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Verein versichert, bei umstrittenem Mäheinsatz „alle geltenden Regeln beachtet“ zu haben

Vom Schilf am Hohnsensee ist nach den Arbeiten der Sportfischer nicht viel übrig. Doch das wachse schnell nach, meint der Verein.Foto: Chris Gossmann
VOM SCHILF AM HOHNSENSEE IST NACH DEN ARBEITEN DER SPORTFISCHER NICHT VIEL ÜBRIG. DOCH DAS WACHSE SCHNELL NACH, MEINT DER VEREIN.FOTO: CHRIS GOSSMANN

Es hat eine Woche gedauert. Doch wegen der Corona-Beschränkungen habe man sich nicht eher zu der Kritik an den Mäharbeiten am Hohnsensee äußern können, betont der Sportfischerverein. Nun aber bezieht der Klub Stellung zu den Vorwürfen des Ornithologischen Vereins (OVH), er habe das Schilf an dem Gewässer viel zu viel gekürzt.„Wir teilen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, fachlicher Vorgaben und langjähriger Erfahrung ausdrücklich nicht die Auffassung des OVH, dass der Schnitt am Hohnsensee nicht fachgerecht ist“, heißt es in einer Erklärung an die HAZ. Sowohl beim Zeitpunkt, dem Umfang als auch der Ausführung seien alle geltenden Regeln beachtet worden.

Allerdings gebe es in der Tat einen starken Kontrast zum vorherigen Zustand, räumt der Verein ein. Denn eigentlich müssten diese Arbeiten mindestens alle zwei Jahre erledigt werden, sie seien aber über viele Jahre versäumt worden. Schilf wachse jedoch extrem schnell, profitiere sogar von einem regelmäßigen Schnitt. Es werde daher schon in wenigen Monaten „wieder in voller Pracht vorhanden“ sein, sagen die Sportfischer voraus. Der OVH hatte dagegen moniert, die Halme hätten nur abschnittsweise gekürzt werden dürfen, wenigstens zwei Drittel hätten stehen bleiben müssen. Die Stadt hatte diese Kritik als berechtigt bezeichnet.

Diese hat offensichtlich doch Spuren bei dem Verein hinterlassen: Er kündigt in seiner Stellungnahme an, sich in Zukunft mit dem OVH „noch enger abzustimmen“. Nach Darstellung des OVH gab es diese Abstimmung zwar bisher nicht; der Social-Media-Beauftragte Dieter Herrmann bestätigte der HAZ aber, dass es wegen der Mäh-Kritik Gespräche gegeben und man vereinbart habe, in Kontakt zu bleiben.

Wie die Sportfischer ausdrücklich betonen, seien Schilfgürtel auch für sie im fischereibiologischen Sinne extrem wichtig. Sie freuten sich daher gemeinsam mit den Bürgern darauf, dass die neuen Halme „in kurzer Zeit“ wieder austrieben.

Der Verein hat nach eigenen Angaben mehr als 900 Mitglieder, diese müssten im Jahr jeweils sieben Stunden bei Einsätzen helfen. Man habe sich seit über 100 Jahren dem Natur- und Gewässerschutz verschrieben, der Verein leiste jedes Jahr ehrenamtlich mehr als 5400 Arbeitsstunden aktiv für die Gewässerpflege und den Naturschutz.

Mit vereinten Kräften und vereinseigenen Gerätschaften könne man Pflegemaßnahmen groß- und breitflächig ausführen. Dazu gehörten Anpflanzungen, die Schaffung von Strukturen unter Wasser, die den Fischen sichere Laichmöglichkeiten und Rückzugsorte vor Fressfeinden böten, das Sammeln von Müll, Fischbesatz, Artenschutzmaßnahmen, die Schaffung von Biotopen und die Regulierung von Pflanzen wie Brombeeren. Der Verein nutzte dabei neueste Erkenntnisse, er unterstütze regelmäßig die Stadt Hildesheim.

Verein räumt ein: Es gebe einen starken Kontrast zu vorher Sportfischer sind sicher: Schilfhalme trieben schnell wieder aus

Aus der HiZ vom 26 01 2021 © Hildesheimer Allgemeine Zeitung