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Aus der HAZ vom 21.03.2019

Die Stadt will ihre Grünanlagen in den kommenden Jahren umgestalten lassen – das beschäftigt auch zahlreiche Hildesheimer

Kein Sitzplatz mehr vorhanden: Der Lüntzel-Saal ist am Dienstagabend gut gefüllt.	Foto: Christian Harborth

 
 
Kein Sitzplatz mehr vorhanden: Der Lüntzel-Saal ist am Dienstagabend gut gefüllt. Foto: Christian Harborth

Hildesheim.Das Interesse, bei der anstehenden Gestaltung von Hildesheims Grünanlagen mitzureden, ist gewaltig. Allein rund 150 Bürger folgten am Dienstagabend dem Aufruf der Stadtverwaltung, ihre Anregungen im Roemer-und-Pelizaeus-Museum (RPM) einzubringen. Die Stadt hatte mit deutlich weniger Menschen gerechnet. „Uns lagen nur 30 Anmeldungen vor“, erklärte Stadt-Planungsamtschefin Sandra Brouër zu Beginn des Abends.

Die Stadt will den Hohnsensee und die historischen Wallanlagen – ein immerhin 42 Hektar umfassendes Gebiet – wie berichtet in den nächsten Jahren für 4 Millionen Euro umgestalten lassen. Ein Großteil des Geldes stammt aus Fördertöpfen des Bundes und des Landes. Was mit dem Geld passieren soll, darüber sollen zum Teil auch die Bürger mitbestimmen dürfen.

Viele der Menschen, die ihren Weg ins RPM gefunden hatten, brachten sich meinungsfreudig in die Diskussion ein. Nach einer Einführung von Landschaftsarchitektin Irene Lohaus vom Büro Lohaus und Carl aus Hannover diskutierten die Bürger in vier Arbeitsgruppen mit. Dabei wurde gleich zu Beginn deutlich, dass wohl die Mehrheit wegen des geplanten Wegs um den Hohnsensee gekommen war. Dieser fand kaum Zustimmung. Mehrere Bürger warben dafür, den Weg unangetastet zu lassen – vor allem, um die Natur nicht zu beeinträchtigen. Schon heute bräuchten Spaziergänger zudem nur zehn Minuten, um den kompletten See zu umrunden. „Ich verstehe nicht, wozu man da noch einen neuen Weg braucht“, sagte Dunja Diessel.

Auch Dieter Herrmann stellte einen neuen Weg in Frage. „Nur damit Spaziergänger in Sneakern und Stöckelschuhen um den See gehen können?“ Zu einem späteren Zeitpunkt sprach Herrmann auch Stadtbaurätin Andrea Döring direkt an. Er halte nichts davon, wenn die Planung ablaufe wie bei einem „Englischen Garten“. „Ich würde mich freuen, wenn Sie die Gestaltung mehr unter ökologischen Aspekten betrachten könnten.“

Im Vordergrund des Abends standen vier Einzelprojekte („Hohnsensee“, „Kehrwiederwall mit Sedanallee“, „Langelinienwall, Dyesgraben und Ernst-Ehrlicher-Park“ sowie „Liebesgrund und Seniorengraben“), aber mehrere Besucher waren auch gekommen, weil ihnen das Thema Grünpflege generell unter den Nägeln brennt. „Man sollte nicht nur neue Sachen planen, sondern sich vorab um spätere Pflege kümmern“, sagte etwa Silke Helmsen. Die derzeitige Grünpflege in Hildesheim halte sie für katas-trophal.

Die Stadt will die konkreten Vorschläge der Bürger jetzt zusammenstellen und anschließend im Internet veröffentlichen. Und nicht zuletzt sollen sie Grundlage für die politische Diskussion sein, die jetzt ebenfalls starten wird. © Hildesheimer Allgemeine Zeitung