Rekordteilnahme an Wissenschaftsprojekt – jetzt suchen die Teilnehmer Moose

Aus der HAZ vom 18.12.2025

Von Andrea Hempen

Das Stein-Goldhaar-Moos wächst auf Srein der Beton. Foto: Privat

Der Ornithologische Verein zu Hildesheim (OVH) hatte zu Beginn des Jahres Naturinteressierte aufgerufen, sich an der Aktion BioBlitz zu beteiligen. Ein BioBlitz ist eine Naturschutz-Aktion, bei der in einer Region in einem bestimmten Zeitraum so viele Arten wie möglich bestimmt werden sollen. Dafür machen die Teilnehmenden mit ihren Smartphones Fotos von Lebewesen und laden diese über eine App hoch. Die Bestimmung der fotografierten Arten erfolgte ursprünglich durch Fachleute, heute funktioniert sie zunehmend mittels künstlicher Intelligenz. Aus dem Landkreis beteiligten sich zahlreiche Naturfreunde an der Aktion, nun folgt am Ende des Jahres ein weiterer Aufruf.

Im Kreis Hildesheim sind der OVH und der Igelschutz Hildesheim Partner für den BioBlitz, beide Initiativen sind sehr zufrieden mit der Teilnahme. Noch bevor die diesjährige Aktion zu Ende geht, steht fest: Noch nie wurden so viele Arten beobachtet wie in diesem Jahr. Die Bilanz bis Anfang Dezember: 3172 Arten, darunter 427 Nachtfalterarten, 279 verschiedene Käfer, 221 unterschiedliche Fliegen und Mücken. Das ist schon jetzt die höchste Anzahl seit der Teilnahme des OVH am BioBlitz. Es gab bislang 21.227 einzelne Beobachtungen, 642 naturinteressierte Menschen haben mitgemacht.

Der BioBlitz ist ein Versuch, in einem bestimmten Gebiet und während eines bestimmten Zeitraums so viele Arten wie möglich – Pflanzen, Pilze und Tiere – nachzuweisen. Zum Endspurt des BioBlitz 2025 unter dem Motto „Arten-Olympiade 2025“ ruft der OVH nun dazu auf, den Moosen auf die Spur zu gehen. Auch wenn sich manche Funde dieser Artengruppe nur mikroskopisch sicher bestimmen lassen, können einige Arten mit der zu Observation.org gehörenden App „ObsIdentify“ bestimmt und gemeldet werden. Alle Beobachtungen werden von Fachleuten geprüft. Moose können zwar das ganze Jahr beobachtet werden, aber sie leuchten derzeit mit ihrem satten Grün vor den kahlen Bäumen, sodass sie gut zu finden sind. Moose sind in der Regel klein und wachsen relativ langsam. Sie gedeihen an Felsen und Bäumen, im Wald, in Mooren, aber auch in Grünflächen. Torfmoose zum Beispiel wachsen in nährstoffarmen, sauren Habitaten wie Hochmooren. Es gibt weltweit etwa 16.000 bekannte Moosarten.

Das Spannende an diesem bürgerwissenschaftlichen Projekt ist, dass alle Menschen mitmachen können. Jeder kann auch ohne Vorkenntnisse helfen, Erkenntnisse über die bedrohte Artenvielfalt in Deutschland zu gewinnen. Die gemeldeten Daten auf Observation.org stehen zur Erstellung Roter Listen der gefährdeten Arten oder auch für die Naturschutzarbeit vor Ort zur Verfügung. Außerdem fließen sie in internationale Auswertungen ein.

Am 31. Dezember endet die länderübergreifende Sammlung und die Auswertung beginnt. Veranstalter der Aktion sind das LWL-Museum (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) für Naturkunde in Münster, das Haus der Natur in Salzburg und das Naturmuseum Solothurn (Schweiz).

Für Interessierte stehen Informationen zu dem Projekt „Arten-Olympiade 2025“ auf der Webseite bereit:
www.arten-olympiade.lwl.org | www.bioblitze.lwl.org

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung