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Beschädigung von Lebensraum im NSG „Mittlere Innerste mit Kahnstein“ zwischen Heinde und Astenbeck

Aus der Hildesheimer Presse Jan 2020

Landkreis HILDESHEIM. Der Ornithologische Verein zu Hildesheim e.V. (OVH) bezieht sich in einer Presseerkläung auf Arbeiten im Naturschutzgebiet zwischen den Hochwasserdämmen und der Innerste. Hier soll es zu einem starken Eingriff gekommen sein, der nicht im Einklang mit dem Naturschutz zu rechtfertigen ist. Auch die Aussage, dass der OVH vorab informiert wurde und einverstanden bamit gewesen sei, wies der OVH zurück.

Hier die Presseerklärung im Wortlaut:

Vor Jahresende fand ein starke Eingriff entlang der Innerste von Heinde bis Astenbeck statt. Die gesamte Fläche zwischen den Hochwasserdämmen und der Innerste ist beiderseits des Flusses abrasiert worden. Dies in einem Naturschutzgebiet das Teilweise Betretungsverbot unterliegt und wo es unter Anderem ganzjährige Leinepflicht für Hunde gibt. Es ist nicht verwunderlich, dass dies bei vielen Bürger auf Unverständnis führt. Hier hätte man auch die Öffentlichkeit besser vorher informieren können.

Das Naturschutzgebiet „Mittlere Innerstetal mit Kahnstein liegt in den Landkreisen Hildesheim, Wolfenbüttel und Goslar, zwischen Heinde und Langelsheim. Dies umfasst sowohl das Europäische Vogelschutzgebiet „Innerstetal von Langelsheim bis Groß Düngen“ wie auch das FFH Gebiet „Innerste-Aue (mit Kahnstein)“.

Verschiedene Naturschutzziele werden damit umfassend erfasst. Zum einen werden die Bruthabitate, Zuggebiete und Überwinterungsgebiete im Rahmen der EUVogelschutzverordnung, mit besonderen schutzwürdigen Vögeln vom Aussterben geschützt. In den FFH Richtlinien werden alle anderen bedrohten Lebewesen geschützt.

Die Vorschriften werden in der Naturschutzverordnung Verordnung Naturschutzgebiet „Mittlere Innerstetal mit Kahnstein. von 15.09.2008 zusammengefasst.

In § 2 der Verordnung wird aufgeführt, welche Arten zu Schützen sind: insbesondere die Lebensräume von Mittelsäger, Wasserralle, Schwarzstorch, Rohrweihe und Eisvogel. Dabei wird besonders die Erhaltung oder Wiederherstellung des Erhaltungszustands der Habitate hervorgehoben.

Die Vorgaben für das FFH Gebiet betonen die Erhaltung von bestimmten Insekten, Pflanzen, Pflanzengesellschaften insbesondere Schwermetallrasen (Violetalia calaminariae), großen Beständen charakteristischer Pflanzenarten der Schwermetallrasen wie Hallers Grasnelke, Hallers Schaumkresse und Frühlings Miere, einschließlich der typischen Tier- und sonstigen Pflanzenarten.

Alle diese Ziele sind in einem Flussbett, wie das der Innerste, auch mit den Belangen des Hochwasserschutzes in Einklang zu bringen. Das heißt, bei Hochwasser soll die Flut frei abfließen können. Eine sehr schwierige Aufgabe. Maßnahmen zum Hochwasserschutz sind in dem Abschnitt Astenbeck bis Heinde ohne Berücksichtigung des Naturschutzes in den letzten Wochen durchgeführt worden. In der Verordnung wird in §4 Freistellungen klargestellt, dass Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Absprache und mit Genehmigung der Naturschutzbehörde durchgeführt werden können.

In Jahr 2019 haben Ornithologen des OVH Begehungen entlang der Innerste, auch zwischen Heinde und Derneburg, im Rahmen eines Monitoring Projekts durchgeführt. Es sind Reviere der Mittelsäger festgestellt worden und im Spätsommer haben die seltenen Enten ihren Jungvogel an den Derneburger Teiche großgezogen. Diese sensible Art braucht im Bereich der Nester viel Deckung um Schutz vor Feinden, aber auch vor Hunde und Störung durch Menschen zu haben. In den Schilfflächen kommen auch viele andere Tiere und Insekten vor. Dickicht und Schilfbestende bieten auch in den Wintermonaten für viele Tiere Deckung und Schutz. Auch Insekteneier und Puppen überwintern in den Gräser. Entlang der Innerste sind natürlich unerwünschte Tiere vorhanden. Beispiele sind eingewanderte Tiere wie Nutria, Bisamratte, Waschbär und einheimische wie der Rotfuchs. Diese Tiere haben auch so gut wie keine einheimischen Feinde. Dies bekämpft man nicht durch entfernen des Schilfes, sondern mit gezielten jagdtechnischen Maßnahmen.

Es wird in der Öffentlichkeit berichtet, dass der OVH an diesen Maßnahmen beteiligt gewesen ist und, dass die Maßnahme mit unserer Billigung durchgeführt wurde. Dem ist nicht so. Wir Naturschützer praktizieren die Pflege von Lebensräumen und wir verstehen wohl, dass der Schutz von Tieren und Pflanzen nur mit Hilfe von Pflegemaßnahmen zu erreichen ist. Diese Maßnahmen müssen maßvoll durchgeführt werden und das berücksichtigen, was für das Wohl der Lebensräum einzelner Lebewesen notwendig ist.

Ja, die Hochwasserschutzflächen zwischen den Dämmen und der Innerste müssen gemäht werden. Einige der wunderschönen, aber absturzgefährdeten Weiden an dem Ufer müssen auch entfernt oder gestützt werden. Es kann aber nicht angehen das man auf eine 6 km Strecke alles auf einmal abgemäht und entfernt. Es handelt sich nicht um Wirtschaftsflächen oder Äcker, sondern um Schutzgebiete mit europaweiter Geltung. Wir sind gerne bereit unser Fachwissen, vor Allem unsere Kenntnisse über den aktuellen Stand, einzubringen.

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Aktualisierte Informationen über Einflüsse der Windenergienutzung auf Vögel

Neues vom DDA am 13.01.2020

Bild zur Meldung
Allein das Kapitel zum Rotmilan umfasst zehn Seiten und mehr als 60 Literaturquellen
© Udo Lieke

Im Auftrag der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW) dokumentiert die Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg bundesweit die Verluste von Vögeln und Fledermäusen an Windkraftanlagen. Zudem führt sie eine Zusammenstellung internationaler Fachliteratur zu den Konflikten zwischen Vogelschutz und Windkraftnutzung. Nach genau einem Jahr gibt es wieder ein Update dieser Unterlagen, das auf https://lfu.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.312579.de verfügbar ist. 
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Vogelkundler telefoniert mit Wintergoldhähnchen 30 Menschen treffen sich zum „Naturkundlichen Spaziergang“ auf dem Nordfriedhof – eine App hilft, die Vögel anzulocken

30 Menschen treffen sich zum „Naturkundlichen Spaziergang“ auf dem Nordfriedhof – eine App hilft, die Vögel anzulocken

Blick nach oben: Die Teilnehmer des naturkundlichen Spaziergangs beobachten Wintervögel auf dem Hildesheimer Nordfriedhof Foto Michael Bormann

Von Michael Bormann

Hildesheim. Zu einem „Naturkundlichen Spaziergang“ hatte der Ornithologische Verein zu Hildesheim (OVH) eingeladen. Es versammelten sich knapp 30 Teilnehmer am Nordfriedhof, um auf den Spuren der Wintervögel zu wandeln. Angestrengt lauschen die Spaziergänger schon kurze Zeit später unter anderen den Stimmen von Blau- und Kohlmeisen, Buchfinken oder Amseln und beobachten sie auch mit ihren Ferngläsern. Begrüßt wird die Gruppe eingangs von Petra Pahl, Vorstandsmitglied des OVH. mehr lesen…

OVH Adventsspaziergang

Gleich gehts los! Foto: A. Hill

(PP)Am 01. Adventssonntag lud der OVH zu einem naturkundlichen Spaziergang an den Hohnsensee ein. Frost und Nebel hatten eine Winterlandschaft gezaubert und als später die Sonne schien, konnte es schöner nicht sein. Über 40 Naturbegeisterte kamen zusammen, so dass wir uns in 2 Gruppen aufteilten. Eine Gruppe ging um den Hohnsensee, die andere marschierte in Richtung Ernst-von-Ehrlicher-Park.

Was gibt es denn zu sehen? Foto: A. Hill

Und was seht Ihr? Foto: A. Hill

Auf und am See konnten wir zahlreiche Wasservögel wie Blässhühner, Stockenten, Zwerg- und Haubentaucher sowie Graugänse und Graureiher beobachten. Reiherenten tauchten immer wieder nach Nahrung.  Kormorane trockneten mit ausgebreiteten Flügeln ihr Gefieder nach ihren Tauchgängen. Aus den Bäumen und Büschen riefen Misteldrosseln, Schwanzmeisen und Rotkelchen.

Nach zwei Stunden waren alle Teilnehmer erfüllt mit Eindrücken der schönen Beobachtungen am Ausgangspunkt zurück. Wir freuen uns auf das nächste Mal am 05.01. 2020 auf dem Hildesheimer Nordfriedhof.

Stadt Hildesheim gestaltet Grünanlagen naturnah

HILDESHEIM. Die Stadt Hildesheim ist Ende September als eine von 14 Kommunen mit dem Label „StadtGrün naturnah“ für ihre vorbildliche naturnahe Gestaltung von Grünanlagen ausgezeichnet worden. Das Label wurde vom Projektbüro „Stadtgrün naturnah“ vergeben, das sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“ und der „Deutschen Umwelthilfe“ zusammensetzt. Beworben hatten sich insgesamt 57 Kommunen.

Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer nahm das Label heute vom hiesigen Arbeitskreis entgegen, dem unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von Naturschutzverbänden, der Uni Hildesheim, des Bistums Hildesheim, des Vereins Arbeit und Dritte Welt, der Verwaltung und der Lokalpolitik angehören. Der Oberbürgermeister bedankte sich für das Engagement des Arbeitskreises und betonte die Bedeutung der naturnahen Gestaltung von Naturräumen mit Blick auf das Artensterben, gegen das man etwas unternehmen müsse: „Dass wir das in der Stadt Hildesheim sehr vorbildlich tun, wird mit dieser Auszeichnung bewiesen.“ Die Auszeichnung zeige zudem, dass die Kritik an der städtischen Grünflächenpflege an vielen Stellen nicht ganz berechtigt sei, auch wenn außer Frage stünde, „dass wir an vielen Stellen natürlich noch besser werden können und wollen.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden es sich aber – beispielsweise wenn ein Baum gefällt werden muss – alles andere als leicht machen. Wenn die Stadt an der einen oder anderen Stelle zugunsten eines Projekts auch einmal gegen die Natur agieren müsse, werde an anderer Stelle entsprechend in höherer Qualität für Ausgleich gesorgt. „Wir wollen in drei Jahren mindestens Silber wiederholen“, blickte Dr. Meyer abschließend auf die Rezertifizierung des Labels voraus.

Die Zertifizierung der Stadt Hildesheim als naturnahe Stadt gilt zunächst für drei Jahre. In dieser Zeit werden Maßnahmen, die im Arbeitskreis des Labels erarbeitet wurden, umgesetzt. Hierzu gehört zum Beispiel eine extensive Wiesenpflege, die Aussaat von gebietsheimischem Blühpflanzensaatgut, eine weitere Steigerung der Artenvielfalt im Baumbestand und eine Verbesserung der Strauchpflegemaßnahmen, um Lebensräume für Tiere zu erhalten. Weiter sollen die Rückgewinnung und Extensivierung von Ackerrandstreifen aus städtischen Flächen vorangebracht werden. Die Reaktivierung eines verlandeten Altarms der Innersten am „Mühlengraben“ ist ebenso ein Ziel. Bereits umgesetzt sind zum Beispiel die Anlage weiterer Blühflächen in Bavenstedt, Am Schwarzen Weg und die Einsaat von 1.000 Quadratmetern Hochflurstauden an Gewässerufern der Innerste, Großer Venedig und dem Kupferstrang in der Nähe des Phoenixgeländes. Begleitet wird das Projekt von einem Studiengang der HAWK Hildesheim (Fakultät Gestaltung, Professor Andreas Magdanz) zur Dokumentation der Entwicklung von Blühflächen im Stadtgebiet von Hildesheim.

