Neues vom DDA am 03.08.2021

Die Bestände des Rebhuhns, früher ein häufiger Vogel unserer Agrarlandschaft, sind europaweit seit 1980 um 94 Prozent zurückgegangen. Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird das Rebhuhn inzwischen als stark gefährdet eingestuft. Untersuchungen zeigen, dass sich Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn auf zahlreiche Arten der Agrarlandschaft positiv auswirken können. Maßnahmen, die dem Rebhuhn nutzen, leisten daher einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung und Erhalt der Artenvielfalt in den Agrarlandschaften Deutschlands.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten, die Georg-August-Universität Göttingen und der Deutsche Verband für Landschaftspflege haben sich zusammengeschlossen, um dem Rebhuhn unter die Flügel zu greifen. Logo ProjektIm Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt werden dafür nun Akteure gesucht, die regionale und möglichst großflächige Projekte zum Schutz des Rebhuhns umsetzen möchten. Die Projektgebiete werden mittels eines Bewerbungsverfahrens ausgewählt und künftige Projektpartner zur Vorbereitung und Schaffung bestmöglicher Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen geschult. Die ausgewählten Projekte sollen dann in einem sechsjährigen Folgeprojekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt konkrete Maßnahmen zum Rebhuhnschutz in die Fläche bringen. Dabei werden die Erfolge der Maßnahmenumsetzung regelmäßig kontrolliert und die Ergebnisse in einem Leitfaden veröffentlicht.

Doch nicht nur das Rebhuhn profitiert von den Schutzmaßnahmen auch zahlreiche weitere Arten in der Agrarlandschaft können so gefördert werden, u.a. die Insekten. Daher wird im Rahmen des Projektes auch ein Augenmerk auf blütenbesuchende Insekten liegen.

Genauere Informationen zum Wettbewerb erhalten Sie unter www.rebhuhn-retten.deund in unserem Informationsflyer. Die Bewerbungsfrist ist der 31.08.2021. Sollten Sie noch Fragen zum Bewerbungsverfahren oder zum Projekt haben, können Sie sich an Dr. Eckhard Gottschalk wenden.

Das zweijährige Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ konzentriert sich zunächst auf die Analyse des verfügbaren Wissens zum Rebhuhnschutz und zielt auf eine bundesweite Vernetzung aller relevanten Akteure ab.

Wir als DDA arbeiten konkret an der Recherche und Auswertung aller verfügbaren Daten, ob aktuell oder historisch, regional oder lokal, zur Bestands- und Gefährdungssituation des Rebhuhns. Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Ihnen aktuelle oder historische Bestandsdaten zum Rebhuhn vorliegen, z.B. Revierkartierungen oder vollständige Beobachtungslisten für einzelne Gebiete. Die Bereitstellung Ihrer Daten wäre eine wertvolle Unterstützung unserer Auswertungen!

Zusätzlich ist die Etablierung einer “AG Rebhuhnschutz” geplant, in dem Wissenschaftler und Akteure mit aktuellen oder auch schon abgeschlossenen Rebhuhnschutzprojekten zusammenkommen können, um ihr bestehendes Wissen und ihre Erfahrungen miteinander zu teilen, um so den Schutz des Rebhuhnes weiter voranzubringen.

Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie mit Mitteln des Landes Niedersachsen durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz, des Bayerischen Naturschutzfonds, der Manfred-Hermsen-Stiftung sowie des Deutschen Falkenordens e.V. gefördert.

Deutschlandfunk-Interview mit Dr. Eckhard Gottschalk: „Rebuhn Retten – Vielfalt fördern

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