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Naturkundlicher Spaziergang mit dem Ornithologischen Verein Hildesheim

Aus der LDZ vom 24. Okt. 2020

Von Stefanie Woyciechowski

 

 

Alistair Hill erklärt den Teilnehmern der Exkursion unter anderem die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie den Jungvögeln             Foto WoyciechowskiRössing – Das mittlere Leinetal hat sich durch seine vielen Kiesteiche und Seen zu einem sehr attraktiven Rast- und Nahrungsgebiet für durchziehende und überwinternde Wasservögel entwickelt. Auch in Rössing lassen sich häufig schon aus kurzer Entfernung die geflügelten Gäste beobachten. Unter Leitung von Ornithologe Alistair Hill machte sich eine Gruppe zur Exkursion auf.

„Gestern habe ich 45 verschiedene Arten in diesem Bereich gesichtet. Es waren vor allem Singvögel wie Berg-finken, Zeisige oder Lerchen unterwegs. Es war ständig etwas am Himmel. Heute ist es windiger. Da bin ich gespannt, was wir sichten werden“, berichtete Alistair Hill den Teilnehmern der Exkursion. Auch mehrere 1000 Gänse hatte der Ornithologie am Vortag zwischen Rössing und Sarstedt beobachten können.

Oft lasse sich schwer unter- scheiden, ob sich die Vögel auf Nahrungssuche oder auf ihrem Zug befinden. Seit dem vergangenen Wochenende hat der Gänsezug eingesetzt. Neben den immer anwesenden Grau- und Nilgänsen sind auch Saat- und Blässgänse zu sehen, die aus ihren Brutgebieten – der skandinavischen und russischen Tundra – kommen.

Das Bild am Himmel kann sich von einem auf dem anderen Tag ganz anders aussehen“, erklärte Alistair Hill. Die Bestimmung und Erfassung, der einzelnen Arten erfordert hohe Konzentration. Furch das Hin und Her der nahrungssuchenden Gänse bleibt es häufig bei Schätzungen. Neben der Hilfestellung bei der Artenbestimmung würden auch die Unterscheidungsmerkmale zwischen Männchen und Weibchen, Jungvogel und erwachsenen Vogel erklärt. Durch Teleskope und Ferngläser liesen sich unter anderem Schnatterenten, Pfeifenten, Tafelenten, Reiherenten oder Haubentaucher in dem Gebiet um die Kiesteiche auf.

„Die Schnatterente könnte jetzt eigentlich brüten, bisher gibt es aber noch keinen Nachweis“, so Alistair Hill. Auffällig ist auch, wie sich die Populationen in den vergangenen Jahren verändert haben. So war die Schnatterente vor 20 Jahren beispielsweise noch ein seltener Gast in diesem Gebiet. Mittlerweile hat sie sich jedoch zur häufigsten Entenart im Winter entwickelt.

Bei der Vogelbeobachtung kommt es aber nicht nur auf den genauen Blick, sondern auch auf ein gutes Gehör an. „Vor allem die Singvögel tummeln sich meist in den Bäumen und Sträuchern“, so Alistair Hill.

Zu sehen bekamen die Teilnehmer auch Rotmilane und Großmöwen. Nachdem sich zu Anfang der Wanderung noch weniger Vögel zeigten, waren innerhalb der fast dreistündigen Exkursion immer mehr Arten zu sehen. So konnten schätzungsweise 100   Graugänse   und   über 1.000 Blässgänse gesichtet werden.

Die vergleichsweise schwache Teilnahme und Anmeldung zur Exkursion führt Alistair Hill auf die anhaltende Corona-Situation zurück. „Um Vögel zu beobachten, können die Menschen auch allein spazieren gehen. Wir merken diesen Rückgang ganz deutlich. Es ist schade“, so Hill.

© Leine Deister Zeitung