„Menschen brauchen Grünflächen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Gesundheit und Zufriedenheit von Menschen höher ist, wenn sie näher an Grünflächen leben. Besonders Kinder können dort ihren Drang nach Entdeckung und Abenteuer ausleben sowie heimische Pflanzen und Tiere beobachten“, so Ralf Severith (Stadt Hildesheim, Baumkontrolle). „Werden innerstädtische Grünflächen naturnah gepflegt, profitieren auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das Label „StadtGrün naturnah“ bietet hierzu Impulse und Unterstützung: Eine Vor-Ort-Beratung durch das Bündnis und der Austausch mit den weiteren Teilnehmenden helfen bei der Planung und Umsetzung konkreter Maßnahmen. Kostenlose Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit sollen auch die Bürgerinnen und Bürger für mehr Natur in der Stadt begeistern“, ergänzt Stephanie Biel (Stadt Hildesheim, Kommissarische Leiterin Grünflächenpflege), die die Auszeichnung gemeinsam mit Ralf Severith Ende September in Bonn entgegengenommen hatte.

Weitere Informationen zur Auszeichnung finden sich hier:

https://www.stadtgruen-naturnah.de/Fachkongress/

https://www.stadtgruen-naturnah.de/teilnehmende/hildesheim/

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Fotos: Stadt Hildesheim

OVH Spaziergang durch den Andrea-Hilse-Park

Die Stimmung ist gut: einige Teilnehmer des OVH Spaziergangs Foto: B. Scharfenberg

(PP)Einen überwältigenden Zuspruch fand unser naturkundlicher Spaziergang in Burgstemmen. Fast 50 Naturinteressierte trafen sich am 03.11.19 und unternahmen einen Spaziergang durch den Andrea-Hilse-Park. Auf dem gut 2-stündigen Rundgang staunten die Teilnehmer, wieviel es in der Natur vor Ihrer Haustür zu entdecken gibt. Gleich zu Beginn zogen einige Blässgänse über uns hinweg. Wir sahen Eisvogel, Gimpel, Rot- und Wacholderdrosseln sowie Rotmilan und Sperber. Der perlende Gesang der zahlreichen Rotkelchen war unser ständiger Begleiter.

Herzlichen Dank an alle, die dabei waren! Unser nächster Rundgang findet am 01.Dezember am Hohnsensee statt.

Naturkunde mit dem OVH

Mit dem OVH am Kehrwiederwall Foto: B. Scharfenberg

(PP)“Tüüt tüüt” schallt es laut am Kehrwiederwall: Gartenbaumläufer rufen! Am Sonntag, 06.10.2019 hatte der Ornithologische Verein zu einem naturkundlichen Spaziergang in Hildesheim eingeladen. Der Weg führte uns durch den Kehrwiedergrund, entlang des Kehrwiederwalls und durch den Ernst-Ehrlicher-Park. Bei schönem Herbstwetter gab es viel zu sehen und zu hören. So konnten wir Kleiber kopfüber am Baumstamm hinunterlaufen sehen, den leisen Rufen der winzigen Sommer- und Wintergoldhähnchen lauschen und zwei prächtig gefärbte Eisvögel auf überhängenden Zweigen an einem Teich beobachten.

Bis zum nächsten Mal am 03.11.19 im Andrea-Hilse-Park in Burgstemmen!

Wasservogelzählung 2020/2021

Blässgänse im Flug Foto: A.Hill

Die Bestimmung von Wasservögeln gehört zu den reizvollsten Aufgaben der Vogelkunde. Im Rahmen des Monitorings der Wasservögel an den Kiesteichen im Leinetal bieten Dr. Johannes Laufer und Alistair Hill eine Reihe von Wanderungen an. Das Monitoring wird im Rahmen der nationalen und internationalen Wasservogelzählung des DDA durchgeführt.

Die Zahlen der überwinternden Gastvögel sind sowohl von der Witterung wie von dem Wasserstand der Teiche abhängig. Die Wanderungen werden diesen Bedingungen angepasst und können sowohl an den Teichen in Nordstemmen und Rössing oder an der Giftener-Seenplatte stattfinden.

Der OVH bietet bei diesen Exkursionen eine Einführung in die Bestimmung der Wasservögel. Neben Hilfestellung bei der Artbestimmung werden die Unterscheidungsmerkmale zwischen Männchen und Weibchen, Jungvogel und adulten (erwachsenem) Vogel erklärt. Teleskope und Ferngläser stehen zur Verfügung.

Die Führungen finden jeweils am 2. oder 3. Sonntag im Monat statt: 18.10.20, 15.11.20, 13.12.20, 17.01.21, 14.02.21 und 14.03.21

Die Veranstaltungen sind offen für alle Interessierten. Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich, auch Kinder sind willkommen. Wir empfehlen festes Schuhwerk und warme Kleidung. Die Teilnahme ist kostenlos, wir freuen uns aber über Spenden für unsere Naturschutzarbeit.

