Aktuelles:
Orchideenvielfalt – von Frauenschuh bis Knabenkraut
Allein in den Sieben Bergen gedeihen 26 verschiedene Orchideenarten. Üppige Naturräume zeichnen das Hildesheimer Land aus.
Aus der Hildesheimer Allgemeine Zeitung von 5.Aug.2024
Von Andrea Hempen

Das Purpur Knabenkraut ist eine heimische Orchideenart Julia Wiesenmüller hat die blühende Pflanze entdeckt und fotografiert.
Die Hildesheimerin Julia Wiesenmüller hat die Natur für sich entdeckt. Seit sie einen Heilkräuterkursus besucht hat, streift sie mit einem anderen Blick, einem aufmerksameren, durch Wald und Flur. Dabei fallen ihr Schönheiten auf, die sie vorher nicht registrierte. Ein blühender Frauenschuh zum Beispiel oder das Purpur-Knabenkraut. „Am Galgenberg entdeckte ich den Fichtenspargel und am Dillsgraben bei Holle diese seltene Orchideenart“, berichtet Wiesenmüller begeistert. Über so viel Enthusiasmus freut sich Bernd Galland, Gründer der Paul-Feindt-Stiftung. „Der Frauenschuh ist ein hervorragendes Aushängeschild für den Naturschutz“, schwärmt der Mann aus Langenholzen. Der 81-Jährige erklärt, dass das Hildesheimer Land, von der Börde bis zu den Sieben Bergen, sehr üppige Naturräume beheimatet.
Allein in den Sieben Bergen mit dem Kalksteinboden gibt es 1800 Pflanzenarten. „Das ist eine ganze Menge“, sagt Galland. Er berichtet vom Messtischblatt, eine einst in Deutschland gängige Bezeichnung für die topografische Karte im Maßstab 1:25.000, auf dem verschiedenen Arten registriert werden. Derartige Quadranten mit allein 800 Arten gebe es sonst nur im Raum Göttingen und Northeim in Niedersachsen. „Wir leben hier in einer sehr besonderen Landschaft“, betont der Naturliebhaber. Die Karten werden regelmäßig aktualisiert.

Bernd Galland an seinem Arbeitsplatz Foto Chris Gossmann
Galland war gerade einmal 15 Jahre alt, als er begann, sich für Pflanzen- und Tierwelt zu interessieren. Er ist auch Mitglied im Ornithologischen Verein zu Hildesheim. Gehofft habe er, dass auch weiterhin junge Menschen sich für die Natur begeistern können. „Damals hatte der Ornithologische Verein 300 Mitglieder, die Hälfte davon war jugendlich“, erinnert sich Galland an seine Anfangszeit. Heute haben Mädchen und Jungen kaum Zeit, weil die Schule so einen großen Raum einnehme. Aber: Das Interesse der jungen Menschen an der Natur sei gewachsen. „Das ist toll, passiert aber nicht von ganz alleine“, sagt er und weist auf die Aktivitäten der Stiftung und des Vereines hin, an denen sich immer auch junge Menschen beteiligen.
In Gruppen für den Naturschutz zu arbeiten, sei eine feine Sache, mache Spaß und fördere den Zusammenhalt. Die Gruppen hätten eine Altersstruktur von Anfang 30 bis 93 Jahre. Gemeinsam pflegen sie Flächen, etwa auf einer Anhöhe im Schnakental bei Langenholzen. Auf dem Natura-2000-Gebiet, das nach EU-Recht geschützt ist, wachsen zahlreiche Orchideen, besonders der Mücken-Händelwurz. Wie Galland berichtet, gibt es in den Sieben Bergen bis zu 26 verschiedene Orchideenarten. Etwa das Helmknabenkraut, das Rote und das Weiße Waldvögelein.
Doch so schön diese Namen auch klingen, keine dieser Blumen ist so markant wie der Frauenschuh. Diese heimische Orchideenart, die ihre Blätter je nach Standort ab Ende April entwickelt, hat Blüten in Form einer kleinen Pantoffel – daher der Name. Frauenschuh wird bis zu 60 Zentimeter hoch, die Blüten entfalten sich in rot, orange, rosa, grün, gelb oder mehrfarbig. Das Purpur-Knabenkraut wird sogar bis zu 80 Zentimeter hoch. Naturfreundin Wiesenmüller ist jedenfalls gespannt, welche Schönheiten sie noch entdecken wird. Seit sie vor drei Jahren ihren Mischlingsrüden Sadness bei sich aufnahm, ist sie noch öfter im Wald unterwegs – mit offenen Augen für heimische Pflanzen.
