Waldrapp_RSPB

Die britische Partner des NABU die RSPB zeigt auf ihrem Internetseite Interessantes über den Waldrapp. Es wird berichtet von einer Schenkung einiger Wögel durch die Türkische Regierung an das Waldrapp Programm Syriens. 5 Vogel sind mit GPS Tracking ausgestattet worden. Die Wanderung der Vogel kann man im Internet verfolgen.

http://www.rspb.org.uk/wildlife/tracking/northernbaldibis/

 

Flatterhaft beim großen Auftritt

Kleine Star der Europäischen Nacht der Fledermäuse hat für den Weg in die Freiheit ein Gramm zugenommen

Hildesheim (cwo). Sie war der kleine Star der Europäischen Nacht der Fleder­mäuse im Magdalenengarten: die Bartfle­dermaus, die sich vergangene Woche in ein Hildesheimer Schuhgeschäft verirrte und anschließend beim Nabu-Regional­beauftragten Karsten Passior in Nord­stemmen aufgepäppelt wurde. Als der Naturfreund sie am Sonnabend wieder in die Freiheit entließ, waren knapp 50 Be­sucher dabei. Und andere Fledermäuse, versteht sich. Trennungsschmerz schien Passior aber nicht zu empfinden, als er das Tier mit Hubert Ingelmann in den feuchten, un­terirdischen Bunker setzte, der den Tie­ren als Winterquartier dient. Seine Frau Anja, die dem Flattertier Mehlwürmer, Fliegenlarven und Bienenmaden kre denzt und so das Gewicht der matten Pa­tientin von vier- auf fünfeinhalb Gramm gehievt hatte, sei sogar erfreut über den Abschied, sagte Passion „Diese kleinen Bartfledermäuse sind nämlich äußerst leb- und wehrhaft/' Deutlich pflegeleich­ter sind da schon die Zwergfiedermäuse, die sich tot stellen, wenn sie sich in Ge­fahr wähnen. Einer Bartfledermaus fiele das nicht ein.

Noch 18 Arten von Fledermäusen gibt es in Niedersachsen, und wer wissen will, ob sich einer dieser „Untermieter" in den Spalten oder Hohlräumen auf dem Dach oder in der Fassade seines Hauses nieder­gelassen hat, ist in der Regel auf Kot an­gewiesen. Die Passiors hatten die Fleder­maus-Ausscheidungen prompt in einem Margarinebecher mitgebracht, und Anja Passior  demonstrierte,   wodurch sich Mauseköttel von Fledermausdung unter­scheiden lassen: Was die Flattertiere auscheiden, lässt sich spielend leicht zwi­schen Daumen und Zeigefinger zerbröseln. „Mit Wasser verdünnt ein perfekter Blumendünger", sagte sie.  Und noch mehr: Unters Mikroskop gelegt, offenba­ren sich in den Exkrementen Fühler, Beinchen und Panzer von Insekten - und damit ein Blick auf den Spieseplan der Fledermäuse. Bei Mausohrfledermäusen schimmert der Auswurf bläulich, erläu­terte die Expertin: „Sie sind die einzigen, die sich Laufkäfer vom Boden holen"

 

 Bartfledermaus_Foto_Gossmann_HAZ_30082010

 

Vom Schuhhaus Görtz über Nordstemmen in den Bunker im Magdalenengarten: Da sitzt sie nun
in ihrer unterirdischen Rtae, die Bartfledermaus, die ganz unerwartet zum Star der Veranstaltung
geworden ist                                                                                                                                                             Fotos: Gossmann

 

Unermüdlich berichteten die Fleder­mausfreunde ihren Besuchern im Magda­lenengarten derlei Besonderheiten. Auch Ingelmann, der verriet, dass der Bunker mit 90-prozentiger Luftfeuchtigkeit und einer konstanten Temperatur von fünf Grad für viele Arten optimal sei. Dass in der Behausung noch nicht so viele Flat­tertiere „abhängen" wie gewünscht, ist auf ihre Quartiertreue zurückzuführen: Die Alten bleiben ihrer Winterresidenz treu ~ und die Jungen müssen den Bunker erst einmal finden. Ab August machen sie sich auf Erkundungsflüge, verriet Ingel­mann und lieferte eine Erklärung für den seltsamen Fledermausverkehr in Hildes­heims Geschäften.

