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Neuhofs geplante Windriesen könnten noch scheitern. Ilde soll weitere Anlage kriegen. Und neuer Park bei Rössing nimmt nächste Hürde.

Aus der HAZ vom 28.03.2019

Noch drehen sich bei Neuhof fünf rund 110 Meter hohe Windräder. Wird die Änderung des Flächennutzungsplanes genehmigt und NWind realisiert sein Vorhaben, könnten dort vier Anlagen stehen, die mehr als doppelt so hoch sind, wie die jetzigen. Und unweit – auf Bockenemer Gemeindegebiet – soll der Windpark Klein Ilde ebenfalls um einen solchen Riesen erweitert werden. Auch dort läuft das Verfahren bereits. Wie auch für den möglichen neuen Standort Königsturm. Foto: Michael Vollmer HAZ-Grafik: Anja Brinkmann

Noch drehen sich bei Neuhof fünf rund 110 Meter hohe Windräder. Wird die Änderung des Flächennutzungsplanes genehmigt und NWind realisiert sein Vorhaben, könnten dort vier Anlagen stehen, die mehr als doppelt so hoch sind, wie die jetzigen. Und unweit – auf Bockenemer Gemeindegebiet – soll der Windpark Klein Ilde ebenfalls um einen solchen Riesen erweitert werden. Auch dort läuft das Verfahren bereits. Wie auch für den möglichen neuen Standort Königsturm. Foto: Michael Vollmer HAZ-Grafik: Anja Brinkmann

Neuhof/Ilde. Wenn es nach Firma NWind geht, drehen sich bei Neuhof bald die höchsten Windräder im Landkreis. 228 Meter sollen die an der höchsten Stelle messen, alleine die Nabenhöhe beträgt schon 160 Meter. Dort, wo NWind die Riesen errichten möchte, drehen sich bereits fünf Räder – allerdings deutlich kleinere. Die sollen für die Stahlgiganten abgerissen werden. Weil der alte Flächennutzungsplan der Gemeinde Lamspringe die großen Windkraftanlagen nicht ermöglichen würde, muss der entsprechend angepasst werden. Das Verfahren läuft bereits. Doch nach den ersten Naturschutzuntersuchungen könnte es mit einer Genehmigung schwierig werden. Denn dort, wo die Windräder stehen, haben Rotmilan und Schwarzstorch ihr Revier.

Bei einer Bürgerversammlung in Neuhof brachte Lamspringes Bürgermeister Andreas Humbert die interessierten Bürger am Dienstagabend auf den neuesten Stand der Entwicklungen. „Noch ist völlig offen, ob die Windräder gebaut werden können oder nicht“, so Humbert. Der Landkreis hat jeweils eine Fläche bei Evensen und Neuhof als Windkraftkonzentrationsflächen im Raumordnungsprogramm (ROP) festgeschrieben. Auf beiden Flächen stehen auch bereits Räder. Bei Evensen seit einiger Zeit auch bereits neue, größere Anlagen als ursprünglich. Das Genehmigungsverfahren war unproblematisch.

Anders in Neuhof. Dort hat das avifaunistische Gutachten, also jenes, das den Brutvogelbestand kartiert, ergeben, dass auf der Fläche 44 Brutvogelarten vorkommen. „Darunter 14 Arten von der Roten Liste“, erklärte Umweltgutachter Daniel Schneider. Rotmilan, Schwarzstorch, Feldlerche und Mäusebussard hätten dort beispielsweise ihr Revier. Dass die großen Räder den Bestand der Vögel deutlich reduzieren könnten, sei nicht ausgeschlossen. „Die Frage, wie signifikant die Erhöhung des Tötungsrisikos wäre, muss am Ende der Landkreis im Rahmen des Genehmigungsverfahrens treffen“, so Humbert.

Heißt: Obwohl der Kreis den Standort Neuhof als Konzentrationsfläche festgeschrieben hat, könnte der aus Naturschutzgründen scheitern. „Damit könnte der Landkreis in einer Zwickmühle stecken“, sagt Stadtplaner Michael Keller, der die Gemeinde in dem Verfahren begleitet. Doch noch sind die NWind-Pläne nicht vom Tisch. Denn zum einen ist das abschließende Umweltgutachten erst in Arbeit. „Zum anderen gibt es einige Ausnahmen“, erläuterte Schneider. Zum Beispiel, wenn die großflächigere Betrachtung des Areals um Neuhof ergebe, dass die Vogelarten auch außerhalb der vorgesehenen Fläche in hohem Maße vorkommen.

Vom Tisch scheint aber, dass NWind die vier Anlagen auf zwei Flächen verteilen könnte (zwei nördlich der Straße nach Ilde, zwei südlich davon). „Die nördlich geplanten würden zu dicht am Windpark Evensen stehen“, sagt Keller. © Hildesheimer Allgemeione Zeitung