Naturinteressierte sind willkommen, am Programm der Paul-Feindt-Stiftung und dem Ornithologischen Verein teilzunehmen.
© Hildesheimer Allgemeine Zeitung
Wo singt die Nachtigall?
Der Ornithologische Verein zu Hildesheim e.V. (OVH) bittet um Unterstützung bei der Erfassung der Nachtigall in Stadt und Landkreis Hildesheim.

Eine singende Nachtigall. Die Vögel sind optisch unscheinbar, bestechen aber durch ihren einzigartigen Gesang. Foto: Salvatore Bologna
HAZ 17.04.2024
Von Andrea Hempen
(PP) Auch in diesem Jahr ruft der Ornithologische Verein zu Hildesheim e. V. (OVH) alle Naturliebhaber in Stadt und Landkreis Hildesheim auf die singenden Nachtigallen zu zählen und zu melden. Die Erfassung der Nachtigallen durch den OVH hat Tradition. Bereits seit mehr als 70 Jahren wird diese Zählung auch mit Hilfe der Öffentlichkeit durchgeführt. Auf die Aufrufe des OVH haben in den vergangenen Jahren viele Zeitungsleser reagiert und sich an der Erfassung der Nachtigall beteiligt. Das Wissen, wo sich Nachtigallenreviere befinden, wächst mit jedem Jahr.
Der OVH dankt allen Aktiven für Ihren Einsatz in den vergangenen Jahren und bittet um Ihre Unterstützung in dieser Saison.
Warum ist gerade die Nachtigall so interessant?
Das wichtigste Ziel bei der Erfassung der singenden Nachtigallen ist es Daten zum Schutz ihres Lebensraums zu bekommen. Die Nachtigall steht stellvertretend für alle anderen Bewohner von Hecken und verbuschten Landschaften. Sie ist eine Leitart: Geht es der Nachtigall gut oder schlecht, kann das auf andere Vogelarten abgeleitet werden.
Darum ist es nicht nur wichtig zu erfassen, wo die Nachtigall singt, sondern auch, wo sie nicht mehr beobachtet werden konnte.
Die gemeldeten Standorte der singenden Nachtigallen müssen dafür genau erfasst und punktgenau in Karten eingetragen werden. Diese Daten können auf Anfrage an die Grünämter der Gemeinden oder an andere Interessierte weitergeleitet werden, um bei der Planung der Pflege der Grünflächen berücksichtigt zu werden. mehr lesen…
Verhaltensregeln für Mitglieder des OVH
Für alle Mitglieder des Ornithologischen Vereins zu Hildesheim e.V. sollte ein rücksichtsvolles Verhalten in der Natur selbstverständlich sein. Dies bezieht sich ausdrücklich nicht nur auf Naturschutzgebiete, sondern gilt generell überall dort, wo Vögel und alle anderen in der Natur vorkommenden Arten beobachtet werden. Dies gilt genauso für die Schutzgebiete der Paul-Feindt-Stiftung und des OVH sowie private Schutzgebiete im Allgemeinen.
mehr lesen…
Zuschuss sinkt: Stadt muss Programm zur Grünanlagen-Sanierung abbrechen
Volumen schrumpft von 13,5 Millionen auf fünf Millionen Euro – Hohnensee bleibt auf der Strecke
HAZ 16.02.2024
Von Rainer Breda
Die Stadt muss ihr Sanierungsprogramm für die Wallanlagen und den Hohnsensee vorläufig abbrechen: Bund und Land haben die Zuschüsse gekürzt, statt wie erhofft 13,5 Millionen Euro stehen dem Rathaus nun einschließlich eigener Mittel insgesamt nur rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. mehr lesen…
Ehrlicher-Park: Stadt Hildesheim weist Kritik an Umgestaltung zurück
Hildesheim – Der Kahlschlag im Ernst-Ehrlicher-Park und die Gestaltung eines Landschaftsparks, beraube zahlreichen Tieren ihres Lebensraums, so die Kritik eines Naturschützers. Die Stadt räumt den Lebensraumverlust ein, nennt dafür ihre Gründe.