 Karsten_Passior_HSZ_30082010_Foto_Gossmann

Fledermaus-Experte Karsten Passior zeigt sei­nen jungen Zuschauern, wo im Winter die Flat­tertiere herumhängen.

Dass die Tiere bei ihren Beuteflügen kaum sehen können, kam den Besuchern der Fledermausnacht am Ende sehr gele­gen. So nutzen die kleinen Flieger ein Ul­tra schall-Echoortungssystem. Sie stoßen Rufe aus, die von der Umgebung als Echo reflektiert und von den Fledermausohren wahrgenommen werden. Für den Menschen ist das normalerweise nicht zu hö­ren - es sei denn, er geht mit den Ultra­schall-Detektoren auf Tour, die die Pas­siors bei Einbruch der Dunkelheit an ihre Gäste verteilten. Und tatsächlich, kaum waren die Geräte auf Empfang gestellt, war es auch schon zu hören: „Tschick-platsch, tschick-platsch, tschiek-platsch4* - das irgendwie feucht klingende Ge­räusch des Abendseglers, Und dann tauchte er auch schon auf: ein stattliches Exemplar, das minutenlang über den Magdalenengarten flatterte.

Mehr Informationen zu den geschützten Fle­dermäusen gibt es im Internet unter www.na-bu.de* Ansprechpartner bei Fledermaus-Fun­den ist Karten Passior 050SO69/8060999

 

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung

 

 

 

Erhitzte Jungvögel fallen aus ihren Nestern

Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde nimmt keine mehr an/Experte besser ins Nest zurücksetzen

Kreis Hildesheim (cwo/r). Das heiße Wetter setzt offenbar immer mehr dem Vogel-Nachwuchs zu: Das Nabu-Arten­schutzzentrum Leiferde bei Gifhorn hat jetzt sogar schon einen Aufnahmestopp für einheimische Jungvögel verhängt. Aufgrund der heißen Witterung werden viele aus dem Nest gefallene oder ge­flüchtete Jungvögel in Leiferde abgege­ben, die dort vom Pflegeteam aufgepäp­pelt und versorgt werden müssen - eine riesige Arbeit, Grundsätzlich gilt aber, dass verletzte Wildtiere weiterhin vom NABU-Artenschutzzentrum aufgenom­men werden.

„Die vergangenen drei Tage haben uns 92 Neuzugänge beschert, bei 85 davon handelt es sich um nestjunge Vögel, die alle 20 Minuten von morgens 6 bis abends 22 Uhr versorgt werden müssen, das be­deutet über 4000 Fütterungen pro Tag zusätzlich“ sagte Bärbel Rogoschik, Lei­terin des Artenschutzzentrums. Unter den Pfleglingen sind aktuell zum Bei­spiel 60 Mauersegler sowie über 30 Mehl­schwalben.

Rogoschik erklärte: „Ein solch starkes Auftreten dieser Art von Notfällen gab es bei uns noch nie. Die Hitze setzt nicht nur den Menschen zu. Gerade ältere und jüngere Tiere können vielfach die Wär­me schlecht vertragen. Mauersegler nis­ten hauptsächlich an oder in mehrstö­ckigen Wohnhäusern, Kirchtürmen oder Fabrikgebäuden. Hohlräume unter den Dächern werden von ihnen gerne zur Jungenaufzucht genutzt. Die Hitze der vergangenen Tage führte aber dazu, dass sich die Dachboden sehr stark aufheizen und zahlreiche Jungvögel lieberden Weg ins Freie suchen, und dies, obwohl sie oftmals noch gar nicht fliegen können. „Gründliche Lüftung der Dachböden durch Öffnen der Fenster und Luken könne, gerade nachts, für ein wenig Ab­kühlung sorgen“, rät Rogoschik.