Eine Anmeldung ist erforderlich, um Treffpunkte abzusprechen:

Alistair Hill – 0172 5400743 oder ahill@ovh-online.de oder Dr. Johannes Laufer – 05121 4083627

Exkursionen zu den Wasservögeln im Leinetal

Wintergäste zwischen Nordstemmen und Rössing

Eine Gänseschar bei Nordstemmen: zu sehen sind Bläss-, Saat- und Nonnengänse Foto: A. Hill

Aus der LDZ vom 11.10.2019

Der Ornithologische Verein zu Hildesheim e.V. lädt ein zu einer Reihe von Exkursionen zu den Kiesteichen bei Nordstemmen, Rössing. Die Leitung übernehmen die Ornithologen Alistair Hill und Johannes Laufer. Die erste Führung findet am Sonntag,13. Oktober 2019 statt, Beginn ist um 09:00 Uhr auf dem Parkplatz des Sportplatzes Rössing, zwischen Rössing und Nordstemmen an der Straße L410.

Das mittlere Leinetal hat sich durch die vielen Kiesteiche und Seen zu einem sehr attraktiven Rast- und Nahrungsgebiet für durchziehende und überwinternde Wasservögel entwickelt. Dort kann man die Gäste häufig aus kurzer Entfernung beobachten. In den kommenden Wochen werden hunderte Entenvögel und tausende Gänse erwartet. Neben den immer anwesenden Grau- und Nilgänsen sind Saat- und Blässgänse zu sehen, die aus ihren Brutgebieten der skandinavischen und russischen Tundra kommen. Unter den Entenarten sind u.a. Schnatter- und Pfeifenten, Reiherenten, Tafelenten und Gänsesäger zu beobachten. Es gibt auch immer wieder Überraschungsgäste. mehr lesen…

Hunderte neue Häuser am Wasserkamp:

Kommt der Naturschutz unter die Räder?

Ein Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hat, erwartet bei einer Bebauung des Itzumer Wasserkamps keine Nachteile für das nahe Schutzgebiet Am roten Steine. Naturschützer widersprechen. Das Gutachten habe Defizite.

Von Marita Zimmerhof

Hildesheim. Wenn der Wasserkamp als Baugebiet freigegeben wird, könnten südwestlich der Marienburger Straße auf 35 Hektar bis zu 600 neue Häuser entstehen, so die Pläne der Stadt. Problem nur: Im Südwesten grenzt das Gelände auf einer Länge von einem Kilometer an das 87 Hektar große Faunen- und Florenhabitat (FFH) „Beuster“, zu dem entlang der Innerste auch das Naturschutzgebiet „Am roten Steine“ gehört. Das umfasst in etwa den Flussabschnitt nördlich von Marienrode bis südlich des Lönsbruchs.

HAZ-Grafik Anja Brinkmann, maps4news/©here Quelle Stadt Hildesheim

FFH-Gebiete stehen unter strengem Schutz der EU: Wann immer in ihrem Umfeld in die Landschaft eingegriffen wird, muss zuvor geprüft werden, ob geschützte Areale und die darin lebenden Tiere und Pflanzen davon berührt werden könnten. Im konkreten Fall bedeutet das: Hat es auf das Naturschutzgebiet rechts und links des Innerste-Ufers überhaupt keine Auswirkungen, wenn direkt daneben plötzlich ein neues Stadtviertel mit Licht- und Lärmquellen und jeder Menge Verkehr und Bodenbewegung entsteht? mehr lesen…

Mit dem OVH in die Gronauer Masch

In der Gronauer Masch, Foto: K. Rinne

(PP)Am 01. September 19 führte uns unser naturkundlicher Spaziergang in das NSG Gronauer Masch. Die Teilnehmer erfuhren allerlei Wissenswertes über das Gebiet in der Leineniederung. Seit 1981 gehören Teile der Fläche der Paul-Feindt-Stiftung. Von großer Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt sind die unterschiedlichen Lebensräume, die sich hier aneinanderreihen. So finden wir Teiche, Verlandungszonen, Röhricht und Feuchtwiesen. Von Beobachtungsturm aus, dem s.g. Ententurm konnten wir den Blick über die Polderflächen schweifen lassen. Einige beobachteten sogar einen Seeadler bei der Nahrungssuche.

Mit dem nächsten Termin starten wir ins Winterhalbjahr 2019/2020. Wir treffen uns um 10:00Uhr in Hildesheim am Weinberg/Ecke Renatastraße vor dem neuen Tor zu einem Rundgang über den Kehrwiederwall und durch den Ernst-Ehrlicher-Park.

Vögel der Schweiz geht Online

Neues vom DDA am 21.08.2019

Digitales Infosystem „Vögel der Schweiz“ mit Brutvogelatlas 2013-2016 kostenlos verfügbar

Die Schweizerische Vogelwarte präsentiert auf ihrer Website www.vogelwarte.ch in der Datenbank „Vögel der Schweiz“ die mehr als 400 Vogelarten der Schweiz im Detail. In der komplett überarbeiteten und modernisierten Datenbank können nun Arten auch direkt miteinander verglichen werden. Zudem ist nun die gezielte Recherche mit Filtern möglich. Jedes Porträt der 210 Brutvögel der Schweiz wird von den neuesten Informationen über den Zustand und die Bestandsentwicklung der Art aus dem Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016 begleitet. Über 2000 neue Karten und Grafiken komplettieren die Porträts und präsentieren die Verbreitung, Häufigkeit und Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz in bislang unerreichter Präzision.

 

OVH erkundet die Kläranlage

Ein naturkundlicher Spaziergang auf dem Gelände der Kläranlage? Das ist ein ungewöhnliches Ziel!

Mit dem OVH auf dem Gelände der Kläranlage Foto: B. Scharfenberg

(PP)Fast 40 Interessierte nahmen am 04.08.19 unsere Einladung an und waren überrascht, wie viel es dort zu entdecken gibt. Unser Ziel war der Schönungsteich, der einer Vielzahl von Enten als Brutgebiet dient. So konnten wir auch eine Tafelente und viele Reiherenten mit ihrem Nachwuchs entdecken. Uferschwalben jagten über dem Wasser nach Insekten. Gut getarnt riefen Teichrohrsänger aus dem Schilfgürtel. Sehen konnten wir sie allerdings nicht. Auch abseits der Wasserfläche gab es einiges zu sehen wie Bachstelzen, Grünspecht, Gartenbaumläufer und Stieglitze.

Wissenswertes zur Kläranlage erläuterten uns Frau Oelker und Herr Krüger von der SEHi. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei unserem nächsten Rundgang am 01.09.19. Dann geht es in die Gronauer Masch

Uferschnepfe fliegt in 55 Stunden Rekordzeit vom Dummer ins Überwinterungsgebiet and der Niger Mündung in Mali

Neues vom Dachverband am 31.07.2019

Eine junge Uferschnepfe namens „Christiansieneson” hat die mehr als 4.100 Kilometer vom niedersächsischen Dümmer ins afrikanische Überwinterungsgebiet, das Innere Nigerdelta in Mali, in Rekordzeit und quasi in einem Rutsch geschafft. Das ergab die Auswertung eines Satellitensenders, den der Jungvogel als eine von 25 Uferschnepfen im Rahmen des LIFE-Projekts „Wiesenvögel” erhalten hatte. Für die Betreuung des Projekts ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) verantwortlich. Seit 2018 wurden am Dümmer im Rahmen des LIFE-Projekts „Wiesenvögel” 25 Uferschnepfen mit Satellitensendern ausgerüstet. Sie sind mit fünf Gramm äußerst leicht und werden wie ein Rucksack getragen.

Anders als die meisten seiner Artgenossen flog „Christiansieneson” die Strecke ohne längere Zwischenstopps und nahm auch nicht die „klassische” Zugroute anderer Sendervögel. Noch am 15. Juli wurde der Jungvogel zur Mittagszeit im Brutgebiet geortet, am 16. Juli überflog er bereits Algerien. Knapp 55 Stunden nach seinem Aufbruch am Dümmer erreichte er schließlich das Innere Nigerdelta in Mali. „Christiansieneson” flog damit durchschnittlich 74 Kilometer pro Stunde.

Auf dem Zugweg und im Brutgebiet senden die Sender Informationen zur Raumnutzung als Mauser-, Schlaf- oder Sammelplatz und zeigen die Bedeutung der unterschiedlichen Rastgebiete auf. Basierend auf diesen Daten möchte das Projektteam auch Anhaltspunkte zu Gefährdungen außerhalb Deutschlands gewinnen. Auf einer Web-basierten Karte unter http://www.wiesenvoegel-life.de/kingofthemeadow.html können die jeweils aktuellen Aufenthaltsorte in „Echtzeit” nachverfolgt werden.

Die Auswertung der 2019 im EU-Vogelschutzgebiet Dümmer mit Satellitensender ausgestatteten Vögel zeigt, dass diese deutlich später als die 2018 besenderten Artgenossen aus dem Brutgebiet abziehen. „Dies ist nicht einfach zu erklären und kann unterschiedliche Gründe haben. Möglich wären aber eine gute Nahrungsverfügbarkeit, durch gezielte Aufstauung lange überflutete Flächen, die im trockenen Sommer ein gutes Rast- und Nahrungsgebiet darstellen oder weniger Störungen durch Prädatoren“, sagt Christopher Marlow, Doktorand von der Universität Oldenburg, der die Sendervögel im Auftrag des LIFE-Projekts untersucht. Gezeigt hat sich außerdem, dass die diesjährigen Tiere keinen Stopp in den niederländischen Rastgebieten einlegten, völlig anders als im Vorjahr. Woran dies liegt, darüber kann bisher nur spekuliert werden, möglicherweise hat dies mit dem längeren Aufenthalt im Brutgebiet zu tun. Zukünftig erhofft sich Heinrich Belting, Projektleiter des LIFE-Projekts „Wiesenvögel” und Mitarbeiter des NLWKN in der Naturschutzstation Hüde, eine noch intensivere Kooperation mit den niederländischen Kollegen, um solche Zusammenhänge besser erklären zu können.

Die anderen besenderten Jungvögel rasten aktuell noch in Westfrankreich und Spanien. In diesen Gebieten, darunter der Nationalpark „Coto de Doñana” in Südspanien, rasteten auch ein Großteil der 2018 und 2019 besenderten Altvögel. Die Satellitendaten zeigen außerdem, dass die Uferschnepfen in geeigneten Rastgebieten über einen Monat Zwischenrast einlegen können, bis sie weiterfliegen. Die meisten Langstreckenzieher legen je nach Situation Stopps ein, um die verbrauchten Fettreserven zu erneuern und um zu ruhen. In der Nacht wird dann der Vogelzug wieder aufgenommen.

Quelle: Pressemitteilung NLWKN, 26.7.2019

Weitere Informationen

 

Wieder Angriff von Bussard?

Ochtersum: Student von Vogel attackiert

Ochtersum. Ein großer Vogel hat am Samstag in Ochtersum erneut einen Mann attackiert. Der 24-Jährige kam mit einer blutenden Kopfwunde davon. Warum das Tier angriff, ist unklar.

Der Maschinenbaustudent war gegen 11.30 Uhr im Theodor-Bötel-Weg unterwegs, als er plötzlich einen harten Schlag gegen den Hinterkopf spürte. „Es fühlte sich so an, als wenn mir jemand mit einem Stock auf den Kopf schlägt“, berichtet er der HAZ.

Aus den Augenwinkeln bemerkte er dann einen großen Vogel, der eine Runde flog und ein weiteres Mal angriff. Ob es sich wie bei den Fällen, die sich vor wenigen Wochen in der Nähe abgespielt hatten, ebenfalls um einen Bussard handelt, kann er nicht mit letzter Gewissheit sagen. „Aber von der braun-weißen Färbung des Gefieders her würde das schon passen.“

Der junge Mann machte sich auf den Weg ins Bernward Krankenhaus, um die Wunde versorgen zu lassen. Eine Freundin berichtete ihm später, dass es in der Umgebung schon mehrfach Attacken gegeben habe. cha

HAZ vom 01 07 2019

Anmerkung PP: Vögel verteidigen gerade in der Zeit der Jungenaufzucht ihren Brutplatz. Dies ist ein natürliches Verhalten, welches dem Schutz der Jungen dient. Angriffe erfolgen nicht aus heiterem Himmel. Der seinen Nistplatz oder seine Jungen verteidigende Vogel wird zunächst Warnrufe ausstoßen und/oder Scheinangriffe fliegen. So wird dem Eindringling die Möglichkeit zum Rückzug gegeben. Wir Menschen sollten daher während dieser Zeit besonders aufmerksam sein. Kommt es zu einer Attacke, sollte man sich langsam zurückziehen. Verzichten Sie auf Musikhören per Kopfhörer, um den warnenden Vogel rechtzeitig zu bemerken und tragen Sie eine Kopfbedeckung.