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Aus der LDZ vom 25.06.2020

Die Schwalben sind aus ihren Winterquartieren zurück und ziehen wieder um unsere Häuser. Doch es sind immer weniger dieser eleganten Vögel, die in unseren Dörfern und Städten in den Sommermonaten durch die Luft jagen.Mehl- und Rauchschwalben sind in ihrem Bestand bedroht. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Nahrungsmangel durch das Insektensterben, fehlendes Baumaterial für die Nester durch versiegelte Bodenflächen, fehlende Brutplätze und zerstörte Nester. Dabei können Menschen ihnen ganz einfach „unter die Flügel“ greifen: Blühstreifen und Brachflächen schaffen neuen Lebensraum für Insekten, extra angelegte Lehmpfützen bieten

Baumaterial und künstliche Nisthilfen lassen sich problemlos an Häusern oder in Ställen anbringen. Um die Verschmutzung der Hausfassade durch Kot zu vermeiden, können einfache Kotbretchen an der Hauswand befestigt werden. Der Ornithologische Verein zu Hildesheim dokumentiert seit Jahren die Brutplätze der Mehlschwalben. Im vergangenen Jahr hatte der OVH Naturinteressierte in Stadt und Landkreis Hildesheim aufgerufen, Nester der Mehlschwalben zu melden: 77 Brutplätze konnten erfasst werden. Im Jahr 2018 waren nur 13 Brutplätze gemeldet.

Nun wendet sich der OVH erneut mit der Frage: „Wo sind Brutplätze der Mehlschwalben?“ an alle Naturfreunde. Mehlschwalben sind leicht zu erkennen. Der weiße Bürzel hebt sich kontrastreich von der sonst blauschwarzen Oberseite der Vögel ab. Der Schwanz ist nur leicht gegabelt. Die Körperunterseite ist fast weiß. Mehlschwalben sind Koloniebrüter. Sie bauen ihre Nester an den Außenseiten von Gebäuden. Als Baumaterial holen die Schwalben feuchten Lehm und Erde in kleinen Klümpchen aus Gewässerufern oder Pfützen.

Oft werden bei Sanierungsarbeiten Nester illegal entfernt. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind Mehlschwalben eine besonders geschützte Art, deren Nester auch nach Beendigung der Brutsaison nicht zerstört werden dürfen. Wer Schwalbennester entfernt, macht sich strafbar. „Falls die Sanierung unumgänglich ist, sollte man vor Beginn der Arbeiten mit der Unteren Naturschutzbehörde Verbindung aufnehmen“, teilt der OVH-Vorstand mit. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sind künstliche Nisthilfen anzubringen. Die Schwalben sollten in allen Dörfern und Städten Vorkommen.

Meldungen sind per Mail an schwalben@ovh-online.de oder telefonisch auf Band ansprechen unter 05121/6966529 möglich. „Wir benötigen die Anzahl der Nester, die Adresse des Gebäudes, an dem sich die Nester befinden und das Datum der Beobachtung. Geben Sie bitte auch Ihren Namen und Kontaktdaten an. Falls Sie feststellen konnten, ob es sich um Kunstnester oder um von den Schwalben gebaute Naturnester handelt, wäre dies auch einen wichtige Information“, so der OVH-Vorstand.