Auch zahlreiche Mehlschwalbennes­ter bröckeln von den Hauswänden. Hier aus ihren Nestern kann ein schnelles Aufhängen einer künstlichen Nisthilfe für Mehlschwal­ben an derselben Stelle Rettung für das Nest und auch für Jungvögel bedeuten.

Dieter Goy vom Ornithologischen Ver­ein zu Hildesheim (OVH) empfiehlt, die Jungvögel wieder ins Nest zurückzuset­zen. Das funktioniere aber nur bei er­reichbaren Nestern, etwa von Schwal­ben, „An die Nester von Mauerseglern kommen Sie schließlich kaum heran."  Das Heranpappeln der Findlinge sei in der Tat ein kaum zu schaffender Tages­job, sagt der Sarstedter Experte. Grundsätzlich sei es ohnehin ratsam, die Tiere - wenn sie bereits über Federn verfügen - höchstens vor Straßenver­kehr oder Katzen in Sicherheit zu brin­gen und ansonsten der Natur zu überlas­sen. „Die Eltern sitzen irgendwo in der Nähe und werden die Jungvögel weiter füttern» das ist gar kein Problem"

Neben den zahlreichen Jungvögeln und Säugern, die Tag und Nacht im Ar­tenschutzzentrum Leiferde versorgt werden, sind dieser Tage übrigens auch zahlreiche ausgesetzte Reptilien auf Hil­fe angewiesen. Sie sind allesamt in der Urlaubszeit ausgesetzt worden. Allein am vergangenen Dienstag nahmen die Leiferder Tierschützer drei Schildkrö­ten und eine Schlange als Fundtiere auf.

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung

 

Kinder bauen Fledermaus-Herbergen


Borsum (htw). Fledermäuse auf Quartiersuche: Die Nachtschwärmer brauchen dringend mehr Wochenstuben, in der sie ihre Jungen geschützt umsorgen können. Doch davon gibt es für die kleinen Säugetiere immer weniger. Anlass für Nina Lipecki und Jeanette Raulfs vom Verein für Naturschutz Borsumer Kaspel im OVH, Fledermauskästen selber herzustellen. Und zwar mit Kindern in einer Ferienpassaktion. Im Garten hinter dem Borsumer Jugendheim durften 16 Kinder eine Wochenstube aus Holz fertigen. Die Flach kastenbausätze aus acht verschiedenen Teilen unbehandeltes Lärchenholz hatten die beiden Naturschutzer Volker Lipecki und Dr. Matthias Gieska beschafft. Es wurde gebohrt, geschraubt und geleimt, was das Zeug hält. Alle Ritzen mussten fein säuberlich mit Holzleim verschlossen werden, da Fledermäuse keinen Zug im Kasten mögen. Die Innenseite der Wände war bewusst rau gelassen worden, damit die Fledermäusen sich mit den Krallen festzuhalten können. Zum Schluss wurde auf die Vorderseite der „Fledermaus-Herbergen" noch schwarze Fledermäuse aufgemalt, damit jeder weiß, um was für Kasten es sich handelt. „Jetzt locken wir damit die Fledermäuse wieder nach Borsum", freut sich Jan Niklas Meyer (8 Jahre). Die Naturschutz-Mitarbeiterinnen erzählten den Kindern auch Wissenswertes Uber die Fledermäuse: Sie „sehen" mit den Ohren, fliegen lautlos und hören und erzeugen Geräusche, die das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. „Nun bedürfen sie unseres Schutzes", ergänzte Raulfs. Als Sommerquartier könne deshalb auch ein selbstgebauter Fledermauskasten dienen. Er wird einfach an eine Hauswand befestigt. Mit dieser „Fledermaus-Herberge" könne jede Familie helfen, die pelzigen Säugetiere vor dem Aussterben zu bewahren, betont Lipecki.

© Hildesheimer Allgemeine Zeitung

 
Nächste Termine
September
Zum Kalender
Login



Forgot login?
Register