umfeld des Hohnsensees ausgemacht. Etliche davon sind gerade im Winter, wenn der Badebetrieb auf der Jo-Wiese ruht, auf dem Sandstreifen am nordöstlichen Ufer zu finden. „Weil sie da ihre Ruhe haben, vor allem vor Hunden“, sagt Alistair Hill.

Doch mit dieser Ruhe könnte es bald vorbei sein, befürchten der OVH-Vorsitzende und seine Mitstreiter in dem Verein – nämlich dann, wenn die Stadt einen ufernahen Rundweg um den See anlegen lässt, wie er derzeit in der Diskussion ist. „Dann gibt es vielleicht einen neuen Weg, aber keine Wasservögel mehr“, erklärt Hills Vorstandskollegin Maren Burgdorf. Die Rundweg-Idee ist schon einige Jahre alt. Sie stammt vom Verein „Hildesheim blüht auf“. Ein Planungsbüro hat den Weg jetzt in den Vorentwurf für das Projekt „Zukunft Stadtgrün“ aufgenommen – wohl auch, weil es aus der Bevölkerung viel Zuspruch für den Vorschlag gab. Der Hohnsensee lässt sich bislang nur teilweise direkt am Ufer umrunden, am Nord-Ende ist kein Durchkommen: Wer hier unterwegs ist, muss einen großen Bogen um das Jo-Bad-Gelände schlagen.

Der Vorentwurf sieht nun eine neue Schneise vor, die am Überlaufbecken in Höhe der DLRG-Hütte beginnt und am Ufer entlang auf die andere Seite führt. Und damit durch jenen Bereich, in dem sich in den Wintermonaten nach Beobachtungen des OVH Hunderte von Wasservögeln tummeln. „Da sind Schwäne, Kormorane, Gänse, Enten , sogar Möwen“, berichtet Hill. Die Tiere dürften allerdings dort kaum noch zu finden sein, wenn dort regelmäßig Menschen unterwegs sind, prophezeien die Vogelschützer. Nach deren Angaben weiß die Stadt von der Artenvielfalt am See: Der Verein habe ihr eine Liste zukommen lassen, versichert Hill. Der und seine Mitstreiter warnen das Rathaus auch vorsorglich vor Eingriffen am Südufer, vor allem an den geschützten Röhrichtzonen dort. Vorsorglich, weil sowohl der Rundweg als auch andere „Zukunft-Stadtgrün“-Ideen für den See noch längst keine beschlossene Sache sind – was Burgdorf weiß, da sie einem begleitenden Arbeitskreis der Stadt für das Projekt angehört.

Doch ihr und Hill geht es darum, den Anfängen zu wehren – auch mit Blick auf das Geld. Insgesamt stehen für „Zukunft Stadtgrün“ vier Millionen Euro zu Verfügung, das Gebiet umfasst neben dem Hohnsensee alle Wall-Anlagen und den Ehrlicher Park. Der OVH frage sich, ob die Mittel dort nicht besser eingesetzt wären als für einen teuren neuen Rundweg, der noch dazu der Vogelwelt schade.

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung