Vom Polarkreis zum Winterurlaub an die Leine
Nicht nur Gänse sind jetzt bei Sarstedt zu Gast: Viele gefiederte Besucher von Kornweihe über Merlin bis zum Raubwürger
Sarstedt (tw). Im Winterhalbjahr ist die Gegend rund um Sarstedt alle Jahre wieder eine Touristenhochburg. Nun ja, für menschliehe Besucher wohl weniger - dafür umso mehr für tierische: Auf und an den Seen der Leineaue zwischen Koldingen und Giften tummeln sich jetzt vor allem viele Wildgänse. In der vergangenen Woche bevölkerten Hunderte von ihnen eine Grünfläche zwischen Sarstedt und Schliekum, am folgenden Tag waren sie wieder ein Stück weitergezogen. Vielleicht durch einen Störfaktor der Zivilisation aufgeschreckt, vielleicht durch eine andere Nahrungsquelle angezogen.
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Foto Wedig
Ungezählte Kiebitze und Kraniche sind im Herbst über das Hildesheimer Land gezogen, haben hier gerastet und sind wieder gestartet. „Sie sonnen sich längst in Spanien", berichtet Hobby-Ornithologe Siegfried Beuger schmunzelnd. Der Ahrberger kennt die Vogelwelt rund um Sarstedt wie kaum ein anderer. Und gerade durch den Vogelzug bleibt diese Welt immer spannend - weil das Vogel-Vorkommen ständig wechselt. Die Graugänse, die ohnehin in der Leineaue leben, neigten in den eher milden Wintern der vergangenen zwei Jahrzehnte dazu, auch in der kalten Jahreszeit hier zu bleiben. In dieser Zeit bekommen sie Gesellschaft aus fernen Gefilden: Wildgänse legen zum Teil Tausende von Kilometer aus Nordosteuropa zurück, neben Graugänsen auch Bläss- und Saatgänse. Sie steuern Deutschland sogar von der Insel Nowaja Semlja jenseits des Polarkreises an. Die langgezogene Teichlandschaft im Westen, von Sarstedt bietet ihnen Rastplätze und genügend Nahrung - obwohl die Landwirte der Region diese eher für menschliche Kundschaft ausgesät haben als für gefiederte Nulltarif-Nutznießer. Durch milde Winter ist das Wildgans-Vorkommen der Gegend seit Anfang der 1990er Jahre so stark gewachsen, dass Bauern schon von einer Plage sprechen.
Die Gänse von den Feldern zu vertreiben, nütze allerdings gar nichts - da ist sich Beuger mit dem Sarstedter Vogelbeobachter Dieter Goy einig: Dann ziehen die Gänse ein paar Acker weiter und müssen dort umso mehr fressen, weil sie durch den Stress des Aufgescheuchtwerdens mehr Kalorien verbrauchen. Der Einzige, der die Wildgänse im Winter noch aus dem Hildesheimer Land vertreiben kann, ist Väterchen Frost. Wenn die Teiche zufrieren und eine Schneedecke über den Feldern liegt, ergreifen sie die Flucht und starten in Richtung Südwesten, manchmal nur bis zum Niederrhein, manchmal bis an den Atlantik.
Beuger und Goy finden indessen die Vogelwelt der Heimat auch im Winter spannend, wenn viele heimische Arten anderswo überwintern. Dafür kommen schließlich die Gäste. Und bieten Höhepunkte für jeden Ornithologen: den Suchflug der Kornweihe oder den rasanten Jagdflug des Merlins - der kommt aus dem nördlichen Eurasien hierher, wenn der heimische Baumfalke längst ins südliche Afrika ausgerückt ist. Mit etwas Glück ist bei Sarstedt auch der Rauhfußbussard als weiterer Wintergast aus dem hohen Norden zu beobachten - oder der amselgroße Raubwürger. Auch Trupps von Sing- und Höckerschwänen steuern Niedersachsen dann aus dem Norden an.
Ein bisschen Glück gehört schon dazu, bestimmte Wintergäste in der freien Landschaft anzutreffen. „Schließlich ist die Natur kein Zoo", sagt Siegfried Beuger. Doch wenn er nach seinen Beobachtungs-Spaziergängen mal ohne nennenswerte ornithologische Ergebnisse zurückkommt, sieht er es trotzdem positiv: I „Dann bin ich wenigstens zwei, drei Stunden an der frischen Luft gewesen."
© Hildesheimer Allgemeine Zeitung
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Aufruf des WWF Österreichs gegen der Abholzungsfreigabe in Amazonas Im Amazonas erstreckt sich das größte Regenwaldgebiet der Erde. Noch. Denn die brasilianische Regierung plant den Kahlschlag im ganzen Land. Gigantische Sojaplantagen und Weideflächen für Rinder sollen die Wirtschaft weiter ankurbeln. Der Countdown läuft bereits. Brasilien ist kurz davor, Millionen Hektar zur legalen Rodung freizugeben. Darüber hinaus ist eine Amnestie für mehrere Millionen Hektar illegal gerodeter Waldfläche geplant. Das hieße: Statt die Aufforstung voranzutreiben, wird die kriminelle Waldzerstörung einfach hingenommen. Bedroht sind 76,5 Mio. Hektar Regenwald – eine Fläche so groß wie Deutschland, Österreich und Italien zusammen. Die Folgen wird die ganze Welt spüren: 28 Mrd. Tonnen CO2 würden freigesetzt - so viel wie Deutschland in drei Jahrzenten ausstößt. Und: Das Gesetz wäre verantwortlich für die beispiellose Zerstörung der biologischen Vielfalt Brasiliens. Nun liegt es in den Händen der brasilianischen Präsidentin. Nur sie kann die Katastrophe noch verhindern. Bitte helfen Sie uns dabei, der brasilianischen Präsidentin einen Brief mit den notwendigen Forderungen zukommen zu lassen. Senden Sie jetzt rechts auf dieser Seite eine Protest-E-Mail an Präsidentin Dilma Rousseff!
Kommentar (AH) Hier kann kein Naturschutzer sich zurück lehnen. Die Entscheidung der Regierung in Brasilien letztes Wochenende, das Abholzen komplett freizugeben ist viel verehrender als die Ergebnisse des UN Umweltkonferenz in Durban. Der Amazonas ohne Wald kann nur einen Bruchteil der bisherigen CO2 Menge verarbeiten. Ein Regenwald ohne Wald, wird zum Areal ohne Regen. Überschwemmungskatastrophen (siehe Thailand) werden aber trotzdem ein Resultat sein weil nichts vorhanden sein wird um die Wassermengen aus den Anden aufzufangen. Noch sehr viel schlimmer wird der Artenverlust sein. Nicht nur Arten aus den Neotropen werden verschwinden, es wird ein massiver Verlust Nearktischer Überwinterer geben. Millionen von Nordamerikaner überwintern in den Amazonas. Wann Brasilien dies durchzieht werden Peru, Ecuador, Venezuela, Bolivien nach folgen. Welches Teufel auf den Rücken der Politiker in Brasilia gesprungen sind wies man nicht aber das Ganze stink nach Korruption. Machen Sie bitte mit loggen Sie sich über dem Link rein und schicken Sie Ihren Mail nach Brasil http://www.wwf.at/sos-regenwald?utm_source=newsletter12-2011&;;utm_medium=email
Die „Stunde der Wintervögel“ 2012Bundesweite Mitmachaktion vom 6. bis 8. Januar![]() Schwanzmeise
Es ist ganz einfach: Sie beobachten die gefiederten Freunde bequem in Ihrem Garten oder vom Balkon aus und melden dem NABU, was Sie innerhalb einer Stunde entdecken konnten. Vom 6. bis 8. Januar ist es wieder soweit – machen Sie mit! Der NABU Niedersachsen wünscht schon jetzt viel Spaß dabei. Werden bei der Schwesteraktion „Stunde der Gartenvögel“ im Mai des Jahres die in Niedersachsen brütenden Arten gesucht, stehen im Januar jene Piepmätze im Blickpunkt, die auch bei Schnee und Kälte bei uns ausharren. Neben den Standvögeln, also denjenigen, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Bei Nahrungsengpässen tauchen in manchen Wintern in riesiger Zahl auch Seidenschwänze oder Erlenzeisige bei uns auf. Seit 2011 liefert die Aktion nun in ganz Deutschland Erkenntnisse über die Vogelwelt – und natürlich möglichst vielen Menschen Freude an der Naturbeobachtung. http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdw/sdw2012/14310.html Anmerkung: (AH) Machen Sie hier mit es wird Spass machen. Alle Vögel die man vom Haus aus sehen kann - sollen gemeldet werden. Diese Aktion ist wie die "Christmas Bird Count" des Audubon Gesellschaft in den USA einzustufen. Dort machen hundertausende mit, so dass die erhaltene Zahlen aussagefähig sind. Wann Sie mit machen geben Sie Ihre Meldungen auch in ornitho.de ein.
PRESSEINFORMATION November 2011 Fachsitzung mit einer digitalen Bildpräsentation von Alistair Hill; Thema: „In der Coto Donana - Von Flamingos und Reihern in den Sumpfen Andalusiens“ und die Rolle des National Parks bei der Gründung des World Wide Fund für Nature „WWF“ vor 60 Jahren am November 18. 1961 Gaststätte „Zum Osterberg“, 29. November 19:30 Vor 60 Jahre war das Gebiet noch im Besitz einer Gruppe von Spanischen Aristokraten. Der Zugang des privaten Jagdgebiets war strikt kontrolliert. Das Resultat war, dass das Jagdrevier zu einem der letzten Zufluchtsorte für eine ganze Reihe von gefährdeten Vögeln und Säugetiere würde. Eine Gruppe Britische, Französische, Amerikanische und Spanische Naturkundler haben in den fünfziger Jahren drei Expeditionen in dem Gebiet gemacht und die Ergebnisse in einem Bestseller publiziert. Das Francoregime plante das Gebiet trocken zu legen und mit Eucalypten auf zu forsten. Die Forschergruppe konterte und gründeten, zusammen mit anderen Interessierten, die WWF. Mit bedeutenden Sponsoren und Förderer wie den Prinzen Philip und Bernhard, gelang es, das Kerngebiet zu kaufen und das Franco Regime dafür zu gewinnen, das Gebiet zusammen mit umliegenden Bereichen unter weitläufigem Schutz zu stellen.
Flamingotango in den Marismas del Rocìo © Hill Hill berichtet über die Ergebnisse zweier Reisen in diesem Mündungsgebiet des Guadalquivirs. Dort überwintern abertausende Gäste aus Nord und Mitteleuropa, Graugänse, Kraniche, Schwarzstorch, Rotmilane aber auch Rosaflamingo und vieles anderes mehr. Zu den Brutvögeln zählen Purpurhuhn, Marmelente, Rallenreiher, Brauner Sichler, Kammbläßhuhn, Brachschwalbe, Cistensänger, Heckensänger. Bilder von diesen und viele andere Arten werden gezeigt. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Gäste sind willkommen. Eintritt kostenlos. |