von Andrea Hempen
HAZ Heute: 15. Feb 2024 – 17:00 Uhr Aktualisiert: 15.02.2024 19:03 Uhr

Im Auftrag der Stadt Hildesheim sind im Ernst-Ehrlicher-Park Sträucher und Büsche entfernt worden. Foto: Julia Moras
Hildesheim – Die Stadtverwaltung will die Kritik an der Umgestaltung des Ernst-Ehrlicher-Parkes nicht unkommentiert stehen lassen. Der Naturfreund Dieter Herrmann hatte beklagt, dass der Kahlschlag im Park zu radikal sei und die Umgestaltung vielen Vögeln und Insekten die Lebensgrundlage rauben würde. mehr lesen…
Naturschützer kritisiert Umgestaltung des Ehrlicher-Parks
Dieter Herrmann: Ein Landschaftspark passt nicht in die heutige Zeit
HAZ 14. Februar 2024
Der Ehrlicher-Park ist ein anerkanntes Gartendenkmal, das im englischen Stil angelegt worden ist. Viele Bereiche sind im Lauf der Jahre zum Beispiel durch Buschbewuchs so verändert, dass einige Blickachsen – etwa auf die Gewässer im Park – verdeckt sind. Aber dieses Buschwerk ist wichtiger Lebensraum für Vögel und Insekten. „Das Teichhuhn etwa braucht die Deckung am Ufer, um zu brüten“, sagt Dieter Herrmann. Die Vogelart steht bereits auf der Vorwarnstufe zur Roten Liste. Bislang fanden die Vögel im Ehrlicher-Park noch Lebensraum. Naturschützer Herrmann ist Mitglied im Ornithologischen Verein zu Hildesheim. Der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung gegenüber äußert er sich als Privatperson. mehr lesen…
Netzbetreiber schlagen Strecken für drei neue Mega-Stromtrassen vor
Alle drei führen durch den Landkreis Hildesheim – Kommt es doch noch zu Freileitungen?
Aus der HAZ 07.02.2024
Von Tarek Abu Ajamieh
Jetzt wird es konkret: Die Stromnetzbetreiber TransnetBW und Tennet haben bei der Bundesnetzagentur Vorschläge dafür eingereicht, wo genau drei neue große Erdkabel-Stromtrassen verlaufen sollen. Wie erwartet führen alle drei Routen durch den Landkreis Hildesheim – zum Teil in Bereichen, in denen bereits andere Stromtrassen errichtet wurden oder demnächst werden. mehr lesen…
In diesem Wald gelten künftig strengere Regeln
Großer Teil des Hildesheimer Waldes wird zum Landschaftsschutzgebiet
Aus der HAZ vom 12.01.2024
Von Thomas Wedig
Wer im Hildesheimer Wald spazieren geht, Freizeitsport betreibt oder auf andere Weise Erholung sucht, muss künftig in einem großen Teil des Höhenzuges deutlich strengere Regeln beachten. Denn: Der Wald wird auf einer Fläche von 798 Hektar – das sind umgerechnet etwa 1140 Fußballfelder – zum Landschaftsschutzgebiet (LSG) erklärt. Das erstreckt sich über den Escherberg und den Tosmarberg bis zu den Sundern und bedeckt Gebiete der Stadt Hildesheim sowie der Gemeinden Nordstemmen, Diekholzen und Sibbesse. Unterbrochen wird es durch das Areal von Bosch/Blaupunkt. mehr lesen…
Tierschützer suchen weiter nach Igeln Zählung der Wildtiere wird fortgeführt
Aus der HAZ vom 28.11.2023
Von Andrea Hempen
Die ehemalige Kleingartenanlage „Am Rosenhang“ am Galgenberg wird seit Jahren nicht mehr genutzt und ist daher stark verwildert. Ideale Bedingungen für Wildtiere, sich dort anzusiedeln. Da das 18.000 Quadratmeter große Gelände geräumt werden sollte, machte sich die Arbeitsgemeinschaft Igelschutz im Ornithologischen Verein zu Hildesheim und die BUND-Kreisgruppe daran, das Areal nach Igeln abzusuchen, um diese zu retten. (mehr …)
Erst Baustelle – dann Tummelplatz für Amphibien
Viele wundern sich über eine mit einem Bauzaun eingegrenzte Fläche an der alten Panzerstraße – die Paul-Feindt-Stiftung schafft Klarheit.
Aus der HAZ vom28.11.2023
Von Alexander Raths

An der früheren Panzerstraße am Mastberg erstreckt sich neuerdings eine Baustelle. Warum, ist nun bekannt geworden. Foto: Alexander Raths
Das weitläufige Grün ist schon seit Jahren sehr beliebt: Viele sind am Mastberg unterwegs, um dort zu wandern, zu joggen oder eine Runde mit dem Hund zu machen. Und wundern sich nun, was es mit einer Baustelle an der alten Panzerstraße auf sich hat. „Ich frage mich auch, was hier gemacht wird“, rätselt etwa ein Spaziergänger, der dort öfter entlanggeht.
Der Ernst-Ehrlicher-Park wird in Kürze umgestaltet
Projektplaner stellen mit Naturschützern gemeinsam die Pläne vor Ort vor
Aus der HAZ vom 13.11.2023
Der Ernst-Ehrlicher-Park wird nächstes Jahr umgestaltet, der OVH will dabei mitmische, kundigen Hans-Jüprgen-Pütz, Toss Duthie und Salvatore Bologna an. Foto Moerzowsky
Wenn man mit Menschen wie Hans-Jürgen Pütz, Ross Duthie oder Salvatore Bologna irgendwo in der Natur unterwegs ist, muss man mit Unterbrechungen rechnen. Wie zum Beispiel einem Kleiber, ein winziger, kaum erkennbarer Vogel, der einen Baumstamm herunter eilt. „Da“, zeigt Bologna während eines Gespräches im Ernst-Ehrlicher-Park und zückt seinen Feldstecher. Und genau darum soll es an diesem Tag gehen: Um die Natur in diesem Hildesheimer Idyll, das Mitte des 12. Jahrhunderts als Klostergarten von St. Godehard seinen Anfang genommen hat. mehr lesen…
OVH Exkursion im Gronauer Holz
Aus Aktiv in der Region HAZ 27.10.2023

Bernd Hunze (links) erklärt den Teilnehmern der OVH Exkursion „Wald im Wandel“ die Arbeit der Forstleute. mehr lesen…
Braucht das Küken keine Entenmutter?
Aus der HAZ vom 12.07.2023
Von Robin Pradey
So rührend das kleine Entlein auch ist, es bleibt die Frage: Was macht das mit einem Küken, wenn es nicht bei den eigenen Eltern aufwächst? Alistair Hill vom Ornithologischen Verein zu Hildesheim sieht im Falle der Ente kein Problem: „Auch in der freien Wildbahn kommt es vor, dass Wasservögel von anderen Vogelarten aufgezogen werden. So wie in Hans Christian Andersons Märchen vom hässlichen Entlein, wo eine Gans unter Enten aufwächst.“
30 000 Biotopflächen unter der Lupe: Was ist besonders schützenswert?
Kartierung für neuen Landschaftsrahmenplan läuft / Kritik von Prior: Zu viel erfasst, zu wenig getan
Aus der HAZ vom 06.02..2023 von Thomas Wedig.
Der Landkreis Hildesheim lässt gerade einen sogenannten Landschaftsrahmenplan erstellen. Der soll alle geschützten Biotope auflisten und als Grundlage für alle Entscheidungen dienen, in denen diese irgendeine Rolle spielen. Umweltamtsleiter Gerald Bälkner gab am Dienstag im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Hochwasserschutz des Kreistages einen Überblick, welche Vorarbeiten für den Plan nötig sind: Demnach werden zunächst 30 000 Naturflächen unter die Lupe genommen, von denen nach derzeitigem Stand wohl 2500 als besonders schützenswert eingestuft werden. In der geltenden Version des Plans, sie stammt aus den 1990er-Jahren, sind es nur 1100. Der Anstieg der Zahl liegt daran, dass heute einige Biotoptypen unter Schutz gestellt werden, bei denen das früher nicht der Fall war. mehr lesen…
70 Jahre OVH
Naturerlebnistag an der Panzerwaschanlage
(PP)Am Fuße des Osterberges an der ehemaligen Panzerwaschanlage lud der OVH am 03.06.2023 zu einem Naturerlebnistag ein. Die Vorsitzende des OVH Sabine Wochnik erklärt: „Der Anlass zu diesem Erlebnistag war das 70-jährige Vereinsjubiläum des OVH. Wir wollen unser Jubiläumsjahr zum Anlass nehmen und über die unterschiedlichen Schwerpunkte der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit informieren, die der OVH und auch unsere befreundeten Organisationen wie die Paul-Feindt-Stiftung, der BUND, die AG-Feldhamsterschutz, die Igel-AG und Jägerschaft leisten.“ mehr lesen…
